Löwe trifft Adler. Am 27. April beginnt die Bayerisch-Oberösterreichische Landesausstellung.

Bayerisch-Oberösterreichische Landesausstellung 2012

Burghausen – Die Ludwig-Ausstellung im letzten Jahr war ein Besuchermagnet, jetzt steht die nächste Landesausstellung an. Sie heißt „Verbündet – Verfeindet – Verschwägert. Bayern und Österreich“. Gleich in drei Städten werden einzigartige Exponate gezeigt. Startschuss ist am 27. April.

Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer hat einen Strauß voller gedrechselter Worte mit nach München gebracht. „Geschichtslosigkeit ist Gesichtslosigkeit“, sagt er. Und: „Zukunft bedingt Herkunft.“ Es geht staatstragend zu bei der Vorstellung der „Bayerisch-Oberösterreichischen Landesausstellung 2012“, die nächste Woche ihre Pforten öffnet. Titel: „Verbündet – Verfeindet – Verschwägert. Bayern und Österreich“.

In drei Städten – in Burghausen, Braunau und Mattighofen – präsentieren die Nachbarländer vom 27. April bis zum 4. November die Höhepunkte aus einer 1000-jährigen gemeinsamen Geschichte vom frühen Mittelalter bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Für Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch ist die dreigeteilte Ausstellung auf österreichischem und bayerischem Boden ein Höhepunkt der diesjährigen Kultursaison. Er schwärmt von den außergewöhnlichen Exponanten, die zum Beispiel in Burghausen gezeigt werden. Der Ostarrichi-Urkunde, dem „Taufschein“ Österreichs aus dem Jahr 996, den Kunstschätzen und wertvollen Handschriften oder auch der einzig illustrierten Nibelungenhandschrift. „Dass wir uns den Taufschein Österreichs ausgerechnet in Bayern anschauen müssen, ist für uns ein Akt der Demut“, sagte der oberösterreichische Landeshauptmann lachend.

Die Landesausstellung beschränkt sich auf die Geschichte bis zum 18. Jahrhundert. Das 19. Jahrhundert und die Weltkriege werden ausgespart – aus gutem Grund. Es soll zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Ausstellung zu genau jenen Themen geben, sagte Richard Loibl, der Chef des Hauses der Bayerischen Geschichte.

Im Rahmenprogramm bieten die Städte Konzerte, Lesungen, eigens gebraute Biere und für die ganz sportlichen Kulturfreunde wurden sogar die Radlwege erweitert. Wer will, kann also die Ausstellungsbesuche mit einer ausgiebigen Radltour durch das Land der Wittelsbacher und der Habsburger verbinden. Die Ausstellung ist ein geschichtliches Schmankerl, aber natürlich soll auch der Tourismus angekurbelt werden. „Die Ausstellung ist eine Riesenchance“, sagte Braunaus Bürgermeister Johannes Waidbacher in München. In seiner Stadt herrsche Aufbruchsstimmung.

Im Ausstellungstitel ist zwar noch von Feindschaft die Rede. Aber das sei lange her, sagte Landeshauptmann Pühringer. „Seit der Kehrtwende Bayerns in der Atomkraft, haben wir gar kein Thema, bei dem wir noch streiten.“ Früher Krieg – heute noch nicht mal Streit. Da haben sich zwei Länder lieben gelernt. In Burghausen beschäftigt sich das Haus der Bayerischen Geschichte mit der Epoche „Als Österreich noch Bayern war“. Ewig her. „Ein Ministerpräsident bei uns oder bei Euch weniger – das will ja keiner“, sagte Wolfgang Heubisch und musste sofort lachen. Wie bei Freunden eben.

Stefan Sessler

Im Internet www.landesausstellung.com

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