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Reiseführer zum Genuss: Bayerns Agrarminister Brunner (r.) und Otmar Mutzenbach vom Weissen Bräuhaus in München präsentieren das neue Buch.

Qualitätssiegel für Gasthäuser

Bayerisch, regional und saisonal

München - Schlemmen auf höchstem Niveau: 100 bayerische Gasthäuser tragen das Qualitätssiegel „Ausgezeichnete Bayerische Küche“. Nun gibt es ein Buch, das die besten Gasthäuser bewertet. Dabei ist nicht nur die Qualität des Essens entscheidend.

Bayerische Gemütlichkeit schreibt sich das Landgasthaus „Beim Kargl“ in Saulgrub auf die Fahne. Spezialität des Hauses sind Bärlauch- Gerichte: Serviert mit Spätzle oder auch als Eis.

Für Otmar Mutzenbach ist es nur eine von vielen Auszeichnungen für sein Gasthaus „Weisses Bräuhaus“ im Tal in München. Und doch bestätigt das Qualitätssiegel „Ausgezeichnete Bayerische Küche“ gastronomische Eigenschaften, nach denen sich Verbraucher in Zeiten von Lebensmittelskandalen und Klimawandel sehnen: regionale und saisonale Produkte, aber auch typisch bayerische Gerichte. Die strengen Kriterien sind aber nicht nur auf das Essen beschränkt, das ein Gasthaus auf seiner Speisekarte anbietet: „Es nutzt nichts, wenn ich Produkte aus Bayern anbiete, in der Küche aber ein Saustall herrscht“, sagt Mutzenbach, der die Auszeichnung vergangenes Jahr erhielt. Deshalb spielen auch Service, Gasträume und beispielsweise Lagerräume eine Rolle bei der Bewertung.

Zwei Schwestern führen den Gasthof Metzgerei Eberl in Hattenhausen: Christine Hattensperger (l.) und Viktoria Eberl-Stefan. Hier gibt Traditionelles, viel Fisch und Gemüse. Reservierung angeraten.

100 Gastwirte aus allen Regierungsbezirken Bayerns haben die Auszeichnung bisher erhalten – knapp 40 allein in Oberbayern. Die ausgezeichneten Gasthäuser sind im Genuss-Reiseführer „100 ausgezeichnete Gasthäuser in Bayern“ zusammengefasst. Das Buch gibt mit Symbolen Orientierung über die Besonderheiten eines Gasthauses. Ein Biergarten wird zum Beispiel durch eine Sonne gekennzeichnet, eine hauseigene Brauerei durch einen Masskrug. Das Qualitätssiegel, das für Nichtmitglieder des Dehoga-Vereins 585 Euro kostet, gibt es seit 2013. Es wird von Agrarministerium und dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband vergeben. Die Gasthäuser müssten sich einer „knallharte Prüfung“ unterziehen, sagt der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Bayern, Ulrich Brandl. Das Ziel des Siegels ist es, die Bayerische Küche zu stärken. „Höchste Qualität fordert einen fairen Preis“, sagt Minister Helmut Brunner.

Familienbetrieb seit Generationen ist das Gasthaus „Zum Schex“ in Sankt Wolfgang. Freitags gibt es kesselfrische Weißwürste aus der hauseigene Metzgerei. Auch die Steaks sind super.

Für Erzeuger wie die Familie Renner aus Walpertskirchen (Landkreis Erding) ist das Siegel auch eine Sicherheit. Als regionale Erzeuger beliefern sie seit 20 Jahren das „Weisse Bräuhaus“ mit ihren Eiern. Mal sind die Eier kleiner, mal größer. „Die Eier wachsen mit den Hühnern mit, Supermärkte nehmen ja oft nur die L-Größe“, sagt Ingrid Renner. Qualität geht eben vor Äußerlichkeiten. Die Geschichte bayerischer Rezepte sollen laut Brunner mit der Auszeichnung wieder in den Vordergrund gerückt werden.

von Julia Mähler

Das Buch „100 ausgezeichnete Gasthäuser in Bayern“ ist im Volk Verlag München erschienen, 232 S., 19,90 Euro.

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