Die Lage an Bayerns Flughäfen

München/Nürnberg/Memmingen - Nach dem Chaos durch die Vulkanasche der letzten Tage haben die Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen am Dienstag den Flugverkehr eingeschränkt wieder aufgenommen.

Auf Deutschlands zweitgrößtem Flughafen in München seien bis zum Nachmittag rund 90 Flugzeuge gestartet und gelandet, sagte Flughafen-Sprecher Peter Prümm. Nach wie vor sind all diese Flüge “kontrollierte Sichtflüge“ mit Sondergenehmigungen der zuständigen Behörden. Eigentlich galt am Dienstag zunächst noch ein Flugverbot bis mindestens 20.00 Uhr.

Der Eyjafjalla-Vulkan und die Aschewolke

Der Eyjafjalla-Vulkan und die Aschewolke

CSU-Chef Horst Seehofer und die bayerische Staatsregierung nahmen unterdessen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gegen Kritik wegen des tagelangen Flugverbots in Schutz. “Sicherheit hat absoluten Vorrang. Es kann keine andere Alternative geben“, sagte Seehofer nach einer Kabinettssitzung in Kempten. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) betonte: “Wir können den Luftraum nicht aufmachen gegen den Rat der Fachleute.“

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Unter dem europaweiten Flugverbot wegen der Vulkanaschewolke leidet neben den Passagieren auch die bayerische Wirtschaft. So unterbricht der Münchner Autobauer BMW wegen Lieferengpässen seine Produktion an den deutschen Standorten. Bereits am Dienstagnachmittag wurden die Bänder zur Spätschicht im Werk in Dingolfing angehalten, wie ein Sprecher des Autobauers sagte. Danach sollten die Werke in Regensburg und München am Mittwoch und am Donnerstag folgen. Insgesamt müsse die Fertigstellung von rund 7000 Fahrzeugen verschoben werden.

Trotz anhaltenden Flugverbots kamen am Dienstag auch der Nürnberger und der Memminger Flughafen allmählich wieder in Schwung. Die Fluggesellschaft Air Berlin habe etwa 30 Flüge durchgeführt, sagte der Nürnberger Flughafen-Sprecher Reto Manitz. Rund 3000 weitere Passagiere sollten im Laufe des Tages aus Ländern wie Tunesien, Ägypten oder von den Kanarischen Inseln zurückkehren. Dennoch konnte am Airport Nürnberg noch längst nicht von einer Normalisierung des Flugbetriebs die Rede sein. “Außer Air Berlin fliegt nichts“, erklärte Manitz.

Vom Allgäu-Airport in Memmingen startete am Morgen eine Maschine mit einer Sichtflug-Sondergenehmigung nach Berlin. Allerdings waren nur 53 statt 148 möglicher Passagiere an Bord, wie Airport-Chef Ralf Schmid berichtete. Grund für die geringe Auslastung sei, dass die meisten Interessierten noch gar nicht wieder mit Flügen gerechnet hätten. Im Laufe des Tages sollten nach Flughafen-Angaben noch zwei weitere Maschinen nach Kiew und Antalya mit Einzelgenehmigungen starten.

dpa

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