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400 Jahre alt: die Witzgall-Tanne im Forstbetrieb Sonthofen. Mit einer „Tannenoffensive“ wollen die Bayerischen Staatsforsten künftig für mehr Mischwald sorgen, um die Wälder für den Klimawandel zu rüsten.

Jahresbilanz der Bayerischen Staatsforsten

Mit der Tanne gegen den Klimawandel

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München - Mehr Tannen und weniger Borkenkäfer. So sieht der Zukunftsplan der Bayerischen Staatsforsten aus. Bei der Jahresbilanz ziehen Vorstand und Aufsichtsrat ein positives Fazit. Das Finanzministerium darf sich über 65 Millionen Gewinn freuen.

Mit einer „Tannenoffensive“ wollen sich die Bayerischen Staatsforsten für den Klimawandel rüsten. „Wir wollen den Anteil der Tanne in den nächsten Jahrzehnten fast verdreifachen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Neumeyer bei der Bilanz-Vorstellung zum Geschäftsjahr 2016. In den bayerischen Staatsforsten soll der Tannenanteil von derzeit rund zwei Prozent bis zum Jahr 2050 auf sechs Prozent erhöht werden – im Gebirge sogar auf deutlich über zehn Prozent. Dafür will Neumeyer künftig bis zu fünf Millionen Euro pro Jahr investieren. Ziel sei es, die sturm- und klimaanfälligen Reinbestände Schritt für Schritt zu stabilen Mischwäldern umzuwandeln.

Insgesamt lief das Geschäftsjahr 2016 für die Bayerischen Staatsforsten sehr erfreulich. Dank hoher Holzpreise konnte das Unternehmen, das für den Freistaat rund 800 000 Hektar Wald bewirtschaftet, seinen Gewinn um fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Die Bayerischen Staatsforsten verbuchten damit einen Ertrag von rund 71 Millionen Euro (2015: 65,5 Millionen). Der Umsatz lag bei knapp 402 Millionen Euro. 65 Millionen des Gewinns gehen an den Freistaat.

Die übrigen sechs Millionen sollen in einen Krisenfonds fließen, erklärte Neumeyer. Dies ist eine Reaktion auf die Erfahrungen nach dem Orkan „Niklas“, der im Frühjahr 2015 über Bayern hinwegzog und aus Sicht der Staatsforsten 1,5 Millionen Festmeter Schadholz hinterließ. Der Krisenfonds könne bei Bedarf – etwa einem starken Sturm mit hohen Schadholzmengen – marktwirksam für Entlastung sorgen, sagte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU), der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Staatsforsten ist.

Der Holzschlag wurde im Geschäftsjahr 2016 auf 4,7 Millionen Festmeter reduziert, nachdem der Einschlag im Vorjahr wegen „Niklas“ bei 5,4 Millionen Festmeter lag. Neumeyer kündigte an, dass die Staatsforsten auch in den kommenden Jahren aus Nachhaltigkeitsgründen unter der Fünf-Millionen-Grenze bleiben werden. Zum Vergleich: Der Holzzuwachs in den bayerischen Staatswäldern beträgt etwa 6,2 Millionen Festmeter pro Jahr.

Ein Dauerbrenner bei den Staatsforsten ist der Borkenkäfer. Der trockene Sommer und das viele Sturmholz machte es dem Insekt leicht, sich zu vermehren. Doch hier habe die im vergangenen Jahr eingerichtete Borkenkäfer-Task-Force ganze Arbeit geleistet, lobt Neumeyer. Die schon von manchen befürchtete Borkenkäfer-Katastrophe blieb aus.

Auch die Suche nach einem dritten bayerischen Nationalpark betrifft die Bayerischen Staatsforsten, da sich dieser wohl hauptsächlich aus den Flächen des Staatsforstes zusammensetzen würde. „Ich gehe davon aus, dass Franken hier Vorrang eingeräumt wird“, sagte Minister Brunner. Er erklärte auch, dass sich für die Staatsforsten durch einen zusätzlichen Nationalpark der Gewinn verringern werde, weil damit vermutlich rund 10 000 Hektar nicht mehr zur Bewirtschaftung zur Verfügung stehen würden. Neumeyer hofft, dass schnell eine Entscheidung fällt. Eine jahrelange Diskussion wie im Steigerwald sei nicht wünschenswert für seine Mitarbeiter.

Die Opposition reagierte nicht nur positiv auf die Bilanz der Bayerischen Staatsforsten. „Die Gewinne dürfen jetzt nicht im allgemeinen Staatshaushalt versickern, während die CSU-Regierung den Waldumbau vertrocknen lässt“, sagte der forstpolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Markus Ganserer. Sowohl im Staats- als auch im Privatwald müsse der Umbau labiler Wälder in klimatolerante Mischwälder stärker vorangebracht werden. Nach Ansicht der Freien Wähler verhindern zudem die langfristigen Verträge mit den Holzkunden höhere Gewinne. Der dort etwa für Fichtenholz vereinbarte Preis liege dreißig bis vierzig Euro pro Festmeter unter dem heute am Markt erzielbaren Preis.

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