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Zum Wolf, der im Mangfallgebuirge gesíchtet wurde, gibt es neue Erkenntnisse. (Symbolbild)

Der bayerische Wolf stammt aus der Schweiz

München - Neue Details zum Wolf vom Mangfallgebirge: Er stammt aus der Schweiz und ist ein Männchen. Aber wo er sich im Moment auffällt, weiß niemand.

Ende Dezember 2009 entdeckten Berufsjäger bei Brannenburg am Wendelstein nahe einer Wildfütterungsstelle eine frisch gerissene Hirschkuh. Das war die erste Spur von einem bayerischen Wolf seit 2006 – als eines dieser geschützten Tiere bei Starnberg überfahren und getötet worden war. Zuvor galt der Wolf als ausgerottet – 1882 war das letzte Exemplar im Fichtelgebirge erlegt worden. Im bayerischen Teil der Alpen ist der Wolf sogar noch länger ausgestorben – dem königlichen Forstgehilfen Anton Hohenadl gebührt der zweifelhafte Ruhm, das letzte Exemplar 1836 im Saurissgraben im Mangfallgebirge erschossen zu haben.

Auf die Fährte des nun bekannten Tiers hat sich Manfred Wölfl geheftet. Wölfl ist der bayerische Wildtier-Beauftragte. Er hat die damaligen Bissspuren gesichert und in ein Labor in Lausanne/Schweiz geschickt. Jetzt liegt das Ergebnis vor: Es handelt sich bei dem Tier um ein Männchen. Der Wolf vom Mangfallgebirge ist damit nicht identisch mit jenem Tier, das Ende Oktober 2009 bei Imsterberg/Tirol unweit der Grenze zu Bayern zwölf Steinschafe gerissen hatte. Dieses Tier war nämlich eine Wölfin.

Zweiter wichtiger Befund: Der bayerische Wolf ist schon einmal „genetisch gesichtet“ worden, wie das die Experten nennen – und zwar im Juni 2009 im Prättigau im Kanton Graubünden in der Schweiz. „Es waren ältere Kotspuren, kein Riss eines Tieres“, sagt Thomas Hentschel vom Landesamt für Umwelt. In Graubünden gibt es etwa 15 Wölfe, zumeist Einzelgänger. Darunter sind offenbar auch Exemplare, die zwischen Vorarlberg und der Schweiz hin und her wechseln.

Im Gauertal bei Tschagguns in Vorarlberg riss ein Wolf Ende August 2009 mehr als zehn Schafe. Im September konnte auf Schweizer Seite ein Wolf mit einer Wildtierkamera fotografiert werden – nicht ausgeschlossen, dass es sich just um das nun in Bayern entdeckte Exemplar handelt. Wölfe legen am Tag bis zu 40 Kilometer zurück – die Wegstrecke von Graubünden nach Bayern (250 Kilometer) hat der Wolf also in Etappen bewältigt.

Eine Frage bleibt aber: Wo ist der bayerische Wolf jetzt? Nach dem Fund bei Brannenburg wurden noch drei weitere, von diesem Wolf gerissene Wildkadaver gesichtet – der letzte Ende Januar. Seitdem gibt es keine Spur mehr von dem Schweizer Einwanderer.

Dirk Walter

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