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Zum Wohl: Marlene Speck aus Starnberg ist Bayerns neue Bierkönigin. Am Montagabend wurde sie von der Jury gewählt und nahm gleich auf ihrem Thron Platz.

Die Repräsentanten für Bier, Zwiebel und Co.

Bayern und seine Hoheiten

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München - Eine waschechte Bayerin, die gerne Bier trinkt und gut reden kann: Dank dieser Eigenschaften ist Marlene Speck aus Starnberg nun Bierkönigin. Doch die 25-Jährige ist nicht die einzige Frau in Bayern, die eine Krone tragen darf. Sie teilt ihr Hoheitsgebiet mit etwa 20 anderen Amtsträgerinnen – und einem Mann.

Mit einem strahlenden Lächeln setzt sich Marlene Speck auf den samtroten Thron und rückt ihr Krönchen zurecht. Die 25-Jährige aus Starnberg ist seit Montagabend Bayerische Bierkönigin. „Ich freue mich wahnsinnig“, sagt sie. Die Jury hat sie aus über 60 Bewerberinnen gewählt. Die frisch „gebraute“ Hoheit darf nun die Werbetrommel fürs bayerische Kulturgut rühren. Und damit die Königin stilecht in ihrem maßgeschneiderten Dirndl repräsentieren kann, bekommt sie einen BMW, ein iPhone und kann sich im Wellnessurlaub von ihren über hundert Terminen während ihrer Herrschaftszeit erholen.

Doch wer nun denkt, Bayern kann nur eine Königin haben, liegt falsch. In Bayern gibt es etwa 20 Königinnen – und sogar einen König. „Wie viele genau es sind, lässt sich nicht beziffern“, sagt Markus Peters, Pressesprecher des Bayerischen Bauernverbands. Die Palette reicht von A wie Apfelkönigin bis W wie Weizenkönigin. „Die Vielfalt ist entsprechend der Land- und Forstwirtschaft in Bayern groß“, erklärt Peters. Darum geht es nämlich im Hofstaat: regionale Produkte bis ins Ausland bekannt zu machen. Mit ihrer Königin geben die Verbände ihrem Apfel, Hopfen oder Most ein Gesicht. Peters: „Das ist Imagearbeit.“

So reich beschenkt wie die Bierkönigin wird jedoch keine andere Majestät – Dirndl, Schärpe und Krone als Dienstkleidung sowie eine Aufwandsentschädigung müssen reichen. „Das ist mehr Ehre als Einkommensquelle“, sagt Peters. Für Susanne Polz, 25, aus Söchtenau (Kreis Rosenheim) ist es ein Traum, der in Erfüllung geht. Sie ist gerade zur Milchkönigin gekürt worden. „Ich hab die Königin früher immer auf Messen gesehen und fand es toll, dass sie so ein tolles Produkt vermarkten darf“, sagt Polz.

Für die „tolle Knolle“ wirbt Simone Rothmayr aus Sallach (Kreis Straubing-Bogen). Die amtierende Zwiebelkönigin sucht eine Nachfolgerin.

An Bier und Milch denken sicher viele, wenn es um Bayern geht. Auch Wein, Honig, Spargel, Kartoffeln oder Wald liegen nahe. Die Gurken-, Meerrettich- und Karpfenköniginnen dürften jedoch für Verwunderung sorgen. „Viele sind überrascht, wenn sie Zwiebelkönigin auf meiner Schärpe lesen“, gesteht Simone Rothmayr, 27, aus Sallach (Kreis Straubing-Bogen). Doch wenn sie erzählt, dass die Zwiebel jedes Gericht verfeinert und sogar gegen Ohrenschmerzen hilft, seien die Leute sehr interessiert. Nur eins nervt sie: „Wenn jemand sagt, er müsse weinen, wenn er mich sieht.“

Eigentlich ist Rothmayrs Amtszeit seit einem Jahr vorbei – aber sie ist noch immer auf dem Zwiebelthron. Eine Nachfolgerin wurde bisher vergeblich gesucht. Denn nicht jedes Mädchen kann in Bayern Königin werden. „Es sind keine von Agenturen ausgesuchten Models, sondern Personen, die mit Leib und Seele für ihr Produkt einstehen“, erklärt Markus Peters vom Bauernverband. Rothmayr kommt etwa von einem Zwiebelhof, die neue Bierkönigin braut in ihrer Freizeit Bier und die Milchkönigin arbeitet hauptberuflich in einem Käsewerk.

Einmal im Jahr treffen sich Bayerns Hoheiten bei der Grünen Woche in Berlin. „Da gibt es keinen Zickenkrieg, wir verstehen uns alle gut“, sagt Rothmayr. Die Zwiebelkönigin hat sich sogar mit der Kartoffelkönigin angefreundet.

Mister Schweinefleisch:Waldemar Bogner wirbt fürs Schäufele.

Bei den Treffen fällt einer ganz besonders auf: Waldemar Bogner ist der einzige König in Bayern, und zwar der Schäufelekönig Hersbrucker Land (Mittelfranken). Im Anzug und mit roter Schärpe wirbt der 65-Jährige auf Messen für das fränkische Nationalgericht. Und das schon seit fünf Jahren. „Das Volk ist offenbar zufrieden mit mir“, lacht Bogner. Kein Wunder: Der Schäufeleführer, den er herausgebracht hat, ist bereits in der dritten Auflage vergriffen. Trotz der vielen Werbeauftritte hat der Schäufelekönig aber noch nicht genug von Schweineschulter. „Leider geben mir die Wirte immer ein besonders großes Stück, dabei isst man im Alter ja nicht mehr so viel.“

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