An bayerischen Universitäten wird es eng

München - Wegen der Aussetzung der Wehrpflicht rechnet das Wissenschaftsministerium mit verstärktem Andrang an bayerischen Universitäten - zusätzlich zum doppelten Abiturjahrgang.

Mindestens 5500 zusätzliche Studenten werden voraussichtlich heuer ihr Studium beginnen, wie Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) am Donnerstag mitteilte. Bereits zum Wintersemester 2011/2012 sollen dafür weitere 220 Stellen an den Hochschulen bereitstehen.

Auch wegen des doppelten Abiturjahrgangs von G9- und G8-Gymnasiasten werden in diesem Jahr mehr Studienanfänger an den Unis erwartet als sonst. Um die Lage zu entzerren, können die Absolventen des neunjährigen Gymnasiums schon im Sommersemester starten. Die bayerischen Hochschulen hätten dafür ihr Angebot deutlich erweitert und böten mehr als 300 reguläre Studiengänge an.

“Wir haben uns auf den doppelten Abiturjahrgang sehr gut vorbereitet und alle personellen, räumlichen und organisatorischen Vorkehrungen getroffen“, betonte Heubisch laut Mitteilung. Der Freistaat Bayern habe 38 000 zusätzliche Studienplätze mit 3000 zusätzlichen Stellen geschaffen.

Die SPD im Landtag kritisierte, Heubisch halte an seinem “Mini-Ausbauprogramm“ für die bayerischen Hochschulen fest. “Obwohl dem Wissenschaftsminister inzwischen klar geworden ist, dass die Studierendenzahlen 2011 und 2012 alle Prognosen übersteigen, werden die dafür dringend benötigten Studienplätze nicht geschaffen“, erklärte die hochschulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Isabell Zacharias. Bis Ende 2009 sei Heubisch noch von 71 000 Studienanfängern im Jahr 2011 ausgegangen, nun seien es 76 000.

dpa

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