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Die bisherige Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, gratuliert dem Sparkassenpräsidenten und neuen BRK-Präsidenten Theo Zellner am Samstag in Altötting (Bayern) während der Landesversammlung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK).

Neuer BRK-Präsident

Rotes Kreuz stellt sich hinter Theo Zellner

Altötting – Das Rote Kreuz bekommt einen neuen Präsidenten mit klaren Vorstellungen und klaren Worten. Die Delegierten wählen den bayerischen Sparkassen-Chef Theo Zellner mit nahezu 95 Prozent der Stimmen.

Er kommt – buchstäblich – aus den Reihen der Basis. Als Kreisvorsitzender in Cham nahm Theo Zellner im hinteren Teil des Altöttinger Kulturzentrums Platz. Jetzt, da er sich als Bewerber für das Amt des Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes fast 350 Delegierten vorstellen soll, hat der 64-Jährige einen weiten Weg vor sich. Die Basis von Bayerns größtem Wohlfahrtsverband mit rund 130.000 ehren- und etwa 18.800 hauptamtlichen Mitarbeitern stellt er auch in den Mittelpunkt seiner Rede. Zellner verspricht, dass er seine Aufgabe als Präsident „von unten her denken möchte“. Bei allen Entscheidungen wolle er fragen: „Wie wirkt es sich vor Ort aus?“ Zellner fordert in den wenigen Minuten, die er nur sprechen soll, eine bessere Bezahlung und eine größere Anerkennung der Berufe in der Pflege. Er wendet sich gegen europaweite Ausschreibungen im Rettungsdienst, die nur auf die Kosten achten. „Dieser Wettbewerbs-Fetisch muss in die Schranken gewiesen werden. Der Markt passt nicht immer zusammen mit der flächendeckenden Versorgung.“ Das kommt bei den Delegierten an: Zellner, der noch bis April den Bayerischen Sparkassenverband führt, erhält ein herausragendes Ergebnis bei der Wahl: 325 von 344 Stimmen.

Ihm zur Seite stehen die frühere FDP-Landtagsabgeordnete Brigitte Meyer (66) aus dem schwäbischen Merching, und der SPD-Landtagsabgeordnete Paul Wengert (61) aus Füssen. Er wird bestätigt, jedoch mit den meisten Gegenstimmen (76) der Wahlgänge.

Zellner ist überzeugt, seine Arbeit „von einem hervorragenden Fundament aus“ beginnen zu können. Geschaffen hat es Christa von Thurn und Taxis. Sie und die Basis haben es sich nicht immer einfach gemacht. Die Präsidentin musste den alten Wohlfahrtsverband auf Kurs bringen – er steckte bei ihrem Amtsantritt 2003 nach dem Blutspendeskandal in der tiefsten Krise seiner Geschichte. Die Landesgeschäftsstelle war nahezu hoffnungslos überschuldet, noch 2005 stand sie vor einem Berg von 128 Millinen Euro; der ist nun bis auf gut 20 Millionen abgetragen. Bei der Basis herrschte Misstrauen gegen Präsidium und Geschäftsführung. So ging es bei Landesversammlungen häufig kontrovers und emotional zu – ein Streit um den Kurs. Ganz anders jetzt die Tagung in Altötting, die letzte mit der „Prinzessin“ an der Spitze: große Einigkeit. Und am Ende erheben sich alle Delegierten zum herzlichen Dank und Applaus für die scheidende Präsidentin. Sie stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl für das Amt, das oft belastend war. Jetzt spricht die 71-Jährige gerührt vom „schönsten Amt, das Bayern zu vergeben hat“. Bescheiden sagt sie: „Ich habe versucht, das Beste zu geben.“

Dafür erhält sie die Anerkennung. Präsident Rudolf Seiters erhebt sie zum Ehrenmitglied des Deutschen Roten Kreuzes. Von ihrem Stellvertreter, Kultusstaatssekretär Bernd Sibler, der auch nicht mehr kandidierte, wird sie zum Ehrenmitglied und zur Ehrenpräsidentin des BRK ernannt. Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk betont: „Wir haben Sie als Präsidentin respektiert, als Prinzessin verehrt und als Mensch geliebt.“ Ministerpräsident Horst Seehofer stimmt in das Lob ein. „Sie sind die Stimme des sozialen Bayerns.“ Die Präsidentin habe im BRK „effiziente Strukturen geschaffen, ohne die Menschlichkeit aufzugeben.“

Von Matthias Holzapfel

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