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Achtung, Zecken! Im Wald müssen sich alle Spaziergänger dieses Jahr besonders schützen.

Höchste Dichte erwartet

Achtung! Bayern steht ein extremer Zeckensommer bevor

2019 könnte ein extremes Zeckenjahr werden. Experten rechnen durch den milden Winter mit besonders vielen Tieren. Außerdem gibt es mehr Zecken, die den FSME-Virus in sich tragen. Deshalb raten Ärzte allen, die gern in der Natur unterwegs sind, sich impfen zu lassen.

München – Die ersten Zeckenfälle kamen im Februar. Seitdem, erzählt eine Ingolstädter Kinderärztin, vergehe kaum eine Woche, in der sie nicht mehrere Zecken entfernen müsse. „So schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie.“ 2019 werde ein Zeckensommer, titelte die Zeitschrift „Öko-Test“, aber tatsächlich hat die Saison der Blutsauger längst begonnen – und auch schon Spuren hinterlassen. 

Zecken beißen immer früher zu

Anfang Mai hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) bereits 14 Fälle der gefährlichen Hirnhauterkrankung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) registriert, zehn davon in Bayern – zuletzt wurde ein Fall in Freising bekannt. „Das ist viel“, erklärte eine Sprecherin. Im vergangenen Jahr waren dem Institut im gleichen Zeitraum gerade einmal drei FSME-Fälle aus dem Freistaat gemeldet worden. 2016 waren es vier.

Experten befürchten, das diesjährige Zeckenjahr könne sogar 2018 übertreffen, und schon das war mit der bislang höchsten Zeckendichte und mit bundesweit 584 FSME-Fällen ein Jahr der Negativ-Rekorde. Für dieses Jahr rechnen sie aufgrund des milden Winters sogar mit einer noch höheren Zeckendichte.

Schon ab 6 Grad Celsius erwachen Zecken aus ihrem Winterschlaf

Ob auch die Zahl der FSME-Erkrankungen steigt, bleibt abzuwarten. „Das hängt vom Wetter ab“, sagt Volker Fingerle vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Der Wissenschaftler leitet dort das Nationale Referenzzentrum für Borrelien und ist einer der führenden Zeckenforscher Deutschlands. „Je schöner es wird, desto mehr Menschen gehen nach draußen in die Natur, wo sie dann dem Risiko eines Zeckenstichs ausgesetzt sind.“ Schön war es bereits im Februar, und das ist der Grund für den frühen Start der Zecken-Saison. „Den Spinnentieren reichen einige Tage zwischen sechs und acht Grad, dann erwachen sie aus der Winterstarre“, sagt Fingerle. „Die Klimaerwärmung spielt hier den Zecken in die Hände. Sie werden früher im Jahr aktiv und sie bleiben länger im Jahr aktiv.“

Zudem sind die Zecken, die das FSME-Virus in sich tragen, auf dem Vormarsch. Die FSME-Risikokarte des Robert-Koch-Instituts weist, wie bereits im vergangenen Jahr, fünf neue Risikogebiete aus. Das sind: das Emsland in Niedersachsen, und damit erstmals ein Landkreis in Norddeutschland, der Landkreis Sächsische Schweiz-Ostererzgebirge in Sachsen und drei Landkreise in Bayern – Landsberg am Lech, Garmisch-Partenkirchen sowie die kreisfreie Stadt Kaufbeuren im Allgäu. Von 96 bayerischen Landkreisen und freien Städten sind damit jetzt 91 FSME-Gebiet.

Es gibt 20 Zeckenarten in Deutschland

Was die fünf laut Risikokarte noch FSME-freien Gebiete angeht, darunter München, Augsburg und der Landkreis Fürstenfeldbruck, warnt Zeckenforscher Fingerle: „Auch dort besteht ein Restrisiko, sich mit FSME anzustecken“, sagt er. Und: „Für mich persönlich ist schon längst ganz Bayern Risikogebiet.“

Rund 20 Zeckenarten gibt es in Deutschland. Am weitesten verbreitet ist der Gemeine Holzbock, er ist auch der häufigste Überträger der Zeckenkrankheiten FSME und Borreliose. Die wärmeren Temperaturen machen Deutschland aber auch für Zecken-Arten attraktiv, die eigentlich in Südeuropa, Asien oder Afrika beheimatet sind. Besonders die große Hyalomma-Zecke, die auch in Bayern gefunden wurde, sorgte im vergangenen Jahr für Aufregung. Dies Zecke kann gefährliche Krankheiten wie das oft tödliche Krim-Kongo-Fieber übertragen. „Noch“, sagt Fingerle, „haben wir es nur mit sehr vereinzelten Exemplaren zu tun.“ Zudem seien bei keinem der gefundenen Tiere Krankheitserreger nachgewiesen worden. „Künftig aber müssen wir auch diese Zecken-Arten auf dem Radar haben.“

Was gegen Zecken hilft

Gegen Zecken hilft, ganz grundsätzlich, lange, geschlossene Kleidung zu tragen. Und geschlossene Schuhe. Wichtiger aber, so Fingerle, sei die Impfung, die zumindest vor FSME schütze. „Grundsätzlich sollte sich jeder, der die Impfung verträgt, der Gefahr eines Zeckenstiches ausgesetzt ist und sich in Bayern oder anderen Regionen mit FSME tragenden Zecken aufhält, impfen lassen.“ Ausnehmen könne man aber beispielsweise ältere Menschen, die ständig draußen seien, aber noch nie einen Zeckenstich gehabt hätten. Der Grund: Auch Zecken haben ihre Vorlieben. Manche Menschen mögen sie schlichtweg nicht.

Keine Panik bei Borreliose

Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Hier hilft nur das regelmäßige Absuchen am Körper. Wer eine Zecke findet, sollte diese sofort entfernen, denn je länger die Zecke saugt, desto höher ist das Übertragungsrisiko. Zeigt sich innerhalb von vier Wochen am Stich eine sogenannte Wanderröte, fühlt man sich schlapp oder bekommt Fieber, gilt es, den Arzt aufzusuchen. „Mit einer Antibiotika-Therapie“, sagt Fingerle, „ist Borreliose im Anfangsstadium gut behandelbar.“

Beatrice Ossberger

Schützen Sie sich vor FSME und Borreliose: So vermindern Sie das Zeckenrisiko in Ihrem Garten

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