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Baumgrenze verschiebt sich durch Klimawandel nach oben – wachsen die Berge zu?

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Von: Felix Herz

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Weniger Eis, mehr Wald: Durch den Klimawandel verschiebt sich die Baumgrenze in den Alpen nach oben (Symbolbild).
Weniger Eis, mehr Wald: Durch den Klimawandel verschiebt sich die Baumgrenze in den Alpen nach oben (Symbolbild). © imagebroker / IMAGO

Besonders in den Bergen zeigen sich die Folgen des Klimawandels in Bayern. Es wird wärmer, Gletscher gehen zurück – und Bäume wachsen in neuen Höhen.

Kalkalpen – Klimawandel und Berge: Ein Zusammenhang, der nicht erst seit dem tragischen Gletscherabsturz in den italienischen Alpen höchst aktuell ist. Denn in den Bergen zeigt sich die Erderwärmung besonders deutlich – um 1,8 Grad erwärmte sich das Klima in den Alpen seit 1970. Zum Vergleich: In den letzten 100 Jahren wurde es dort insgesamt 2 Grad wärmer. Im Merkur-Interview sagte auch der Meteorologe Manuel Oberhuber: „Die Berge verändern sich drastisch“. Das zeigen nun auch neuerliche wissenschaftliche Untersuchungen, die der BR in einer Reportage veröffentlichte.

Klimawandel in den Alpen: Baumgrenze verschiebt sich

Was genau der Klimawandel für die Alpen in Bayern bedeutet, untersuchen Wissenschaftler im Wetterstein, heißt es beim BR. Bereits 1986 kartierte dort der Forstwissenschaftler Hans-Gerd Michiels alle Pflanzenarten. Es ist ein ideales Gebiet – seit 50 Jahren hat der Mensch in das einzigartige Naturreservat nicht mehr eingegriffen. Nun sind sechs Forstwissenschaftler und Waldökologinnen wieder in dem Waldgebiet – um zu vergleichen. Was hat sich seit der Kartierung 1986 verändert?

Auf den ersten Blick sieht der Fichtenwald im Wettersteingebirge typisch aus. Doch auf 1480 Höhenmetern steht laut BR eine Buche. Das Besondere: Vor 36 Jahren wuchs die höchste Buche noch auf 1390 Höhenmetern. Heißt: Heutzutage findet die Buche fast 100 Meter höher als damals passable Lebensbedingungen vor, um zu wachsen.

Der Fund zeigt nicht nur beispielhaft, wie sich der Klimawandel auf den Alpenraum auswirkt, sondern hat auch direkte Folgen. Eine Buche im subalpinen Fichtenwald verwandelt diesen langsam in einen Mischwald – laut Wissenschaftler Jörg Ewald kann dadurch das optimale Habitat für Auerhühner verloren gehen.

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Mehr Pflanzen in den hohen Alpen: Ein Zeichen des Klimawandels

Auf 1560 Metern gibt es eine Stelle, die 1986 bis ins letzte Detail kartiert wurde. Heute gibt es dort viel mehr Vegetation. 1986 gab es im Radius von acht Metern 45 Pflanzen und 18 Moose. Heute sind es 65 Pflanzen und 25 Moose – ein merklicher Anstieg. Und auch hier, schreibt der BR, war eine Buche dabei.

Weiter oben, direkt unter den Felswänden der Wettersteinwände, wächst einer der größten Zirbenwälder Bayerns. Doch auch er bekommt Konkurrenz von Bäumen, die von unten nachwachsen und in neue Höhen vordringen. Hans-Gerd Michiels zufolge ist die Zirbe die prekärste Baumart in den bayerischen Alpen.

Ein erstes Fazit zieht Jörg Ewald. Die alte Baumgrenze von 1800 Höhenmetern gelte nicht mehr, sie sei längst überholt. Schon heute liege die potenzielle Waldgrenze bei 2100 Höhenmetern, so Ewald laut BR. (fhz)

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