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Bayerns Atomausstieg: Vorletzter Meiler vom Netz genommen - Geht dem Freistaat jetzt der Strom aus?

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Von: Thomas Eldersch

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Zum Start ins neue Jahr sind die Lichter im AKW Gundremmingen ausgegangen.
Zum Start ins neue Jahr sind die Lichter im AKW Gundremmingen ausgegangen. Damit ist in Bayern nur noch ein Kernkraftwerk am Netz. © Stefan Puchner/dpa

Bayerns vorletzter Atommeiler ging zum Jahreswechsel vom Netz. Droht Bayern jetzt die Energieknappheit oder gibt es bereits genügend erneuerbaren Strom?

Gundremmingen/München - Während in Brüssel noch darüber gestritten wird, ob Atomkraft grün ist oder nicht, gingen im schwäbischen Gundremmingen die Lichter für das vorletzte bayerische Kernkraftwerk aus. Das AKW wurde zum Jahreswechsel vom Netz genommen. Nur noch Isar 2 in der Nähe von Landshut* produziert jetzt noch Strom aus dem Atom. Aber wie kann Bayern jetzt den auch zukünftig wohl nicht sinkenden Stromverbrauch decken?

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Ende der Atomkraft: Bayerns vorletzter Meiler geht vom Netz

Während draußen auf das neue Jahr angestoßen wurde, bereiteten die Mitarbeiter des AKW Gundremmingen alles für die Abschaltung vor. Für sie war es der letzte Arbeitstag in ihrem laufenden Kernkraftwerk. Jetzt werden die meisten von ihnen die kommenden Jahre damit beschäftigt sein, es Stück für Stück zurückzubauen. Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) geht dabei von höchsten Sicherheitsstandards aus. „Die Sicherheit von Mensch und Umwelt steht an erster Stelle“, sagte er am Samstag laut dpa. Weiter fuhr der Minister fort: „Jetzt kommt es darauf an, die Energiewende als Basis für den Klimaschutz erfolgreich zu gestalten. Ein zentraler Baustein für die Klimaneutralität ist der kraftvolle Ausbau der erneuerbaren Energien. Bayern ist ein Sonnenland, das wir weiter stärken wollen.“ Die Windkraft spiele aber ebenso eine Rolle bei einer erfolgreichen, klimafreundlichen Energiegewinnung.

Ebenso wie das AKW Gundremmingen gehört auch das letzte verbleibende Kernkraftwerk Isar 2 der Eon-Tochter PreussenElektra. Es läuft mit einer Leistung von 1400 Megawatt und ist für rund zwölf Prozent der Stromproduktion in Bayern verantwortlich, schreibt der BR. 500 Mitarbeiter sind im AKW beschäftigt und werden auch, wenn es am 31. Dezember 2022 abgeschaltet wird, weiterhin am Standort nahe Landshut arbeiten und den Rückbau vorantreiben. Wenn im kommenden Jahr kein Atomstrom mehr produziert wird, wie sieht es dann mit der Stromversorgung in Bayern aus?

Isar 2 bleibt noch bis Ende des Jahres in Betrieb.
Isar 2 bleibt noch bis Ende des Jahres in Betrieb. © Armin Weigel/dpa

Ende des Atomstroms bedeutet nicht gleich Energieknappheit

Einst hat der Strom aus der Kernspaltung zwei Drittel des Bedarfs in Bayern gedeckt. Jetzt sollen es die erneuerbaren Energien richten. Hier gibt es aber noch Nachholbedarf. Die Lichter werden deshalb trotzdem nicht ausgehen, weiß Detlef Fischer vom Verband bayerischer Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW). „Aber klar ist auch, dass Bayern dann für viele Jahre auf Stromimporte angewiesen ist. Wir können schon seit mehreren Jahren im Jahressaldo nicht mehr unseren Stromverbrauch mit eigenen Anlagen decken“, sagte er dem BR.

Und die Bundesnetzagentur gibt ebenfalls Entwarnung. Bayern werde in Zukunft von einem Strommix am Laufen gehalten. Der Großteil des Stroms wird dann von Gaskraftwerken und steuerbarer Energie wie Biogas- und Pumpspeicherkraftwerken erzeugt. Aber auch Kohle- und Atomstrom wird der Freistaat einkaufen müssen.

Die Ampel will bis 2030 einen Großteil des Energiebedarfs nachhaltig decken

Deshalb soll es mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zügig vorangehen, schreibt der BR. Deutschland will laut Ampelkoalition bis 2030 rund 80 Prozent des Energiebedarfs mit erneuerbarem Strom decken. In Bayern soll das die Sonne, aber auch der Wasserstoff richten. Energieminister Hubert Aiwanger (FW) will diesen zukünftig aus wüstenreichen Ländern, mit viel Sonneneinstrahlung und dementsprechend billigen Photovoltaikstrom für die Elektrolyse, beziehen. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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