Immer mehr Einbrüche in den vergangenen Jahren

Herrmann: "Ohne politische Scheuklappen" gegen Einbrecher

München/Stuttgart - Große Koalition im Kampf gegen Wohnungseinbrüche: Die Innenminister Baden-Württembergs und Bayerns wollen gemeinsam mehr für die innere Sicherheit tun.

Egal ob SPD oder CSU - im Kampf gegen Einbrecher machen die Innenminister Baden-Württembergs und Bayerns künftig gemeinsame Sache. Am 24. Juli werde in Stuttgart eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, bestätigte der Sprecher von Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) am Mittwoch einen Bericht der Ulmer „Südwest Presse“. Darin heißt es, Gall und sein bayerischer Amtskollege Joachim Herrmann (CSU) hätten sich bei einem geheimen Treffen in Kißlegg im Allgäu auf insgesamt sieben Bereiche der Kooperation geeinigt.

Einbruchszahlen steigen seit Jahren dramatisch an

Wie bundesweit auch waren in beiden Ländern die Einbruchszahlen in den letzen Jahren dramatisch nach oben gegangen. Gall und Herrmann mussten in den letzten beiden Jahren teils deutlich zweistellige Zuwachsraten verkünden. Ein Großteil der Einbrüche schrieben sie mobilen, international agierenden Banden zu, die vor allem entlang der Autobahnen auf Beutezug gingen.

Zu den Inhalten der Kooperation wollte der Gall-Sprecher am Mittwoch noch nichts sagen. Nach Angaben der „Südwest Presse“ sieht die Vereinbarung gemeinsame Fahndungen und Kontrollen vor - insbesondere auf den Verkehrs- und Fluchtwegen der Banden. Geplant seien länderübergreifende Kontrollen auch auf Autobahnen. Noch im Juli wollen die Sicherheitsbehörden relevante Ermittlungsdaten austauschen, wie das Blatt berichtet.

Innenminister Herrmann will "Ohne politische Scheuklappen" vorgehen

CSU-Mann Herrmann gehe es um die Sache, wie ein Sprecher des Innenministeriums in München sagte. Bei dem Thema sei es wichtig, „ohne politische Scheuklappen“ vorzugehen. Baden-Württemberg könne etwa von der Prognosesoftware profitieren, die in Bayern entwickelt wurde. Mit ihr lasse sich voraussagen, wo die Banden vermutlich wieder zuschlagen. Dort könnten dann die Polizeistreifen gezielt verstärkt werden. In Bayern habe das nachweislich zu Erfolgen geführt. In Gegenzug könne Bayern sicher von verschiedenen Präventionsprojekten der Polizei in Baden-Württemberg profitieren.

Jeder Wohnungseinbruch sei „ein Eindringen in den höchstpersönlichen Lebensbereich und das belastet jedes einzelne Opfer ungemein“, schrieb Baden-Württembergs Innenminister Gall in der Einladung zur Unterzeichnung des Abkommens. Gemeinsam könnten die Polizeien in Baden-Württemberg und Bayern vor allem „international agierenden Täterbanden und reisenden Intensivtätern“ entgegentreten.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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