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In einer Woche ist es wieder soweit: Dann wird der Runde Tisch zum Artenschutz erneut zusammentreten.

Interview mit Moderator Alois Glück 

Runder Tisch zum Artenschutz: Nach den guten Vorsätzen sollen jetzt Taten folgen

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Am Montag tritt der Runde Tisch zum Artenschutz erneut zusammen. Und wieder übernimmt der frühere Landtagspräsident Alois Glück die Moderation.

  • Der Runde Tisch zum Artenschutz kommt in München erneut zusammen
  • Moderiert wird der Runde Tisch erneut vom früheren Landtagspräsidenten Alois Glück
  • Im Interview sagt Glück, dass für das Thema Artenschutz in Bayern jetzt das Jahr der Umsetzung ansteht   

München – Im Gespräch erklärt der 79-Jährige, worüber er mit den teilnehmenden Verbänden sprechen will und warum er die jüngsten Bauernproteste mit gemischten Gefühlen betrachtet.

Herr Glück, Sie moderieren erneut den Runden Tisch zum Artenschutz. Warum tun Sie sich das an?

Weil mir wichtig ist, dass wir das konstruktive Gesprächsklima in Bayern aufrechterhalten. Und vor allem fühle ich eine menschliche Verpflichtung gegenüber den Bauernfamilien. Hier entwickeln sich seit einigen Jahren, und nun vermehrt, viele menschlichen Tragödien. Das bedrückt und beschäftigt mich sehr.

Artenschutz: Alois Glück sieht großen Handlungsbedarf

Über welche Themen wollen Sie am kommenden Montag mit den Teilnehmern sprechen?

Es geht vor allem darum, wie die Ergebnisse der drei Arbeitsgruppen vom Runden Tisch zu den Themen Wald, Gewässerökologie, Siedlungen und Städte nun auf den Flächen des Freistaates, der Gemeinden, Landkreise und Städte, der Kirchen und anderer Institutionen oder Firmen im nächsten Jahr konkret umgesetzt werden. Hier ist nicht weniger Umdenken, nicht weniger an Konsequenzen notwendig, als wie es viele von der Landwirtschaft fordern. Wenn ich sehe, wie die Bauhöfe der Kommunen ihre Flächen kurz rasieren und wie die Landschaft mit deutschem Ordnungssinn und Gründlichkeit ausgeräumt wurde, dann ist da viel Handlungsbedarf. Dafür braucht es viel Beratungskapazität, aber auch entsprechenden Veränderungswillen. Ein wichtiger Bereich ist dabei auch die Beratung für die Privatgärten.

Die Moderation des Runden Tisches übernimmt wieder Alois Glück. Er hofft, dass 2020 das Jahr der Umsetzung wird. 

Als Ziel für die Gespräche hat der Ministerpräsident einen „Gesellschaftsvertrag“ ausgegeben. Lässt sich das erreichen oder ist das eine Illusion?

Diese Forderung nach dem Gesellschaftsvertrag kommt vom Bauernverband und das ist richtig und wichtig. Damit wird eben nicht nur die Landwirtschaft in die Pflicht genommen. Artenschutz und Förderung der Artenvielfalt wird damit zu unserer Gemeinschaftsaufgabe. Das müssen wir begreifen, das geht uns alle an. Auf der Bundesebene geht es bei einem Gesellschaftsvertrag um eine Verständigung zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft über Rahmenbedingungen, die der Landwirtschaft eine auf Dauer naturverträgliche und substanzschonende Bewirtschaftungsweise möglich macht. Dabei geht es zentral auch um unser Verhalten als Verbraucher.

Mit welchem Ergebnis wären Sie denn zufrieden?

Das kommende Jahr muss das Jahr der Umsetzung sein. Mein Ziel ist, dass wir Ende 2020 Bilanz ziehen und uns fragen: Was haben wir geschafft? Wir müssen raus aus der Unverbindlichkeit der guten Vorsätze.

Die Grünen ärgern sich, dass sie diesmal nicht eingeladen wurden. Haben Sie dafür Verständnis?

Der Grund für diese Entscheidung des Ministerpräsidenten ist, dass es nicht um neue inhaltliche Beratungen geht, sondern um die Aufgabe, wie die Verbände und Organisationen die Ergebnisse der Arbeitsgruppen nun umsetzen. Politisch ist hier eher die Ebene der Kommunalpolitik gefragt.

Wie schlecht die Stimmung unter den Bauern ist, zeigten zuletzt die großen Traktor-Demos. Wie bewerten Sie diese Proteste?

Ich habe dabei ein sehr zwiespältiges Gefühl. Ich unterstütze den Ruf nach Beteiligung, wenn es um die Angelegenheiten der Landwirtschaft geht. Aber die Botschaften an die Öffentlichkeit sind keine gute Grundlage für den dringend notwendigen Dialog mit der Gesellschaft. Forderungen, die aufgrund der Rechtslage in der EU oder zum Beispiel wegen der zunehmenden Nitratbelastung aus dem Interesse des Gemeinwohls nicht verwirklicht werden können, führen in eine Sackgasse. Was folgt dann? Ich habe die Sorge, dass es in einer weiteren Dynamik auch zu Radikalisierungen kommt. Und wer übernimmt dann bei diesen Strukturen die Verantwortung?

Interview: Dominik Göttler

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