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Bayern bekommt erste Heimatschutz-Einheiten

München – Bayern hat sich mit seinen Plänen für eine neue Reservisten-Struktur der Bundeswehr durchgesetzt. In einem Jahr sollen in jedem Regierungsbezirk neue Einheiten aus Reservisten stationiert werden, die im Fall von Katastrophen Hilfe leisten.

Das verlautete nach einem Treffen von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Vizeadmiral Wolfram Kühn, Stellvertreter des Inspekteurs der Bundeswehr.

Unter dem Schlagwort des „Heimatschutz-Regiments“ fordert Herrmann seit Monaten bei Fachpolitikern aller Ebenen den Aufbau einer mehrere tausend Mann starken Einheit. Nun werden in einem ersten Schritt zumindest 100 bis 150 Soldaten in jedem Regierungsbezirk angesiedelt. „Bayern hat hier eine Rolle als Vorreiter“, sagte Herrmann unserer Zeitung. „Wir brauchen diese Einheiten dringend für die Katastrophenhilfe.“ Weil die neu strukturierte Bundeswehr nicht mehr im gleichen Umfang helfen könne, „müssen wir verstärkt auf die besonderen Fähigkeiten unserer Reservisten bauen“. Herrmann nennt als Beispiele Hochwasser, Waldbrände und schwere Unfälle. „Ich werde persönlich dafür werben. Auch bei den Arbeitgebern hoffe ich auf Verständnis, wenn Mitarbeiter etwa für akute Katastrophenschutz-Einsätze unabkömmlich sind.“ Kleiner Nebeneffekt: So könnte die Bundeswehr trotz der umstrittenen Umstellung auf eine Berufsarmee „einen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft haben“, wie der Minister, selbst hoher Reserve-Offizier, sagt.

Offiziell heißen sie „Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte“, Start ist Sommer 2013. Man müsse „die besten Köpfe für einen Dienst in den regionalen Reservisteneinheiten mobilisieren“, erklärt Vizeadmiral Kühn. Er will vor allem Fachleute für die Bedienung des schweren Geräts und die Spezialfahrzeuge der Bundeswehr anwerben. In Bayern, wo die Zahl der Reservisten höher ist als im Rest Deutschlands, dürfte das leichter möglich sein. Bisher bekundeten bei einer Vorabanfrage rund 1500 Reservisten Interesse. Um die Standorte der ersten Einheiten wird noch gerungen. In Oberbayern gilt laut Militärkreisen Traunstein als wahrscheinlichster Standort.

Christian Deutschländer

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