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Innenminister Joachim Herrmann.

300 zusätzliche Beamte

Mehr Polizisten: Gewerkschaft skeptisch

Nürnberg - Mehr Polizisten hat es in Bayern nie gegeben, sagt Innenminister Herrmann, der 300 neue Jobs ankündigt hat. Die Gewerkschaft glaubt aber nicht daran, dass mehr Beamte Dienst schieben.

Der Freistaat erhält in diesem Jahr unterm Strich mehr als 300 zusätzliche Polizisten. So beginnen 2013 über 1000 neue Beamte ihren Dienst in Bayern, während zeitgleich mehr als 700 Polizisten in den Ruhestand gehen, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in Nürnberg sagte. „Insgesamt bedeutet das, dass wir schon jetzt den höchsten Personalstand aller Zeiten erreicht haben“, betonte der Minister. Mit den zusätzlichen Stellen solle die Kriminalitätsrate im Land niedrig gehalten werden.

Die meisten neuen Beamten nehmen ihren Dienst im Ballungsgebiet München auf. 90 neue Stellen werden dort geschaffen. Auch in Franken kommen 88 neue Polizisten dazu. Der Innenminister will aber auch die Präsenz in den ländlichen Gebieten stärken und schrittweise „mehr Kollegen in die Fläche“ bringen. Gleichzeitig müssten die etwa 40 000 Beamten im Land in nächster Zeit aber einen Berg von 1,25 Millionen Überstunden abbauen - teilweise könnten diese auch ausbezahlt werden, sagte Herrmann: „Da ist ein gewisser Spielraum da.“

Die bayerische Polizeigewerkschaft rechnet dagegen damit, dass wegen der abzubauenden Überstunden in nächster Zeit trotz der Neueinstellungen nicht mehr Beamte auf den Straßen unterwegs sein werden: „Es kann sich maximal die Waage halten“, sagte Sprecher Rainer Nachtigall. Grundsätzlich begrüße die Gewerkschaft die konsequente Einstellung von mehr Polizisten seit einigen Jahren, mit denen Versäumnisse der Stoiber-Ära eingeholt würden. Viele Dienststellen auf dem Land würden trotz Hermanns Bekenntnissen allerdings nicht von den Zuteilungen profitieren.

Bayern ist bei der Anzahl der Straftaten sowie der Aufklärungsquote im Ländervergleich stark. Im Vergleich mit 2011 allerdings haben sich die Zahlen im Freistaat leicht verschlechtert.

dpa

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