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Die Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien sollen verbessert werden.

Verbesserung der Beziehungen

Bayern bekommt Repräsentanz in Tschechien

Lange stand der Streit über die Vertreibung der Sudetendeutschen  den Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien im Weg. Jetzt eröffnet der Freistaat eine Repräsentanz in Prag.

Auch Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs gab es zwischen den Regierungen in Prag und München eine Eiszeit. Grund war die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Insbesondere die Benes-Dekrete, die die Vertreibung und Enteignung legitimierten, waren ein großer Streitpunkt. Unter Bayerns Regierungschef Horst Seehofer (CSU) wurden die Beziehungen spürbar verbessert. Nun eröffnet der Freistaat am Donnerstag eine Repräsentanz im Nachbarland Tschechien. Die neue Vertretung in der Hauptstadt Prag soll nicht nur für Wirtschaft und Behörden Ansprechpartner sein, sondern auch für die Bevölkerung, berichtete die Staatskanzlei in München.

"Schaufenster Bayerns"

Sie diene als „Schaufenster Bayerns in Tschechien“. Damit unterscheidet sich die Vertretung von Wirtschaftsrepräsentanzen, die der Freistaat in mehr als 20 Städten weltweit unterhält. Sie kümmern sich in erster Linie um Unternehmen und Investoren.

Für die tschechische Öffentlichkeit soll es in dem historischen Stadtpalais neben Konferenzen und Diskussionsforen auch Konzerte, Lesungen und Ausstellungen geben. Für die Repräsentanz sind im Haushalt im kommenden Jahr 637 000 Euro vorgesehen. Die Miete beläuft sich nach Angaben der Staatskanzlei auf 85 000 Euro.

Zeichen der Freundschaft

Zur Eröffnung der Repräsentanz wird neben Seehofer auch der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka erwartet. Seehofer war vor vier Jahren der erste bayerische Ministerpräsident, der dem Nachbarland einen offiziellen Besuch abstattete. „Mit seiner Repräsentanz setzt Bayern auch ein sichtbares Zeichen der Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern“, erklärte Seehofer.

Der Sprecher der sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt (CSU), begrüßte die neue Vertretung. „Das ist ein weiterer Schritt bei der permanenten Verbesserung des Verhältnisses in den vergangenen Jahren“, sagte er der Mediengruppe „Straubinger Tagblatt“/„Landshuter Zeitung“ (Mittwoch). „Das Büro bedeutet noch mehr Nachbarschaftlichkeit - und je mehr Nachbarschaftlichkeit, umso besser ist das für Bayern und Böhmen, aber auch für die Sudetendeutschen.“

Grünen fordern Sprachunterricht

Der Chef der SPD-Landtagsfraktion, Markus Rinderspacher, bezeichnete die Eröffnung der Vertretung als ein „wunderbares Signal für die sich vertiefende Partnerschaft und Freundschaft“ zwischen den beiden Ländern. Auch die Grünen begrüßten die Eröffnung, forderten aber weitere Schritte wie mehr tschechischen Sprachunterricht. Es gebe auf bayerischer Seite „immer noch viel zu wenige, die die tschechische Sprache lernen“, meinte Fraktionsvorsitzende Margarete Bause. Beide Oppositionspolitiker kritisierten nochmals die Politik von Seehofer-Vorgänger Edmund Stoiber. Der damalige CSU-Chef hatte sich stets geweigert, als Ministerpräsident offiziell nach Prag zu reisen.

dpa

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