Spektakuläre Wende bei vermeintlichem Familiendrama in Starnberg: Sohn wohl doch nicht der Täter

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Es wird immer voller, und zwar nicht nur beim Einkaufen in der Münchner Fußgängerzone.

Die Wohnungen bleiben die Achillesferse 

Der Bayern-Boom geht weiter - doch wie lange noch?

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Es ist das gewohnte Bild: Mehr Einwohner, mehr Arbeitsplätze, mehr Pendler – zu wenig Wohnungen. Wie lange geht das noch gut? 

München - Es ist das gewohnte Bild: Mehr Einwohner, mehr Arbeitsplätze, mehr Pendler – zu wenig Wohnungen. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München hat Daten zur Region veröffentlicht, die die Frage nach den Grenzen des Wachstums geradezu provozieren. Hier die Einzelheiten.

Bevölkerung: Die Einwohnerzahl steigt in allen acht Landkreisen sowie der Landeshauptstadt ungebrochen. Das zeigen zwei Vergleiche: Zum einen kletterte die Bevölkerungszahl im Zehn-Jahres-Vergleich 2007/2017 um 260 000 (9,9 Prozent). Den Rekord stellte der Landkreis Dachau auf (plus 12,1 Prozent), gefolgt vom Landkreis Ebersberg (11,4 Prozent) und der Stadt München (11 Prozent). Aber auch das Wachstum seit Ende 2017 ist ungebrochen. Das zeigen die neuesten verfügbaren Zusatzdaten von Ende September 2018, die vom Landesamt für Statistik stammen (siehe Grafik). In fast jedem der acht Landkreise kamen in nur neun Monaten über 1000 Einwohner dazu, im Landkreis Fürstenfeldbruck zum Beispiel 1488 Bürger, im Kreis München 1502 und im Kreis Erding 1155. Die Stadt München wuchs sogar um über 10 000 Einwohner – ein Zuwachs in der Größenordnung einer Kleinstadt in nur neun Monaten.

Der Bayern-Boom geht weiter - doch wie lange noch?

Die Bevölkerungszahlen: Vergleich Ende 2012 - September 2018.

Arbeitsplätze: Ein Grund für das Wachstum ist die Zahl der Arbeitsplätze. Die Zahl der Erwerbstätigen ist in der Region von 2007 bis 2017 um gut 19 Prozent gestiegen, liegt also noch weit über dem Zuwachs an Einwohnern (9,9 Prozent).

Pendler: Mehr Arbeitsplätze – mehr Pendler, dieser Zusammenhang ist eindeutig mit all den negativen Folgen für Straßenverkehr und S-Bahn. Dass die Klagen hierüber keine inhaltsleeren Floskeln sind, sieht man an zwei Vergleichen. Im Jahr 2007 pendelten knapp 120 000 Münchner täglich über die Stadtgrenze hinaus zu ihren Arbeitsplätzen. 2017 waren es 58 000 mehr – gut 178 000. Auch die Zahl der sogenannten Einpendler, also Nicht-Münchner, die zum Arbeitsplatz nach München fahren, nahm stark zu. 2007 waren es 309 000, 2017 aber schon 383 000.

Bayern: Der Boom geht weiter - aber bei den Wohnungen drückt der Schuh

Wohnungen: Die Achillesferse des Wachstums ist der Wohnraumbedarf. 2017 wurden in der gesamten Region München knapp 14 000 Wohnungen fertiggestellt. Immerhin: „So viele waren es in den vergangenen zehn Jahren nicht“, wie Daniel Gromotka vom Planungsverband erklärt. „Dennoch reichen die Wohnungen in der Stadt und der Region München nicht aus, um die wachsende Bevölkerung langfristig mit Wohnraum zu versorgen.“

Abiturabschlüsse: Die Region München wird nicht nur immer voller, sondern zumindest auf dem Papier auch schlauer. Die Zahl der Abiturabschlüsse hat sich von 2007 bis 2017 um 7,7 Prozent erhöht. Spitzenreiter ist der Landkreis München, wo mittlerweile fast die Hälfte (47,5 Prozent) aller Schulabgänger das Abitur in der Tasche hat. In einzelnen Gemeinden wie Grünwald wechseln mittlerweile drei von vier Grundschülern nach der vierten Klasse aufs Gymnasium. 

Die Zahl der Schüler mit Mittelschulabschluss liegt im Landkreis München bei mageren 11,8 Prozent. Die Zahlen für weitere Landkreise: Starnberg 40,8 Prozent mit Abitur, 12,9 Prozent Mittelschule, Fürstenfeldbruck 39,67 Prozent mit Abitur, 15,1 Prozent Mittelschule. Ganz anders dagegen die Lage im Landkreis Dachau, wo die Abiturientenquote mit 26,5 Prozent viel geringer ist. Hier hat die Mittelschule (26,4 Prozent) noch einen ebenso großen Stellenwert, die meisten (40,8 Prozent) sind indes Realschul-Abgänger. 

Lesen Sie auch: Bei der Kommunalwahl im März 2020 wird die „München-Liste“ antreten. Die Gruppierung stemmt sich gegen das vehemente Wachstum in der Landeshauptstadt.

Dirk Walter

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