Rathaus mit Prinz-Albert-Denkmal auf dem Marktplatz in Coburg
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Stadt- und Landkreis Coburg, mit Deutschlands höchster Inzidenz, bekommt über 3000 extra Corona-Impfdosen.

Beschluss des Ministeriums

Mehr Impfdosen für Corona-Hotspot Nummer 1: Bayerische Stadt profitiert nach Kritik des Bürgermeisters

  • Raffael Scherer
    vonRaffael Scherer
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Da der Corona-Inzidenzwert in Coburg Deutschlands höchster ist, bekommen Landkreis und Stadt 3200 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson. 

Coburg - Das bayerische Gesundheitsministerium hat beschlossen, dass Landkreis und Stadt Coburg insgesamt 3200 zusätzliche Impfdosen erhalten sollen. Bereits Mitte Mai sollen die Dosen des Vakzins vom Hersteller Johnson & Johnson geliefert werden. Das teilte laut der Coburger Website der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) in einem Schreiben an Coburgs Landrat Sebastian Straubel (CSU) und Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) mit.

Die beiden hatten bereits vor etwa zwei Wochen gemeinsam mit anderen Politikern mehr Impfstoff von dem Ministerium für die oberfränkische Region zur Bekämpfung des Coronavirus* gefordert. Oberbürgermeister Sauerteig hofft, dass dieses Sonderkontingent an Impfstoff Coburg auf den Weg bringe, Handel, Gastronomie und Kultur wieder öffnen zu können: „Wir alle haben das Eingesperrt-Sein satt“, so Sauerteig. Es sei „nicht hinnehmbar“ gewesen, dass Stadt und Landkreis Coburg bei den Impfungen benachteiligt worden sei, aber „zugleich vom Freistaat Verschärfungen der Corona-Regeln in der Stadt gefordert wurden“, so der Oberbürgermeister.

Corona in Coburg: Stadt hat deutschlandweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz: „Schlimmes Zeichen“

Die Stadt Coburg hat aktuell (Stand 14. Mai) laut Robert-Koch-Institut* eine Sieben-Tage-Inzidenz* von 284,9 - der höchste Wert in ganz Deutschland. Zu dieser enormen Zahl gab laut infranken.de der Oberbürgermeister in einer Pressemitteilung bekannt: „Das ist ein schlimmes Zeichen. Ich fühle mich an die Zeit im Spätherbst erinnert, als sich die Stadt Coburg sehr lange gut gehalten hatte, dann aber doch hohe Infektionsraten hinnehmen musste, wie sie vorher schon in den umliegenden Landkreisen zu verzeichnen waren.“ Im Landkreis Coburg liegt der Inzidenzwert dagegen bei 208,7.

Ungeduld bei Coburgs Einwohnern könne er gut verstehen heißt es weiter, denn auch er habe keine Lust mehr auf „Durchhalteparolen“. Er sehne sich ebenso danach, am Feierabend wieder Freunde zu treffen. „Es bleibt uns aber nichts Anderes übrig, als dass wir nun noch ein klein wenig die Zähne zusammenbeißen und uns zurückhalten“, sagt Sauerteig. Er hofft, dass durch genügend Disziplin aller Bürger der deutschlandweite Abwärtstrend bei den Inzidenzzahlen auch bald Coburg „erfasse“.

Corona in Coburg: Sonderlieferung an Impfstoff rückt „Schiefstand etwas zurecht“

Mithilfe der 3200 Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson* werde der „Schiefstand etwas zurechtgerückt“ erklärt er und dankt den Beteiligten, die sich für mehr Impfstoff in Coburg einsetzten. Grund für die bisher vergleichsweise eher niedrige Impfquote Coburgs im Freistaat sei, dass viele andere Impfzentren bereits Sonderkontingente erhalten hätten, Coburg aber nicht. Außerdem sei entscheidend, dass in anderen bayerischen Regionen eine höhere „Ärztedichte“ herrsche und somit auch durch Hausärzte bisher mehr Impfungen vorgenommen werden konnten.

Die Stadt verweist auf den Vorteil des Impfstoffs, dass bei der Verabreichung von Johnson & Johnson nur eine Impfung für vollen Schutz nötig ist. Diese vom Gesundheitsministerium - laut Sauerteig „Endlich - möchte ich betonen“ - zugesagten Dosen, könnten einen Lichtblick für Stadt und Landkreis in der Bekämpfung der Corona-Pandemie bedeuten.

Corona in Coburg: Impfung aus Sonderkontingent nur mit vorheriger Registrierung möglich

Diese Sonderzuteilung sei in erster Linie für über 60-Jährige aus Stadt oder Landkreis Coburg* gedacht, wie von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Interessierte müssten sich für eine Impfung mit verpflichtendem Termin registrieren: Dazu ist unter anderem das Ausfüllen eines Online-Formulars notwendig.

Außerdem muss sich jeder Interessierte, wenn noch nicht geschehen, beim bayerischen Impfportal BayIMCO registrieren. Soweit noch Impfstoff verfügbar ist, folgt daraufhin ein Anruf zur Terminvergabe. Wer keine Möglichkeit zur Online-Registrierung hat, kann ab Montag, 17. Mai, auch telefonisch unter 09561-7334730 einen Termin – ausschließlich für diese Sonder-Impfung mit Johnson & Johnson – vereinbaren. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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