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Johnson & Johnson: Booster-Sonderregel für das Vakzin sorgt für Unmut - „Fliegt mir jetzt um die Ohren“

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Von: Leyla Yildiz

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Auf einem Tisch liegen Spritze, Pflaster und der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson.
Eine weitere Spritze nach der ersten Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson reicht nicht aus, um als geboostert zu gelten. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Geboosterte Menschen sind in Bayern im Rahmen von 2G-plus von der Testpflicht befreit. Doch eines der Vakzine hat dabei Nachteile. Das sorgt für Unmut.

München - Seit dem 15. Dezember ist die Regelung im Freistaat nun in Kraft, dass geboosterte Menschen bei 2G-plus keinen Test mehr vorlegen müssen, wenn sie bestimmte Einrichtungen besuchen wollen. Beispielsweise in Kinos, Tierparks oder Schwimmbädern. Einzige Voraussetzung: Die dritte Impfung muss bereits 14 Tage her sein, damit die Testpflicht für Geimpfte und Genesene wegfällt.

Doch nun kommt es bei einem Impfstoff zu Problemen. Während es bei den mRNA-Vakzinen von Biontech und Moderna Standard ist, zur Grundimmunisierung zwei Spritzen zu erhalten, reicht bei dem der Firma Johnson & Johnson (Handelsname Janssen) nur eine Gabe. Schlussfolgernd sollte dann jeder mit der zweiten Impfung als geboostert gelten. Aber: Fehlanzeige.

Bayern: Booster bei Johnson & Johnson-Geimpften - Zweite Spritze ist nur Optimierung des Impfschutzes

Denn laut der ständigen Impfkommission (Stiko) ist die zweite Spritze nach vier Wochen nichts anderes als eine „Optimierung des Impfschutzes“ - sprich kein Booster. Konkret heißt es in der Empfehlung: „Bei der COVID-19 Vaccine Janssen ist laut Zulassung für die Grundimmunisierung eine Impfstoffdosis ausreichend. Allerdings empfiehlt die STIKO hier eine Optimierung des Impfschutzes durch eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis.“ Auf diese Empfehlung stützt sich das bayerische Gesundheitsministerium laut eines Berichts von nordbayern.de.

Somit müsste jeder Johnson & Johnson-Geimpfte eine dritte Impfung erhalten, um als geboostert zu gelten. Das sorgt natürlich für Unmut bei den Betroffenen. Wie nordbayern.de berichtet, hatte sich eine Fränkin im Sommer mit dem Vakzin impfen lassen. „Es hieß, geht so schnell wie möglich impfen, es gibt drei sichere Impfstoffe“, erklärt sie. „Dass ich Johnson & Johnson bekommen habe, lag nicht in meinem Ermessensspielraum und fliegt mir jetzt um die Ohren.“

Bayern: Booster für Johnson & Johnson-Geimpfte erst nach der zweiten Impfung

Mit nur einer Dosis hatte sie sich laut des Berichts eigentlich ausreichend geschützt gefühlt, doch das Aufkommen der Mutationen und die darüber vorherrschenden Diskussionen, haben sie zum Nachdenken über eine Auffrischung gebracht. „Statt im Januar die Boosterimpfung zu bekommen, wovon ich ausgegangen bin, gehe ich erst zur zweiten Impfung.“ Sie hat die große Befürchtung, irgendwann als ungeimpft dazustehen - gegen ihren Willen. Hinzu kommt, dass sie sich schlecht informiert und überrumpelt fühlt.

Zu einem großen Problem wird es auch, da die meisten nicht genau wissen, was nun gilt. Wie nordbayern.de berichtet, sind viele Unternehmer aus dem Freizeitbereich verwirrt. Von den örtlichen Gesundheitsämtern hätten sie widersprüchliche Vorgaben erhalten, was die Kontrollen von Johnson & Johnson-Geimpften angeht. Eine zweite Spritze sei manchmal ausreichend und manchmal eben nicht. (ly) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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