Eine achtzigjährige wird im Impfzentrum des Landkreises Harz geimpft.
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Bayerns Unternehmen sind bereits beim Impfen loszulegen. (Symbolbild)

Warten auf das Startsignal der Regierung

Bayerns Firmen sind bereit für die Corona-Impfung: Mehrere tausende Mitarbeiter könnten davon profitieren

Die großen bayerischen Unternehmen stehen in den Startlöchern: In Kürze sollen zehntausende Beschäftigte gegen das Coronavirus immunisiert werden. Ein Überblick.

München - In vielen bayerischen Firmen laufen seit Wochen die Vorbereitungen, die eigene Belegschaft gegen Sars-CoV-2 zu impfen. Zum einen gibt es ein Modellprojekt: Ministerpräsident Markus Söder* (CSU) hat für eine begrenzte Zahl an Unternehmen 50.000 Dosen angekündigt – für Erst- und Zweitimpfungen. Bei dem Modellprojekt gehe es darum, „die Organisation und Abläufe in den Betrieben zu erproben und zu verbessern“. Noch ist aber nicht klar, wer an dem Projekt teilnehmen darf. Unabhängig davon arbeiten die Firmen an eigenen Impfprogrammen, hier wollen sie sich an die von der Bundesregierung vorgesehene Impfreihenfolge halten. Das bedeutet auch: Wenn Ende Mai, wie von der Staatsregierung geplant, die Impfpriorisierung* in Bayern fällt, könnten die Belegschaften der Firmen durchgeimpft werden.

Corona: Bayerns Firmen sind bereit, mit dem Impfen loszulegen

Allianz: Der Münchner Versicherungskonzern Allianz ist bereit: „Unsere 27 Impfstraßen an 15 zentralen, großen Betriebsstätten bundesweit werden ab der zweiten April-Hälfte startklar sein“, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Als Mitglied der „Bayerischen Impfallianz“ sei die Allianz (40.000 Mitarbeiter) aktuell mit den Behörden im Austausch, ob man bei dem bayerischen Modellprojekt dabei sei.

BMW: BMW-Vorstandschef Oliver Zipse hat Mitte März die Errichtung von eigenen Impfstraßen angekündigt. Damals ging Zipse davon aus, im Mai starten zu können. Ziel war es, alle Beschäftigten innerhalb von vier bis fünf Wochen zu impfen. Ende März hieß es von BMW*, der Starttermin sei abhängig von der ausreichenden Impfstoffverfügbarkeit für Betriebsärzte. BMW befinde sich im Austausch mit den staatlichen Stellen und werde sich in die vorgegebene Priorisierung einreihen.

Siemens: Siemens (115.000 Mitarbeiter in Deutschland) bereitet Impfungen durch seine Betriebsärzte vor und verweist auf seine Erfahrungen mit der Grippeschutzimpfung. 

Munich Re: Der Rückversicherer Munich Re prüft derzeit die Machbarkeit eines betrieblichen Impfzentrums am Campus, so ein Unternehmenssprecher. Sollte sich der Betrieb eines Impfzentrums als nicht sinnvoll erweisen – weil beispielsweise zu wenig Impfstoff oder zu wenig Personal zur Verfügung stehen – plant der Konzern eine Impfaktion „analog der jährlichen Grippeimpfaktion im Betriebsarztzentrum“. Am Standort München arbeiten für Munich Re rund 3500 Menschen.

Corona: Mehrere tausend Mitarbeiter könnten von einer Impfung im Betrieb profitieren

Knorr-Bremse: Beim Münchner MDax-Unternehmen Knorr-Bremse arbeite man „unter Hochdruck an den Vorbereitungen zukünftiger Inhouse-Impfungen am Standort München“, so ein Sprecher. Im Falle einer Freigabe des Impfstoffs an private Unternehmen beabsichtige man, allen 30.000 Mitarbeitern ein Impfangebot zu unterbreiten.

MAN: Für die 20.000 MAN-Mitarbeiter in Deutschland gilt die Ansage: „Unser Unternehmen unterstützt das Ansinnen, so schnell wie möglich so viele Menschen wie möglich zu immunisieren“, so Oliver Breitkopf, leitender Werksarzt. Daher sei es konsequent, dass man Impfungen für alle Mitarbeiter anbieten werde, sobald dies möglich sei. Alle Vorbereitungen seien abgeschlossen, man habe Kühlmöglichkeiten eingerichtet und benötigtes Material beschafft.

Infineon: Infineon will den Beschäftigten eine Impfmöglichkeit anbieten, sobald die Betriebsärzte in der Impfstrategie einbezogen sind, wie ein Sprecher des MDax-Unternehmens aus Neubiberg erklärte. Die Möglichkeiten für ein betriebliches Angebot von Covid-19-Impfungen würde bei Infineon geprüft und vorbereitet. „Bekanntermaßen können wir als Unternehmen keine Corona-Impfstoffe* erwerben, entsprechend sind wir auf die Zuteilung von Impfstoffen angewiesen.“

Video: Coronavirus - das Leben nach der Impfung

Corona: Unternehmen warten darauf, dass ihnen Impfstoff zugeteilt wird

Audi: Die Ingolstädter Autobauer Audi (59.000 Beschäftigte) wäre gern beim bayerischen Modellprojekt dabei. Audi ist aber schon jetzt bereit, „sobald die Impfstoffversorgung und die geltende Impfreihenfolge dies erlauben, in den Gesundheitszentren und Sanitätsstellen in Ingolstadt* und Neckarsulm kurzfristig den Impfbetrieb aufzunehmen“.

Grob: Der Maschinenbauer Grob in Mindelheim (6200 Beschäftigte) hat eine eigene Prioritätenliste erstellt: Erst sollen alle geimpft werden, die viel unterwegs sind – im Ausland oder auf Baustellen – dann folgen Vertrieb, Büro- und Produktionsbereiche.

HypoVereinsbank: Das Impfkonzept der in München ansässigen HypoVereinsbank sieht vor, innerhalb von vier Wochen an rund 15 Standorten in Deutschland etwa 20 Impfstraßen einzurichten. Sobald Impfstoff da sei, sollen 12.000 Beschäftigte profitieren. „Das entsprechende medizinische Equipment steht zur Verfügung, die baulichen Maßnahmen werden derzeit umgesetzt“, sagte HVB-Vorstandsmitglied Boris Scukanec Hopinski. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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