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Corona-Schulgipfel: Das sind die Ergebnisse - „Schule nicht offen halten für die Wirtschaft“

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Von: Dirk Walter, Thomas Eldersch

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Die Lage an Bayerns Schulen ist wegen Corona angespannt. Bei einem Schulgipfel wurde diskutiert, wie es weitergeht. Kultusminister Piazolo stellte nun die Ergebnisse vor.

Update 11.30 Uhr: Die Pressekonferenz ist jetzt beendet. Das Fazit des Schulgipfels fällt gemischt aus. In vielen Bereichen blieb Kultusminister Piazolo unkonkret - beispielsweise wie mit Leistungserhebungen umgegangen werden soll. Sicher ist jedoch, dass die Schulen aufgerüstet werden. CO2-Ampeln sollen flächendeckend kommen. Auch am Präsenzunterricht hält der Kultusminister, soweit es das Infektionsgeschehen zulässt, fest. Eine entscheidende Neuerung aus dem Gipfel ist jedoch, dass zukünftig jede Schule einzeln betrachtet werden soll. Das jeweilige Gesundheitsamt entscheidet dann individuell, welche Maßnahmen an den Bildungseinrichtungen notwendig sind.

Update 11.21 Uhr: Eine 14-Tage-Quarantäne-Regel für Schüler und Lehrer gilt nicht unumstößlich. Gesundheitsämter können hier individuell agieren. Eine kürzere Quarantänezeit wäre für Piazolo aber wünschenswert. Denn wenn vor allem Lehrer in Quarantäne müssen, dann sind auch viele andere Schulklassen betroffen. Hier sollte es aber eine Regelung länderübergreifend geben, so der Kultusminister.

Update 11.06 Uhr: Zum Thema Raumluftreinigungsgeräten gibt es kein einheitliches Bild. Auch unterschiedliche Bedingungen vor Ort haben einen Einfluss auf die Sinnhaftigkeit der Geräte. Mehrheit der Wissenschaftler sind jedoch der Meinung, dass bei guter Lüftung sind die Raumluftreiniger nicht notwendig. Dennoch plant das Kultusministerium 50 Millionen für CO2-Ampeln in jedem Klassenzimmer einzuführen, die anzeigen, wann gelüftet werden muss. Wo eine ausreichende Lüftung nicht möglich ist, sollen Luftreinigungsgeräte zum Einsatz kommen.

Verfolgen Sie das Corona-Geschehen in Bayern in unserem aktuellen News-Ticker.

Corona-Schulgipfel: CO2-Ampeln und Luftreinigungsgeräte sollen kommen

Update 11 Uhr: Piazolo hofft, dass man Schritt für Schritt die Kritikpunkte aufnehmen und dann abarbeiten kann. Er streitet auch ab, dass Schulen nicht offen gehalten werden, damit die Wirtschaft weiter laufen kann. Ihm gehe es um die Bildung. Er weiß um die Vorteile des Präsenzunterrichts.

Update 10.50 Uhr: Es gibt immer zwei Seiten die betrachtet werden müssen, so der Kultusminister. Auf der einen Seite steht die Bildung auf der anderen - in Corona-Zeiten - die Sicherheit. Mit CO2-Ampeln und Luftreinigungsgeräten steht Bayern in Deutschland fast alleine da. Piazolols Fazit für die ersten acht Wochen.: „Sicher ruckelt es an manchen Stellen, aber die Herausforderungen sind gut gemeistert worden.“

Update 10.46 Uhr: Die Maskenpflicht wird weiter ein entscheidender Punkt der Infektionsbekämpfung an den Schulen bleiben. „Es wird kein normales Schuljahr“, sagt Piazolo immer wieder. Wichtig für den Kultusminister ist das Thema Fairness. Vor allem bei den Leistungserhebungen mussten und müssen in diesem Schuljahr Anpassungen gemacht werden. Können jetzt noch nicht sagen, wie die Prüfungen im Mai aussehen werden, so der Minister.

Corona-Schulgipfel: Gesundheitsämter entscheiden zukünftig für jede Schule einzeln

Update 10.42 Uhr: Ein Vorhaben aus dem Gipfel ist, die Schulen offen halten. Deshalb sollen die Schulen einzeln betrachtet werden. Es kommt dann nicht mehr auf den Infektionsstand im Landkreis an. Gesundheitsämter sind jetzt angehalten im Einzelfall zu entscheiden.

Update 10.36 Uhr: Piazolo freut sich, dass man auf dem Schulgipfel in einer großen Runde zusammenkam. Es gab dabei viele unterschiedliche Positionen, die emotional vorgebracht wurden, sagt der Kultusminister. Die Forderung nach eine Planung für das ganze Schuljahr kann nicht erfolgen, da immer nachjustiert werden muss. Es ändern sich die Voraussetzungen zu schnell.

Update vom 5. November, 10.28 Uhr: Die Pressekonferenz mit Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) beginnt. Er zieht eine Bilanz nach acht Wochen Schulunterricht. Wollten das Schuljahr so regelhaft wie möglich ablaufen lassen. Piazolo freut sich, dass Präsenzunterricht größtenteils durchgeführt werden konnte.

Corona-Schulgipfel: Bayerischer Elternverband schickt Brandbrief an Piazolo

(Erstmeldung) München – Es war ein Online-Schulgipfel mit Begleitmusik. Schon im Vorfeld hatten Schülervertreter in einem offenen Brief von überfüllten Schulbussen berichtet und von Klassenzimmern ohne Luftfilter. Der Bayerischen Elternverband (BEV) forderte in einem Brandbrief an Kultusminister Michael Piazolo (FW) ein sofortiges Umsteuern angesichts der Benachteiligung von Kindern aus bildungsfernen Familien und IT-Problemen. Piazolo sprach von einem „befremdlichen“ Vorgehen.

Corona-Schulgipfel: Stufenplan des Kultusministeriums wird abgeschafft

Bei dem Schulgipfel gestern mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und dem Kultusminister hatten sich die Gemüter etwas beruhigt, worüber alle sehr froh waren, wie Beteiligte berichten. „Der scharfe Ton in der jetzigen Phase macht doch alle nur wahnsinnig.“ Auch die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Simone Fleischmann, lobte demonstrativ den „sehr ernsthaften Dialog“. Vor kurzem schlug die Verbandschefin noch einen deutlicheren Ton an.

Konkrete Entscheidungen gab es gestern noch nicht. „Allen Beteiligten des Schulgipfels heute ist klar: Dies wird kein normales Schuljahr“, erklärte Piazolo hinterher. „Dennoch stellen wir den Präsenzunterricht solange irgend möglich sicher.“ Erneut verwies der Minister während des Schulgipfels auf die Gesundheitsämter, die lokal das letzte Wort hätten. Sicher ist: Der Stufenplan des Ministeriums, der nur für die (längst überall überschrittenen) Inzidenzwerten* von 35 und 50 Regelungen zutrifft, wird eingestampft. Offenbar soll es auch keinen Ersatz geben. Der Wunsch mancher Eltern und Lehrer nach einem bayernweit einheitlichen Vorgehen wird so schnell nicht in Erfüllung gehen.

Corona-Schulgipfel: Lehrer sollen FFP2-Masken freiwillig tragen

Noch unscharf blieb die Diskussion über eine Entschlackung von Lehrplänen während der Corona*-Pandemie (von Elternverbänden gefordert). Auch bei der Frage, ob er Prüfungen erlassen wird, blieb Piazolo unkonkret. Bewegungen gibt es indes bei der Anschaffung von FFP2-Masken, die vom Bayerischen Philologenverband für alle Lehrer gefordert wurden. Söder gab keine definitive Zusage, sicherte aber Gesprächsbereitschaft zu. Denkbar ist, dass es bestimmte Kontingente für Schulen gibt, die Lehrer die Masken aber nur freiwillig tragen sollen. Mancher Beteiligter am Schulgipfel war damit nur halb zufrieden: „Bezüglich der Dienstgeräte und FFP2-Masken für Lehrkräfte hätten wir uns klarere Aussagen gewünscht, aber es wurden zumindest weitere Gespräche zugesagt“, erklärte Philologenchef Michael Schwägerl hinterher. Auch bei dem Kauf von Luftreinigern soll es Bewegung geben. Am Donnerstag (5. November) will Kultusminister Piazolo über weitere Details des Gipfels unterrichten.

Lehrer sollen auf Wunsch FFP2-Masken bekommen.
Lehrer sollen auf Wunsch FFP2-Masken bekommen. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Zeit drängt – denn die Gefahr weiterer Schulschließungen ist hoch. Schon im bisher laufenden Schuljahr waren in Bayern mehr als 40.000 Schülerinnen und Schüler in Corona*-Quarantäne. Damit konnten mehr als 2,5 Prozent aller Schüler nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, wie die Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion ergibt. Die erfassten Fälle reichen vom Schuljahresbeginn bis zum 26. Oktober. Die Gründe für die Quarantäne sind unterschiedlich – etwa ein positiver Test oder ein Verdachtsfall. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Horst Arnold forderte angesichts der Zahlen ausreichend digitale Endgeräte wie Tablets oder Laptops für den Distanzunterricht. (dw/we) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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