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Corona-Exit: Söder fordert drastische Schritte - Zahlen zu Kinder-Infektionen lassen aufhorchen

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Von: Katarina Amtmann

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sorgte mit seinen Aussagen zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht für Aufregung.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. © Sven Hoppe/dpa

Markus Söder will in der Corona-Pandemie den „Einstieg in den Ausstieg“. Der CSU-Chef hat vor der Bund-Länder-Runde klare Forderungen. Alle News im Ticker.

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Update vom 14. Februar, 16.20 Uhr: Seit Beginn des laufenden Schuljahres im September hat sich in Bayern etwa jedes vierte junge Schulkind mit Corona infiziert. Das ergibt sich aus den vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit veröffentlichten Inzidenzzahlen. Keine andere Altersgruppe ist demnach stärker betroffen. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ist es mehr als das Doppelte.

Basis der Berechnung sind die wöchentlich vom LGL veröffentlichten Inzidenzen nach Altersgruppen. Addiert man sie auf, lässt sich aus ihnen die Häufigkeit von Infektionen in den Altersgruppen errechnen. Das Verfahren hat zwar den Schwachpunkt, dass es Mehrfachinfektionen bei einzelnen Personen nicht berücksichtigt, Epidemiologin und Statistikerin Ursula Berger aus der Covid-19 Datenanalyse Gruppe der LMU hält es dennoch für einen brauchbaren Weg, um eine Abschätzung des Anteils der seit Schuljahresbeginn infizierten Kinder zu erreichen.

Corona in Bayern: Jedes vierte junge Schulkinder seit Schuljahresbeginn hatte bereits Corona

Einerseits sei in dieser Zeit an den Schulen durchweg getestet worden. Andererseits sei der Anteil der Kinder, die sich innerhalb dieses relativ kurzen Zeitraums mehrfach angesteckt hätten und daher auch mehrfach gezählt würden, vermutlich gering, sagt sie. Auch Alterungseffekte, also dass ein Teil der Kinder aus der Gruppe während des Betrachtungszeitraums älter als elf Jahre wird und damit aus der Gruppe herausfällt, während andere Kinder von unten nachrücken, hält sie in dieser Betrachtung für eher unbedeutend. „Ich glaube nicht, dass das hier viel ausmacht“, sagt die Expertin. „Mit einer gewissen Unsicherheit muss man immer rechnen“, betont Berger. So gebe es auch immer eine Dunkelziffer von unerkannten Fällen oder solchen, die in den Herbst- und Weihnachtsferien durchgerutscht sind.

Seit Schuljahresbeginn errechnet sich für die Altersgruppe der Sechs- bis Elfjährigen, mit aufaddierten Inzidenzen ein Anteil von 27,4 Prozent infizierter Kinder. Selbst wenn man mögliche Mehrfachinfektionen abzieht, ergibt das einen Wert im Bereich eines Viertels dieser Gruppe - auch weil mit 17,4 Prozent der Großteil der Infektionen auf die relativ kurze Zeitspanne ab Kalenderwoche eins entfällt. Die am zweitstärksten betroffene Altersgruppe ist ebenfalls im Schulalter: Bei den 12- bis 15-Jährigen sind es knapp 22 Prozent seit Schuljahresbeginn, davon 13,5 Prozent seit der ersten Kalenderwoche. Dahinter folgt die Gruppe 16 bis 19 mit 18,9 Prozent im laufenden Schuljahr.

Corona in Bayern: Nächste Bund-Länder-Runde am Mittwoch

Update vom 14. Februar, 13.25 Uhr: Am Mittwoch steht die nächste Bund-Länder-Runde zur Corona-Pandemie auf dem Plan. Markus Söder hatte bereits vorab eine Exit-Strategie gefordert (siehe Erstmeldung). Auf Twitter legte er nun nach: „Der Bund muss bei der MPK eine klare Aussage treffen, wie es mit der epidemischen Notlage von nationaler Tragweite im März weitergehen soll.“ Der CSU-Chef fordert: „Es braucht zumindest noch Schutzmaßnahmen wie Masken und Abstand. Zudem eine Notfall-Strategie gegen mögliche neue Wellen und Mutationen.“

Inzidenz in Bayern sinkt - Melde- und Testsystem überlastet?

Update vom 14. Februar, 7.44 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz* in Bayern ist erneut gesunken - wobei die Aussagekraft der Daten derzeit eingeschränkt ist. Das Robert Koch-Institut (RKI*) gab den Wert am Montagmorgen mit 1772,0 an (Stand: 3.19 Uhr). Am Vortag lag der Wert bei 1798,3. Es ist schwer zu beurteilen, ob das wirklich eine Wende im Infektionsgeschehen bedeutet. Es könnte auch sein, dass der Inzidenzrückgang nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen widerspiegelt, sondern Folge eines überlasteten Melde- und Testsystems ist.

Die Zahl der Neuinfizierten lag am Montag bei 17.457, hinzu kamen 3 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Am höchsten waren die Sieben-Tage-Inzidenzen in den Landkreisen Eichstätt (3539,1), Straubing-Bogen (2858,1) und Regen (2705,9). Unter einer Inzidenz von 1000 lagen sechs Städte und Landkreise.

Auf den Intensivstationen stieg die Zahl der Corona-Patienten in den vergangenen Tagen leicht: Das Divi-Intensivregister meldete am Montag (Stand 6.05 Uhr) 351 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, eine Woche zuvor waren es noch 328. 163 von ihnen mussten invasiv beatmet werden.

Ende der Kontaktbeschränkungen? Söder fordert stufenweise Exit-Strategie – CSU-Chef mit klaren Forderungen

Erstmeldung vom 14. Februar, 6.36 Uhr: München - Ist der Omikron-Gipfel bald überwunden, können jetzt tatsächlich die Corona*-Regeln gelockert werden? Am Mittwoch beraten Bund und Länder wieder zur aktuellen Lage in der Pandemie. Markus Söder hat klare Vorstellungen über das weitere Vorgehen - und klare Forderungen an die Ampel.

Bund-Länder-Runde zu Corona am Mittwoch: Söder fordert „Einstieg in den Ausstieg“

Bayerns Ministerpräsident fordert vor der Bund-Länder-Runde am Mittwoch eine stufenweise Exit-Strategie aus den Corona-Beschränkungen. „Wenn der Omikron-Peak erreicht und das Gesundheitssystem weiterhin intakt ist, braucht es den Einstieg in den Ausstieg“, sagte Söder der Deutschen Presse-Agentur in München. Ähnlich hatte er sich bereits bei einer Pressekonferenz vor genau einer Woche geäußert.

Der CSU-Chef plädierte für einen Stufenplan, um die Corona-Regeln schrittweise zurückzufahren. Zugleich forderte er eine länger gültige gesetzliche Grundlage für Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht und Abstandsregeln sowie eine Notfall-Strategie für mögliche neue Wellen.

„Am Mittwoch dürfen Entscheidungen nicht vertagt werden. Jetzt ist die Zeit für Weichenstellungen gekommen - nicht überstürzt, aber stufenweise“, sagte Söder. Die Ampel müsse nun ihre Pläne offenlegen.

Corona-Maßnahmen: Söder fordert Stufenplan

„Für den Ausstieg braucht es einen Stufenplan“, betonte Söder weiter. „Als erstes kann 2G im Handel bundesweit abgeschafft und in der Gastronomie von 2G plus auf 2G umgestellt werden. Zudem sollten bundesweit mehr Zuschauer zugelassen werden: 50 Prozent im Sport mit einer begrenzten Höchstzahl und 75 Prozent in der Kultur.“ In Bayern hatte Söder die Corona-Regeln zuletzt bereits entsprechend gelockert.

Ende der Corona-Kontaktbeschränkungen? Söder hat klare Meinung

Zudem forderte er ein Ende der Kontaktbeschränkungen - bislang dürfen im privaten Rahmen maximal zehn Personen zusammenkommen, sofern alle geimpft oder genesen sind. Sobald ein Ungeimpfter dabei ist, darf sich nur noch ein Haushalt mit zwei weiteren Menschen treffen. „Die Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich können jetzt auch aufgehoben werden“, betonte Söder.

Anschließend brauche es einen Zeitplan, „wie und wann man von 2G auf 3G umstellen kann“. Die Öffnung von Clubs und Diskotheken sieht Söder dagegen nicht gleich in einem ersten Schritt. „Die Bereiche, die als letztes geöffnet werden können, sind sicher Clubs und Discos mit 2G plus“, erklärte er.

Grundsätzlich forderte Söder eine Überarbeitung der gesamten Corona-Verordnungen. „Deutschland hat sich leider in einem Gestrüpp aus unterschiedlichen Verordnungen verheddert. Wir brauchen deshalb weniger Regeln und dafür klare und verständliche Prinzipien.“

Jetzt doch: Söder will Impfpflicht früher umsetzen

Söder fordert Exit-Strategie und Notfallplan: „Vertagen gilt diesmal nicht“

Als erstes sei seiner Ansicht nach der Bund in der Pflicht: Dieser müsse nun eine klare Aussage treffen, wie es im März weitergehen solle - innerhalb der Ampel werde darüber ja heftig gestritten. Bis zur Bund-Länder-Runde brauche es aber eine einheitliche Position der Bundesregierung.

Tatsächlich soll nach dem Willen der FDP die bis zum 19. März befristete gesetzliche Grundlage für die Corona-Schutzmaßnahmen komplett entfallen. Sollte dies so kommen, „braucht es zumindest noch Schutzmaßnahmen wie Masken und Abstand“, sagte Söder. „Dazu ist aber eine gesetzliche Grundlage notwendig. All das muss jetzt entschieden und geplant werden. Zudem braucht es eine Notfall-Strategie gegen mögliche neue Wellen und Mutationen. Vertagen gilt diesmal nicht.“ (kam/dpa)*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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