Coronavirus - Selbsttests an Schulen
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Für Bayerns Schüler gilt ab Montag eine Testpflicht.

Ab Montag

Corona-Testpflicht für bayerische Schüler fix: Große Herausforderungen zu stemmen - Apotheken rüsten auf

  • Claudia Möllers
    vonClaudia Möllers
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Zweimal pro Woche sollen Bayerns Schüler getestet werden, wenn ab Montag die Schule wieder beginnt. Doch noch sind große Herausforderungen zu stemmen, damit das funktioniert. Bayerns Apotheken rüsten sich für einen starken Ansturm.

München - Regelmäßige Testpflicht gilt ab Montag für alle Schüler und Lehrkräfte in Bayern. Zweimal pro Woche muss ein negatives Testergebnis vorgelegt werden, damit die Kinder am Präsenzunterricht teilnehmen können – ab der ersten Klasse und unabhängig vom Inzidenzwert.

Corona-Tests für Schüler in Bayern: „Die Apotheken sind generell zum Testen bereit“

Nicht nur die Schulen stellt das vor große Herausforderungen, auch auf die Apotheken dürfte einiges zukommen. Zumindest auf diejenigen, die Schnelltests anbieten. Zwar ist generell vorgesehen, dass die Selbsttests* an den Schulen stattfinden sollen, doch es gibt Eltern, die sich dagegen wehren. Sie befürchten, ihr Kind könnte gemobbt werden, wenn der Test positiv ausfällt. Als Alternative zum Test im Klassenzimmer hat Kultusminister Michael Piazolo (FW) auf die Möglichkeit hingewiesen, Schnelltests in Testzentren oder Apotheken zu machen und die Kinder mit einem negativen Ergebnis in die Schule zu schicken. Selbsttests daheim sind nicht erlaubt.

„Die Apotheken sind generell zum Testen bereit“, erklärt Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbands. Über 900 der gut 3000 Apotheken in Bayern machten bereits mit. „Aber wir haben ab Montag nicht nur Schüler, die zweimal die Woche getestet werden wollen, sondern auch alle, die einkaufen gehen wollen.“ Denn wer abseits vom täglichen Bedarf shoppen will, braucht ab einer Inzidenz von 100 einen qualifizierten, negativen Corona*-Test. „Von daher wird der Bedarf deutlich steigen, weil wir in Bayern in vielen Landkreisen über 100 liegen.“ Die Apotheken würden ihr Möglichstes tun, die Kapazitäten auszuweiten, aber sie kämen an personelle und organisatorische Grenzen. Grundsätzlich hält er es für sinnvoll, wenn die Tests an Ort und Stelle gemacht würden – in Schulen oder Arbeitsstätten. In Testzentren und Apotheken sollten die versorgt werden, „die die Oma besuchen wollen, ins Altenheim gehen oder zum Einkaufen möchten“. Es sollte nicht so sein, „dass generell alle Schüler jetzt in die Apotheken rennen“. Solange es um Einzelfälle gehe, „werden wir das stemmen können. Aber wenn anstelle der Schulen die Apotheke zum Regelfall wird, dann wird’s heikel.“

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Corona-Tests für Schüler in Bayern - Zweifel bei den Apotheken

Auch Dr. Stefan Hartmann von der St. Vitus-Apotheke in Gilching (Kreis Starnberg) hat Zweifel. Sollten ab nächster Woche Schüler in großer Zahl wegen der Tests in die Apotheken kommen, dann sind diese „nicht im Entferntesten darauf vorbereitet“. Das dürfe man aber nicht den Apotheken anlasten. Dafür seien die Strukturen nicht vorhanden. Wobei Hartmann derzeit voller Energie an Strukturen arbeitet. In seinen vier Apotheken testet er längst. Allein gestern wurden zwei positive Fälle entdeckt. Hartmann hat eine eigene Firma gegründet, die sich nur mit Konzeption und Betrieb von Test- und Impfzentren beschäftigt. In Gilching sucht er neue Räume, in denen er bis zu vier Teststraßen aufbauen will. Außerdem hat er dem Gymnasium Gilching angeboten, die Klassen Q11 und Q12 an diesem Sonntag zu testen: „Von den 300 Schülern haben sich schon über 100 angemeldet.“

In Wessling stellt ihm die Gemeinde mietfrei den Bahnhof zur Verfügung, dort soll Mitte Mai ein Testzentrum starten. Auch für die Menschen, die einen negativen Test zum Einkaufen brauchen, arbeitet Hartmann an Erleichterungen. „Ich will den negativ getesteten Bürgern ein Armband mitgeben dürfen mit einem QR-Code, der 24 Stunden gültig ist. Das müssten sie im Einzelhandel vorweisen, es wird eingescannt und dann dürfen sie herein.“ Darüber verhandelt er gerade mit der Gemeinde.

Testpflicht an Schulen: Was Eltern jetzt wissen müssen

Corona in Bayern - „Es überschlägt sich gerade alles“

Die Apothekerin Nina Hasenbalg-Glas hat Karsamstag ein Testzentrum in Oderding (Kreis Weilheim-Schongau) eingerichtet. Noch können Testwillige ohne Voranmeldung zu der Lagerhütte zwischen Weilheim und Peißenberg kommen. Doch durch die Testpflicht an Schulen und für den Einzelhandel rechnet sie mit größerem Andrang. „Es überschlägt sich gerade alles.“ Sie kann sich vorstellen, künftig mit Schülern Zeitfenster auszumachen. Genügend geschultes Personal und Testkapazitäten seien vorhanden. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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