Sailauf/Bayern: Wegen fehlender Corona-Maske: Busfahrer hindert jungen Mann am Einsteigen - der schlägt zu
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Ein Mann ohne Corona-Maske attackierte im bayerischen Sailauf einen Busfahrer. (Symbolbild)

Attacke auf 72-Jährigen

Streits um Corona-Masken in Bayern eskalieren: Mann schlägt Busfahrer - Polizei muss Gast aus Hotel tragen

  • Florian Naumann
    vonFlorian Naumann
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  • Marion Neumann
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Im bayerischen Sailauf wollte ein junger Mann ohne Mund-Nasen-Schutz in einen Bus steigen - der Fahrer hinderte ihn daran. Daraufhin schlug der Mann zu.

  • In Bayern gilt zur Eindämmung des Coronavirus weiterhin Maskenpflicht.
  • Ein Mann ohne Mund-Nasen-Schutz attackierte nun bei Aschaffenburg einen Busfahrer.
  • Der Fahrer hatte ihn ohne Mund-Nasen-Schutz nicht einsteigen lassen.

Sailauf - Der an vielen Orten obligatorische Mund-Nasen-Schutz wird von den meisten Menschen in Bayern akzeptiert. Doch es gibt offenbar auch militante Gegner der Maskenpflicht - die dann teils aggressiv bis offen gewalttätig vorgehen. Im Freistaat haben sich nun gleich zwei erschreckende heftige Streits um die Corona-Schutzmaske ereignet.

So ist eine Auseinandersetzung um die Maskenpflicht am Sonntagabend (19. Juli) im bayerischen Sailauf im Landkreis Aschaffenburg eskaliert. Wie die Polizei berichtet, hinderte ein Busfahrer einen jungen Mann ohne Mund-Nasen-Schutz am Einsteigen in den Bus

Der junge Mann schlug dem 72-jährigen Fahrer daraufhin mit der Faust ins Gesicht. Der Busfahrer erlitt leichte Verletzungen. 

Wegen fehlender Corona-Maske: Busfahrer hindert jungen Mann in Sailauf am Einsteigen - der schlägt zu

Wie die Polizei weiter berichtet, hatte der 72-Jährige rasch die Bustür geschlossen, um den Mann am Einsteigen zu hindern. Der junge Mann ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und trat massiv gegen die Scheibe, die schließlich zu Bruch ging.  

Die Polizei gab den Sachschaden mit mehr als 2500 Euro an. Der Täter konnte mit zwei Freunden unerkannt fliehen.

Bayern: Mund-Nasen-Schutz erhitzt Gemüter - Gast in Günzburg aus Hotel getragen

Ein heftiger Streit um den Mund-Nasen-Schutz hat sich unterdessen auch in Günzburg zugetragen. Weil dort ein renitenter Hotelgast partout keinen Mund-Nasen-Schutz tragen wollte, hat ihn die Polizei aus dem Gebäude getragen. Zunächst hatte ihn das Personal auf die Maskenpflicht am Frühstücksbuffet wegen der geltenden Corona-Hygiene-Regeln angesprochen, wie die Polizei am Montag mitteilte. 

Da der 68-Jährige aggressiv reagiert habe, sei ihm ein Hausverbot ausgesprochen worden. Doch der Mann habe nicht gehen wollen, weshalb die Beamten anrückten. Allerdings widersetzte sich der Gast auch gegen die Aufforderungen der Polizei, weshalb diese nicht lang fackelte und den Unruhestifter am Samstag aus dem Hotel trug. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft, weil er keinen festen Wohnsitz hat.

Keine Maske und kein Mindestabstand: Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) hat deshalb nun Ärger bekommen.

Fall aus Bayern erinnert an schrecklichen Angriff in Frankreich - Busfahrer kam dort ums Leben

Der Fall in Sailauf erinnert an einen furchtbaren Angriff auf einen Busfahrer in Frankreich* Anfang Juli. Der Mann hatte im südwestfranzösischen Bayonne mehrere Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten trotz Maskenpflicht ohne Mund-Nasen-Schutz und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen. Die Zurückgewiesenen griffen den Busfahrer an. Der Fahrer wurde heftig auf den Kopf geschlagen und starb wenige Tage später.

Unterdessen kam es auch in Oldenburg wegen Mund-Nasen-Schutz-Streit zu einem brutalen Angriff auf einen Busfahrer - in Darmstadt wurde eine Busfahrerin verletzt, von einer Frau. Für Zwist sorgt die Maskenpflicht auch bei der Deutschen Bahn - dort gibt es einen skurril anmutenden Zuständigkeitsstreit. (nema/fn/dpa)

Ein Arzt kritisiert die Zustände an einer Corona-Teststation an einer Raststätte nahe der A3 bei Passau. Er kassiert selbst 3000 Euro - doch ehrenamtliche Helfer übernehmen den Großteil der Arbeit.

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