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Nach Fall Ayleen: Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach - „Wir müssen Kinder im Internet schützen“

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Von: Claudia Muschiol

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Der Fall der jungen Ayleen bringt das Thema Cyberkriminalität auf den Tisch. Bayerns Digitalministerin Gerlach erklärt, worauf geachtet werden muss.

München – Die Aktivitäten von Jugendlichen im Internet sind für viele Eltern nur schwer nachzuvollziehen. Oft erzählen Kinder – gerade in der Pubertät – ja auch gar nicht, was sie im Internet machen. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach (CSU), worauf Eltern achten sollen. Aktuell bringt der Fall der toten Ayleen (14) das Thema wieder in den Vordergrund.

Wie sensibilisiere ich Jugendliche/junge Mädchen für die Gefahren, die in Internet-Chats lauern?

Gerlach: Wir müssen hinschauen, aufklären und unterstützen. Kinder kommen heute bereits sehr früh in Kontakt mit Gewalt und Kriminalität im Internet. Dabei dürfen wir sie nicht alleinlassen. Hier sind die Eltern gefordert, aber auch Schulen und Behörden. Mit unserer App „Wo ist Goldi?“ etwa führen wir schon Grundschulkinder spielerisch an das Thema Sicherheit im Internet heran.

Was sind die größten Fehler, die Jugendliche machen können?

Jugendlichen muss klar sein: Das Internet ist kein geschützter Raum. Alles kann missbräuchlich verwendet werden. Deshalb sollten Jugendliche niemals sensible Informationen oder Fotos teilen und immer im Hinterkopf behalten, dass jeder unter falschem Namen chatten kann.

Digitalministerin Gerlach empfiehlt Eltern sensiblen Umgang mit dem Internet vorzuleben

Sollte man als Eltern klare Regeln aufstellen?

Wie in der analogen Welt brauchen Kinder und Jugendliche Regeln und klare Grenzen auch im Netz. Besser als ein pauschales Verbot ist jedoch ein aufklärendes, vertrauensvolles Gespräch über die Gefahren, die online lauern. Die Eltern selbst sollten einen sensiblen Umgang mit digitalen Medien vorleben, z.B. keine Partybilder oder andere höchst private Aufnahmen von sich selbst oder den Kindern posten.

Jugendliche hassen Kontrolle – gerade in der Pubertät. Aber geht es in manchen Fällen nicht anders, beziehungsweise haben Eltern nicht sogar die Pflicht, die Internet-Aktivitäten ihrer Kinder zu kontrollieren?

Die heimliche Kontrolle des Handys unserer Kinder stellt einen massiven Vertrauensbruch dar. Der wichtigste Ansatz ist deshalb Kommunikation. Deshalb appelliere ich an uns alle: Seien wir Ansprechpartner für unsere Kinder! Und seien wir Vorbilder. Das ist besser als Kontrolle und Ermahnungen.

Das Interview führte Claudia Muschiol.

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