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Hier haben sich Schädlinge ins Holz gefressen: So sieht eine Baumrinde mit Borkenkäfer-Befall aus.

Spechte bekämpfen die kleinen Schädingen

Bangen um die Bäume: Bayern droht eine Käfer-Katastrophe

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Der milde Herbst und Winter könnte schwerwiegende Folgen für den Baumbestand der bayerischen Bäume haben. Denn aktuell machen sich Käfer an dem Holz zu schaffen.

München - Sind in einem Waldstück gerade die Spechte eifrig am hämmern und klopfen, dann sollten Waldbesitzer genau hinschauen. Die Zeit des Nisthöhlenbaus ist heuer nämlich vorbei. So ist der lautstarke Vogel oft ein Zeichen dafür, dass sich Schädlinge im Holz befinden. Die klopft er frei, um sie zu verspeisen. 

Wenn allerdings ein Waldstück massiv von Borkenkäfern befallen ist, kann auch der gefiederte Feinschmecker sie nicht alle verzehren. Ungehindert fressen sich dann die gefräßigen Larven des Buchdrucker oder des selteneren Kupferstechers durch das Holz unter der Rinde und unterbrechen so den Transport der Nährstoffe im Baum, bis der schließlich abstirbt.

Feiner Bohrstaub entlarvt Baumbefall durch Käfer

Ob ein Baum befallen ist, erkennt man am feinen Bohrstaub, der sich in Spinnennetzen, auf der Baumrinde oder auf den Pflanzen rund um den Baum absetzt. Ein befallener Baum verliert auch grüne Nadeln - sind sie schon rot oder braun verfärbt, ist es in der Regel zu spät. Dann haben die Käfer ihr Zerstörungswerk meist schon vollendet, sind ausgeschwärmt und haben die Bäume rings um befallen.

Rings um München bis hin zu den Alpen verbreitet sich der Borkenkäfer heuer in Massen. Die Käfer hatten wegen des milden und relativ trockenen Herbst und Winters ideale Bedingungen - denn nur bei Temperaturen von Minus 15 Grad über mehrere Tage wären viele Borkenkäferlarven und Eier abgestorben.

Winziger Käfer mit enormem Schadenspotenzial: Der Borkenkäfer bedroht den Baumbestand in Bayern.

Hoher Baumverlust droht

Doch so sind fichtenreiche Baumbestände stark gefährdet. Ralf Petercord, Leiter der Abteilung Waldschutz an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWV), ist alarmiert. Wenn befallene Fichten nicht so schnell wie möglich gefällt und entrindet oder aus dem Wald geholt werden, droht ein hoher Baumverlust. „Wenn man nichts tut, läuft man in eine Katastrophe hinein“, warnt er.

Denn wegen der trockenen Wochen, die hinter uns liegen, sind in einigen Gebieten bereits viele Fichten vorgeschädigt - bei diesen hat der Borkenkäfer leichtes Spiel. Nur gesunde Bäume können sich in gewissem Umfang wehren: Bohrt ein Schädling unter ihrer Rinde Gänge, wird dort Harz hineingeleitet und der Schädling stirbt. Ein vorgeschädigter Baum schafft das nicht mehr - schon gar nicht bei Massen von Schädlingen.

Aus 50 Buchdruckerkäfern entwickeln sich bis zu fünf Millionen Käfer

Michael Kammermeier, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Ebersberg, warnte kürzlich auf einer Informationsveranstaltung, dass sich bei käferfreundlichen Wetterbedingungen in einer Vegetationsperiode aus 50 Buchdruckerkäfern unglaubliche fünf Millionen Käfer entwickeln können. Besonders bei heißem Sommerwetter: Herrschen 30 Grad, entwickelt sich in einem Tag aus einer Puppe ein Käfer. Um eine Fichte nachhaltig zu schädigen, sind LWV-Leiter Petercord zufolge 300 bis 400 Käfer nötig.

Fichten sind die Lieblingsbäume des Borkenkäfers - und die Fichte ist mit 41 Prozent die häufigste Baumart im Freistaat. Es gibt hier gut eine Million Hektar Fichtenwald. Insgesamt stehen in Bayern 2,6 Millionen Hektar Wald, etwa 800.000 Hektar davon sind in Staatsbesitz. Die deutliche Mehrheit gehört Privatleuten und Kommunen.

Eine aktuelle Übersichtskarte der LWF zeigt, wie stark heuer der Befall ist: Zwei Drittel Bayerns sind gefährdet. Vor allem Niederbayern, Schwaben, Oberbayern und Teile Mittelfrankens sind betroffen. Ganz akut ist es in einem Streifen in der Mitte des Freistaats. Da können noch so viele Spechte eifrig hämmern.

Susanne Sasse

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