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Die Trockenperiode in den letzten Tagen hat Folgen. Waldbrände, staubige Felder, niedrige Wasserstände. Der deutsche Wetterdienst hat für heute und die nächsten Tage zwar vereinzelt Schauer angesagt, Experten bleiben bislang skeptisch, ob die Wassermenge ausreicht. Landwirte bewässern bereits ihre Felder, der Sylvensteinstausee (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) zapft Wasserreserven an, um den Wasserpegel der Isar konstant zu halten.

Bayern dürstet - Warten auf den Regen

München - Der Freistaat sitzt auf dem Trockenen. Luftbeobachter melden Waldbrände, Wasserspeicher müssen auf Reserven zurückgreifen, viele Landwirte sorgen sich um ihre Ernten. Auch der Erdbeere ist es zu trocken. Angekündigte vereinzelte Schauer sollen Entspannung bringen.

Traurige Kinderaugen am Ostersonntag: In Bad Endorf (Landkreis Rosenheim) wollte der Verein Chiemgauer Lokalbahn zur Feier des Tages eigentlich eine historische Dampflok fahren lassen. „Wegen der hohen Brandgefahr mussten wir aber auf eine Diesellok umsteigen“, erzählt Karl-Heinz Dix, Mitglied des Vorstands. Das Risiko, etwa eine Böschung in Brand zu setzten, sei zu hoch gewesen.

Seit gut zwei Wochen hat es in Bayern nicht geregnet. Es herrscht Waldbrandgefahrenstufe vier - fünf ist das Maximum. „Vor allem die abgestorbene Vegetation aus dem letzten Jahr stellt eine immense Brandgefahr dar“, sagt Heinrich Schuster, Sprecher der Regierung von Oberbayern. Die Regierung hat bis einschließlich heute alle Luftrettungsstaffeln in Alarmbereitschaft versetzt. „Zweimal am Tag überfliegen ausgebildete und ehrenamtliche Luftbeobachter die Wälder“, berichtet Schuster. In den letzten Tagen kam es immer wieder zu Waldbränden. Erst am Ostermontag brannten knapp zwei Hektar Jungwald im Süden Münchens ab. Die meisten Brände konnten die Feuerwehren jedoch in kurzer Zeit unter Kontrolle bringen.

Den bayerischen Gewässern macht die Trockenheit ebenfalls zu schaffen. Die Wasserstände in Ober- und Niederbayern sinken seit Wochen, am Sylvensteinspeicher (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) spricht Betriebsleiter Tobias Lang von einem „ungewöhnlich tiefen Stand“ in diesem Jahr. Der Stausee sorgt unter anderem dafür, dass die Isar genug Wasser führt. Wichtig für die Energieversorgung, denn an dem Fluss reihen sich viele Wasserkraftwerke. „Normalerweise sorgen Schneereserven in den Alpen für einen ausgeglichenen Wasserstand“, so Lang. In den letzten Jahren habe die Schneemenge aber abgenommen. Auch der Regen fehlt in diesem April: Im Vergleich zum ohnehin schon trockenen Vorjahresmonat ging die Niederschlagsmenge auf ein Viertel zurück. Am heutigen Mittwoch werden laut Tobias Lang die Notreserven angezapft, mit diesen könne man den Wasserstand vier Wochen lang ausgleichen.

Der Bayerische Bauernverband sieht die Wetterlage ebenfalls kritisch: „Viele Felder sind sehr trocken, die Landwirte sind schon nervös“, sagt Johann Graf, Referent für pflanzliche Erzeugung. Vor allem für das Getreide werde nun dringend Regen benötigt, damit bei der Ernte keine Einbußen drohen.

Auch die Erdbeere leidet unter der Trockenheit. Johann Lang aus Egmating (Landkreis Ebersberg) bewirtschaftet im Münchner Süden rund 20 Erdbeerfelder. Seit ein paar Tagen sind diese staubtrocken, müssen nun von ihm bewässert werden. Der Egmatinger ist im Stress: „Wir können immer nur drei Felder gleichzeitig bewässern. Die Gerätschaften auf- und abzubauen ist ein riesiger Aufwand“, schimpft Lang. Die Ernte ist derzeit aber nicht gefährdet - zirka 14 Tage kann er die Trockenperiode überbrücken. Ob sich dieser Mehraufwand auf den Erdbeerpreis auswirken wird, könne er derzeit noch nicht abschätzen.

von Patrick Wehner

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