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Bayern wird eigenständig - zumindest im Internet.

Start ins weiß-blaue Netz

.bayern: Freistaat bekommt eigene Internet-Kennung

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München - Das Internet setzt auf Bayern: Ab Dienstag bekommt der Freistaat eine eigene Internet-Domain. Wer signalisieren will, dass er aus Bayern kommt, kann das jetzt also schon in seiner Webadresse tun.

Ulrich Brandl glaubt an die Werbewirkung des Freistaats. „Jeder erfolgreiche Unternehmer unserer Branche tut gut daran, auf Bayern zu setzen“, sagt der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes. Er empfiehlt seinen Kollegen deshalb, auch eine der neuen „.bayern“-Internet-Adressen zu registrieren. Als eine der ersten Regionen in Deutschland hat Bayern eine eigene sogenannte Top-Level-Domain. Statt der bisherigen „.de“- oder „.com“-Endungen kann man ab sofort auch „.bayern“-Adressen registrieren.

Doch was hat man außer einer möglichen Werbewirkung des Begriffs „Bayern“ davon? Bei Bayern Connect, dem Unternehmen, das die neuen Adressen verwaltet, hofft man, dass Webseiten mit den Region-Kennungen in diesen Regionen besser in Suchmaschinen gelistet werden. Doch mehr als eine Hoffnung ist das derzeit nicht, gibt Geschäftsführer Caspar von Veltheim zu: „Man kann noch nicht abschätzen, wie Google die neuen Top-Level-Domains werten wird.“ Allerdings habe der Suchmaschinengigant selbst viele neue Endungen beantragt.

Sonst halten sich die Vorteile in Grenzen. Zumindest der Umweg über die „.by“-Endung dürfte ein Auslaufmodell sein. „.by“ ist eigentlich die Kennung von Weißrussland, war aber zeitweise von Bayern zweckentfremdet worden. Nun hat der Freistaat seine eigene Endung. Rund 45.000 Reservierungen gibt es mit der Bayern-Kennung bereits. Doch das ist verglichen mit allein 15 Millionen „.de“-Adressen nicht besonders viel. Die Bayern-Adressen sind zudem deutlich teurer als andere. Die Anbieter – es gibt insgesamt fünf Stück – verlangen für die Registrierung und einige Dienstleistungen zwischen 30 und 70 Euro pro Jahr. Da gibt es manchen Anbieter im Netz mit günstigeren „.de“- oder „.com“-Adressen.

Allerdings sind bei den bisherigen Endungen viele Adressen schon belegt. „Es ist im Internet wie im Bierzelt ganz schön eng geworden“, sagt Markus Eggensperger von United Domains. „Mit ,.bayern‘ gibt es im übertragenen Sinn jetzt ein sehr schönes neues Bierzelt.“ Kein Wunder also, dass zu den ersten Adressen das neue Oktoberfest-Portal unseres Verlages www.wiesn.bayern gehört.

Philipp Vetter

Neben .bayern wird es in nächster Zeit auch noch viele weitere neue Internet-Kennungen geben.

Einige Beispiele:

.berlin

.bmw

.christmas

.hamburg

.jobs

.koeln

.london

.paris

.pizza

.reise

.rio

.ruhr

.saarland

.schmidt

.schule

.sexy

.tatoo

.tirol

.tokyo

.versicherung

.wales

.wtf

.yoga

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