Kommission legt Bericht vor

Bayern fordert Verbot von kommerzieller Sterbehilfe

München - Die Bioethik-Kommission der Staatsregierung hat ein neues Positionspapier veröffentlicht. Darin fordern sie, Werbung für Sterbehilfe zu untersagen.

Bayern drängt auf ein Verbot der organisierten Sterbehilfe. „Ein strafrechtliches Verbot entsprechender Aktivitäten von gewerbsmäßigen Sterbehilfeorganisationen ist überfällig“, sagte Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) am Mittwoch bei der Vorstellung eines Positionspapiers der Bioethik-Kommission der Staatsregierung.

Die Kommission fordert, auch die Werbung für Sterbehilfe zu untersagen. Wer einen schwer kranken Angehörigen beim Suizid unterstützt, soll dagegen weiterhin straffrei bleiben. Auch für Ärzte hält die Kommission strengere Regeln für unnötig. Huber kündigte an, die Staatsregierung werde auf Basis der Vorschläge über neue Gesetze diskutieren.

Kommissionsvorsitzende Marion Kiechle forderte zudem, schwer kranke Menschen am Lebensende besser zu begleiten. „Es besteht nach wie vor ein Mangel an palliativer Versorgung“, sagte die Ärztin. Die Beratung durch einen geschulten Arzt könne Betroffene von ihrem Sterbewunsch abbringen. „Wir brauchen mehr Akzeptanz in der Gesellschaft, dass man krank sein darf und jemandem auch mal zur Last fallen darf“, sagte Kiechle. Bislang gibt es in Bayern 162 Hospizbetten. Ziel der Regierung ist ein Ausbau auf 208 Betten.

Die Bioethik-Kommission besteht aus 16 Experten verschiedener Fachrichtungen wie Medizin, Biologie und Theologie. Sie berät die Staatsregierung in ethischen Fragen im Bereich der Biowissenschaften.

dpa

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