Eine Frau stürzte auf einer Bergtour in Bayern in den Tod.
+
Eine Frau stürzte auf einer Bergtour in Bayern in den Tod.

Erst Helikopter findet Leiche

Tragischer Bergunfall in Bayern: Urlauberin stürzt etwa 200 Meter in den Tod

  • Katharina Bromberger
    vonKatharina Bromberger
    schließen
  • Richard Strobl
    Richard Strobl
    schließen

In den oberbayerischen Alpen ist es zu einem tragischen Bergunfall gekommen. Eine Frau stürzte mehrere hundert Meter tief in den Tod. Stundenlang hatten Einsatzkräfte nach ihr gesucht.

  • Eine Frau stürzte in den Alpen in den Tod.
  • Die Urlauberin war in den oberbayerischen Alpen unterwegs.
  • Sie stürzte mehrere hundert Meter tief.

Update Sonntag, 18.30 Uhr

Farchant - Es geht ihr gut, hat die Frau am Telefon gesagt. Ihr Mann solle sich keine Sorgen machen. Sie war auf dem Gipfel und sei nun auf dem Heimweg. In etwa einer Stunde sei sie zurück. Doch sie kam nicht. Nicht gegen 20.30 Uhr – das wäre etwa eine Stunde nach dem Anruf gewesen. Und nicht nach vielen weiteren Stunden. Am Samstagvormittag stand fest: Die 57-Jährige ist tot. Sie war am Vorabend auf dem Abstieg vom Hohen Fricken über Farchant abgestürzt. Beim Abstieg stürzte ein Wanderer in Österreich Karhorn vor den Augen seiner Familie ab. Für ebenfalls 57-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.

Lesen Sie auch: Nach einer Tour an die Kreuzspitze bei Bad Kohlgrub wird der Biker und Kletterer Andreas Öxler nun in den Bergen vermisst. Die Polizei Murnau hat ein wichtiges Detail veröffentlicht.

In den frühen Morgenstunden ist die Urlauberin aus Baden-Württemberg zu ihrer Bergtour gestartet. Wann genau, kann weder die Polizei noch die Bergwacht sagen. Klar scheint nur: „Sie war sehr langsam unterwegs“, sagt Thomas Abold, Einsatzleiter der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen. Das war ihr offenbar klar. Denn bewusst hatte sie sich entschieden, allein aufzubrechen. „Sie wollte wohl niemanden aufhalten“, sagt André Heinrich von der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen. In der Zeit hatte sie sich jedoch „komplett verschätzt“, ergänzt Abold. Denn von der Stelle, an der ihr Handy zuletzt eingeloggt war, bis ins Tal brauchen Wanderer normalerweise noch mindestens zwei Stunden, schätzt er. Ein trauriges Ende nahm auch eine Bergtour im Ammergebirge. Vor den Augen seiner Frau stürzte ein Wanderer am Pürschling in den Tod.

Bergwacht sucht bis 4 Uhr morgens in zwei Trupps - Helikopter unterstützen aus der Luft

So lange etwa warteten der Ehemann sowie Bruder und Schwester der Wanderin, die gemeinsam in Farchant Urlaub machten. Doch als die 57-Jährige gegen 21.30 Uhr immer noch nicht zurück war und es dunkel wurde, meldete der Baden-Württemberger seine Frau bei der Polizei als vermisst. Sofort wurde eine groß angelegte Suche gestartet. Zehn Kräfte der Bergwacht rückten aus. In zwei Trupps gingen sie mit Stirnlampen den Kuhflucht- und den Oberauer Steig samt ihrer kleinen Nebenpfade bis auf eine Höhe von etwa 1600 Meter ab. Auf diesen Bereich konzentrierten sie sich aufgrund erster Ermittlungen. Denn man kannte den letzten georteten Handypunkt. Bis 4 Uhr suchten die Mitglieder der Bergwacht nach der Frau, parallel dazu überflogen ein Rettungs- und ein Polizeihubschrauber das Gebiet sowohl mit einem Scheinwerfer als auch mit Wärmebildkamera. Doch alle Versuche, die Frau zu finden, blieben erfolglos. Auch die Handyortung brachte kein Ergebnis.

Um 7.30 Uhr am Samstag setzten die Einsatzkräfte die Suche fort. Die Bergwacht, nun mit 16 Mann vor Ort, weitete diese um das Gelände abseits befestigter Wege sowie um die Abstiegsvariante über die Esterbergalm aus. Zwei Mann der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei unterstützten sie, die Feuerwehr Partenkirchen wurde alarmiert, um mit ihrer Drohne bei der Suche zu helfen. Sie wurde jedoch nicht mehr benötigt.

Erst am Samstagvormittag entdecken Einsatzkräfte die Leiche vom Hubschrauber aus

Gegen 10.30 Uhr entdeckte die Besatzung des Polizeihubschraubers die Leiche der Vermissten westlich der Kuhfluchtwasserfälle in einer 35 bis 40 Grad steilen Rinne. Etwa 200 Meter war sie abgestürzt. Den Unglücksort in „schwierigem Gelände“ (Abold) erreichten die Einsatzkräfte mit dem Hubschrauber. Per Winde bargen sie die tote Frau.

Vermutlich war sie auf den Hacklsteig, ein schmaler Verbindungspfad Richtung Wank, abgebogen und hatte sich verstiegen. Bis sie plötzlich vor den Kuhfluchtwänden stand und nicht weiterkam. Genau dort stürzte sie nach derzeitigen Kenntnissen über das Felsgelände ab.

Mit einem Polizeibeamten überbrachte ein Mitglied des Kriseninterventionsdienstes den Angehörigen die Nachricht vom Tod ihrer Ehefrau und Schwester. „Ein schreckliches Schicksal“, sagt Bergwachts-Einsatzleiter Abold. Doch sieht er einen kleinen positiven Aspekt: dass die Frau gefunden wurde. „Noch schlimmer ist es, wenn es kein Ende gibt. Das bleibt bei allen haften.“ 

Ursprüngliche Meldung von Samstag:

Garmisch-Partenkirchen/Farchant - In den oberbayerischen Alpen ist es zu einem tragischen Unglück gekommen. Eine Frau, die Urlaub in der Region machte, stürzte dabei in den Tod.

Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei bereits am Freitag. Nach ersten Erkenntnissen stürzte eine Frau über mehrere hundert Meter tief durch felsiges Gelände. Dabei erlitt die Frau tödliche Verletzungen.

Unglück in bayerischen Alpen: Frau stürzt in den Tod - sie war allein unterwegs

Bei der Verunglückten handelt es sich um eine 57-Jährige aus Baden-Württemberg. Sie war am Freitag allein zu einer Bergtour am Hohen Fricken bei Farchant im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aufgebrochen. 

Vermisst wurde die Frau erst am Abend von ihren Angehörigen, da sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht in die Unterkunft zurückgekehrt war. Die Angehörigen meldeten die Frau daraufhin als vermisst.

Im Anschluss machten sich neben der Bergwacht auch die Polizei und die Feuerwehr auf die Suche nach der Frau. Erst am Samstagmorgen wurden sie fündig. Beamte entdeckten die Leiche der Frau von einem Polizeihubschrauber aus und bargen sie.

Die Angehörigen werden nun von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Eine 23-jährige Touristin posierte beim Wandern für ein Bild. Im Anschluss ereignete sich eine schreckliche Tragödie*. Ihr Lebensgefährte konnte nicht mehr eingreifen. Auch ein 54-Jähriger Mann aus Stuttgart verunglückte in den Tegernseer Alpen tödlich*.

Eine Nacht am Berg* - das finden immer mehr Menschen cool. Und posten davon Fotos in den sozialen Medien. Dass es verboten ist, stört sie nicht. Unterdessen ereignete sich eine Art „Wunderrettung" in den Alpen. In Bayern braut sich am Samstag eine echte Unwetter-Front zusammen.* Ausflügler sollten sich in Acht nehmen. Eine Jugendliche wird tot auf der Autobahn 3 bei Schwarzach entdeckt, von dem Unfallverursacher fehlt jede Spur. Zu einem weiteren tragischen Bergunglück kam es Ende Juli in den Alpen - ein Bergsteiger aus Bayern starb in einer Felslawine. Wenig später kam es erneut zu einem tragischen Unglück in Oberbayern: Ein Kletterer stürzte bei einer Alpintour in den Tod. Ein junger Mann rief den Notruf: Er war am Pflasterbachhörndl in Bad Reichenhall gestürzt und hatte sich schwer verletzt. Der Einsatz endete dramatisch.

Ein Drama ereignete sich nun auch in den Pyrenäen. Ein Blitz schlug in eine Seilbahn ein.. Zwölf Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer. Ein Kleinkind saß ebenfalls in der Gondel. Eine deutsche Wanderin ist bei einer Bergtour in Tirol tödlich verunglückt. Sie stürzte rücklings rund 70 Meter in die Tiefe. An der Gedenkstätte Walhalla ist ein Mann gestorben. Er war nach ersten Erkenntnissen gestürzt - und erlag wenig später seinen Verletzungen.

In den Alpen wurden zwei deutsche Bergsteiger von einem Blitz getroffen und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.*

Mehr Nachrichten aus der Region Garmisch-Partenkirchen finden Sie bei merkur.de*. 

rjs mit dpa

*merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Kommentare