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Der Glatzenräuber auf Beutezug - insgesamt 11 Banküberfälle gehen auf sein Konto.

Über 200.000 Euro Beute

Glatzenräuber endlich gefasst! Jetzt kommen schlimme Details ans Licht

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Seit Mai 2016 führte Bankräuber Manuel H., der als Glatzenräuber bekannt wurde, die bayerischen Behörden an der Nase herum. Er ist für insgesamt elf Fälle in München und den umliegenden Landkreisen verantwortlich.

Zweieinhalb Jahre lang führte ein Bankräuber die bayerischen Behörden an der Nase herum. Manuel H., der als Glatzenräuber bekannt wurde, ist seit Mai 2016 für insgesamt elf Fälle in München und den umliegenden Landkreisen verantwortlich. Am Dienstag die erlösende Nachricht: Der Täter ist gefasst. In seiner Münchner Wohnung schnappte die Polizeifalle zu. Zu den Vorwürfen schweigt der 39-Jährige bislang. Die Ermittler sind sich aber sicher: Der Glatzenräuber wollte sich noch lange nicht zur Ruhe setzen, plante mindestens weitere 14 Überfälle.

Glatzenräuber agierte fehlerlos

Es passiert selten, dass ein Bankräuber derart viele Überfälle über einen vergleichbar langen Zeitraum begehen kann. Oft ist die Polizei schon vor Ort, noch bevor der Gangster flüchten kann. Überwachungskameras haben die Filialen im Blick, aufmerksame Zeugen erkennen den Täter wieder. Im Fall von Manuel H. war bis zuletzt alles anders. Innerhalb weniger Sekunden schlug er eiskalt zu, stürmte in die Banken – mal mit Mütze, Baseballkappe oder Sturmhaube – streckte den Angestellten eine Pistole entgegen und verließ in den meisten Fällen mit mehreren Tausend Euro den Tatort. „Er hat eigentlich keine Fehler gemacht“, sagten die Ermittler am Mittwoch bei einer Pressekonferenz am Münchner Flughafen. 

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Glatzenräuber: Verhängnisvolle Unachtsamkeit

Eine kleine Unachtsamkeit und die akribische Arbeit der Ermittler überführten den arbeitslosen Schreiner aber dann doch. Bei seiner vorletzten Tat am 8. November vergangenen Jahres in Uttenhofen (Pfaffenhofen a. d. Ilm) ließ Manuel H. seine Waffe auf den Boden fallen. Dabei splitterte ein Teil der Verschlusskappe ab. Spurensicherer fanden es nach dem Überfall in der Filiale. Und dieses kleine Teil Plastik – bei der Pistole handelt es sich um eine Softairwaffe – wurde dem Glatzenräuber schließlich zum Verhängnis. Denn daran haftete Manuel H.s DNA. Über seine beiden Fluchtautos, einen dunklen VW Passat und einen weißen BMW Touring, die er abwechselnd nutzte, kamen ihm die Ermittler auf die Schliche. 14.000 Passat-Halter und 3.000 Besitzer eines weißen BMW kamen zunächst infrage. Doch die Schlinge zog sich immer enger zu. Sechs Verdächtige blieben übrig, ein DNA-Abgleich brachte Gewissheit. 

Arbeitsloser Glatzenräuber wohnt im Münchner Westen

Am Dienstag überwältigte eine Spezialeinheit der Polizei den zweifachen Familienvater in seiner Wohnung im Münchner Westen. Seine Frau und die Kinder waren zu dem Zeitpunkt nicht daheim. Bei der Durchsuchung der Räume stießen die Ermittler auf 14 000 Euro Bargeld – die Beute von seinem letzten Überfall in Obersüßbach. Außerdem fanden die Beamten eine Liste mit insgesamt 25 Banken in München und Umgebung. Elf davon hat er überfallen und dabei Beute im Wert von über 200.000 Euro gemacht. Der Glatzenräuber plante also mindestens weitere 14 Überfälle!

Nach seinem ersten Überfall am 18. Mai 2016 im Münchner Stadtteil Allach war Manuel H. vor allem im Landkreis Freising aktiv. Zunächst ermittelten die Polizeidienststellen eigenständig. Als der 39-Jährige am 9. Mai 2017 aber innerhalb von rund einer halben Stunde gleich zwei Banken heimsuchte, bündelten die Ermittler der Präsidien Oberbayern Nord, München und Niederbayern ihre Kräfte – am Ende mit Erfolg. Die Staatsanwaltschaft Landshut beantragte Haftbefehl wegen schwerer räuberischer Erpressung.

Glatzenräuber: Chronologie der Banküberfälle

  München, 18.5.2016: Sparkasse an der Mannertstraße (Allach), Höhe der Beute: unbekannt. 

  Fahrenzhausen, 9.6.2016: In der Sparkasse erbeutet der Täter mehrere tausend Euro. 

  Wiedenzhausen, 7.9.2016: Keine Beute in der VR-Bank (wieder Kreis Freising).

 Hattenhofen, 6.4.2017: VR-Bank im Kreis Fürstenfeldbruck. Die Beute: mehrere tausend Euro. 

  Kirchdorf und Kranzberg, 9.5.2017: Zwei Überfälle innerhalb einer halben Stunde im Kreis Freising! In Kirchdorf scheitert der Räuber, dann überfällt er die Sparkasse in Kranzberg. Die Beute: mehrere tausend Euro.

   Tegernbach, 3.11.2017: Sparkasse im Kreis ­Freising. Beute: wieder mehrere tausend Euro. 

  Forstern, 8.12.2017: VR-Bank im Kreis Erding. Beute: mehrere tausend Euro. 

  Pfaffenhofen a.d. Glonn, 20.07.2018: Raiffeisenbank im Kreis Dachau. Beute: Tausende Euro. 

  Uttenhofen, 8.11.2018: VR-Bank Bayern- Mitte. Beute: mehrere hundert Euro. 

  Obersüßbach, 18.12.2018: Der letzte Überfall findet im Kreis Landshut statt. Beute: mehrere zehntausend Euro. 

  Festnahme am 29.1.2019 im Münchner Westen

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