Tanktourismus: Bayern günstiger als Österreich

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München - Billig tanken in Österreich - ist das Geschichte? Der dortige Autofahrerbund rät, den Tank lieber in Bayern aufzufüllen. Vor allem Diesel ist im Freistaat zum Teil billiger.

Der Tanktourismus zwischen Bayern und Österreich ist legendär. In den 70er Jahren färbte man den Kraftstoff ein und entnahm an der Grenze Proben, um Steuersünder zu erwischen. Es lohnte sich nämlich, Sprit im Tank und zusätzlich in Kanistern über die Grenze zu karren - steuerfrei erlaubt waren aber nur 20 Liter Eigenbedarf. Jetzt brechen neue Zeiten an. Denn zum Jahreswechsel hoben die Österreicher die Mineralölsteuer deutlich an: um 4,8 Cent für Benzin und um 6 Cent bei Diesel. Die Preise vor allem für Diesel nähern sich an. Die Bayern müssen sich genau ausrechnen, ob sich ein Ausflug an die Tankstelle jenseits der Grenze noch lohnt. Und der Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs (ARBÖ) geht jetzt sogar noch weiter: Er empfiehlt seinen Mitgliedern den Tanktourismus in die andere Richtung: „So kurios es klingt, aber in Deutschland ist man beim Diesel derzeit günstiger dran, als in Österreich“, heißt es beim ARBÖ. Über vier Euro könne man sich bei einer durchschnittlichen Tankfüllung von 55 Litern ersparen.

Der Verband hat einen Test gemacht. Auf der A 1 Höhe Walserberg, das liegt auf der österreichischen Seite, tankte man am Dienstag Diesel für 1,409 Euro pro Liter. Ein paar hundert Meter weiter, an einer bayerischen Tankstelle, kostete Diesel nur 1,334 Euro - das sind 7,5 Cent weniger. „Wer sich also über vier Euro pro Tankfüllung ersparen möchte, sollte derzeit in Deutschland tanken“, rät der ARBÖ.

Ist dies nun das Ende des jahrzehntelangen Tanktourismus? Dieser Spekulation erteilt der ADAC Südbayern eine Absage. Flächendeckend sei Diesel in Bayern immer noch deutlich teurer - ausgenommen einzelne Tankstellen. „Wir können uns nicht vorstellen, dass es sich für Österreicher lohnt, zu uns zu fahren“, sagte ein Sprecher. Stichproben bei Tankstellenbetreibern in den grenznahen Orten Mittenwald (Kreis Garmisch-Partenkirchen) und Kiefersfelden (Kreis Rosenheim) ergeben tatsächlich, dass der große Ansturm aus Österreich bislang ausgeblieben ist. Vielleicht ändert sich das am Samstag: Dann beginnen in Österreich nämlich die Ferien.

von Carina Lechner

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