Die Freien Wähler und ihr Vorsitzender Hubert Aiwanger fühlen sich durch die guten Wahlergebnisse beflügelt.
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Die Freien Wähler und ihr Vorsitzender Hubert Aiwanger fühlen sich durch die guten Wahlergebnisse in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz beflügelt.

Nach den Landtagswahlen

Hubert Aiwanger sieht die Freien Wähler „reif“ für den Bundestag - und schießt gegen die CDU

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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In Rheinland-Pfalz hat es für die Freien Wähler nach der Wahl zum Einzug in den Landtag gereicht. Für Bundesvorsitzenden Hubert Aiwanger Grund genug neue Ziele vorzugeben.

München - Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz brachten das politische Deutschland ganz schön durcheinander. Die CDU* fuhr ihr historisch schlechtestes Ergebnis ein. Die Grünen* und die FDP* konnten an Wählergunst gewinnen. Doch der heimliche Sieger der Wahlen waren die Freien Wähler. Bundesvorsitzender Hubert Aiwanger zeigte sich am Tag danach kämpferisch und gab ein klares Ziel vor.

Hubert Aiwanger: „Die Freien Wähler sind ein schlafender Riese“

In Baden-Württemberg konnten sich die Freien Wähler gleich beim ersten Mal drei Prozent der Stimmen sichern. Das reichte hier zwar nicht zum Einzug in den Landtag, in Rheinland-Pfalz sah die Sache aber anders aus. Hier stimmten 5,4 Prozent der Wähler für die Partei und sicherten ihr damit immerhin sechs Sitze im Landtag. Wenn es nach Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger geht, soll ihnen ein Einzug ins Parlament auch bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Juni gelingen. „Die Freien Wähler sind auf jeden Fall der schlafende Riese in der politischen Landschaft“, so Aiwanger am Montag.

Beflügelt von dem Ergebnis in Rheinland-Pfalz gab Aiwanger noch ein weiteres Ziel aus. Die Freien Wähler wollen im Herbst auch auf der Berliner Bühne in Erscheinung treten. Die Partei sei „reif“ für den Bundestag*, so der Freie-Wähler-Chef. Mutige Ansage von Aiwanger, wenn man bedenkt, dass die Freien Wähler in den vergangenen beiden Bundestagswahlen nicht über ein Prozent der Stimmen hinauskamen. Dennoch gibt sich Bayerns Wirtschaftsminister kämpferisch. „Wir wollen bürgerliche Mehrheiten wieder möglich machen“ und sieht seine Partei auf Augenhöhe mit der FDP.

Hubert Aiwanger plant eine Koalition mit CDU und FDP auf Bundesebene

Die Partei von Christian Lindner wäre auch neben der CDU sein Wunsch-Koalitionspartner für die nächste Bundesregierung. Eine Spitze gegen die Union konnte sich Aiwanger aber dann doch nicht verkneifen. Man strebe eine Koalition mit der Union und der FDP an - auch wenn sich angesichts der Maskenaffäre momentan nicht jeder gerne mit der CDU „ablichten“ lasse. Klar sei, mit starken Freien Wählern würden die Karten in Berlin neu gemischt, betonte Aiwanger.

Dafür, dass die FDP in Baden-Württemberg zulegen konnte und es für die Freien Wähler nicht gereicht hat, hatte Aiwanger auch eine Erklärung. Die FDP habe am Sonntag nur deshalb noch etwas stärker abgeschnitten, weil die Freien Wähler dort noch nicht ausreichend sichtbar gewesen seien. „Bei etwas mehr Vorbereitung hätte es selbst dort für den Einzug gereicht“, argumentierte der Bundesvorsitzende. Die Freien Wähler betrieben eine wirtschaftsliberale Politik der Mitte. „Wir sind nicht Protestpartei“, betonte er. „Und wir sind keine Eintagsfliege.“ (tel/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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