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Ein Vater (22) prügelte auf sein Kind ein, das Baby starb. Jetzt ist das Urteil gefallen.

Urteil gefallen

Vater (22) prügelte Baby aus Rache zu Tode: Täter äußert sich nach langem Schweigen

Ein Mann aus Kempten soll seinen Sohn getötet haben. Aus Rache an der Mutter, die ihn verlassen hatte, schlug er das Baby gegen Möbel. Jetzt ist das Urteil gefallen.

Update vom 7. August, 15.17 Uhr: 14 Jahre und sechs Monate muss der Vater hinter Gitter. 2,13 Promille Alkohol hatte er im Blut und Marihuana konsumiert. Der Angeklagte hatte bereits Bewährungsstrafen wegen Betäubungsmitteldelikten. In seinen jungen Jahren soll er laut Gericht an Drogen „nichts ausgelassen haben“ und, wie ein Gutachter feststellt, ist er mit 22 Jahren „massivst alkoholabhängig“.

Die Alkoholkrankheit hindere die Kammer daran, eine lebenslange Freiheitsstrafe zu verhängen, wie es der Staatsanwalt gefordert hatte. Der Verteidiger plädierte hingegen auf eine Freiheitsstrafe von maximal zehn Jahren wegen Totschlags: „Er hatte das Geschreie nicht ausgehalten und wusste nicht, was er machen sollte.“ Doch das Gericht sieht das anders: „Von nervlicher Überforderung ist keine Spur“, sagte der Richter, das Geschrei könne nicht lange gedauert haben. Stattdessen sieht er ein Mordmerkmal in der Straftat: niedrige Beweggründe.

Kempten: Vater prügelt Baby tot - Frust als Tatmotiv

Frust über die Trennung, Frust über die Lebenssituation, Frust darüber, dass die Mutter Kontakt zum Ex-Freund hatte, waren der Kammer zufolge die Motive. Im Zuge der Beweisaufnahme wurde das Handy des Angeklagten ausgewertet, Nachrichten, die das bestätigen, wurden verlesen.

Kurz vor der Urteilsverkündung äußert sich der Vater doch: „Ich habe eine schreckliche Tat begangen und schäme mich dafür. Es tut mir leid für alle Beteiligten.“ Er blickt zur Mutter. „Vor allem für dich.“ Er hat Tränen in den Augen - wie viele im Saal.

Im Fall der im März in Zinnowitz getöteten schwangeren Maria startete nun der Prozess gegen die beiden angeklagten jungen Männer. Das Motiv ist offenbar klar.

Kempten: Baby totgeprügelt - Vater wird zu langer Haftstrafe verurteilt

Update vom 7. August, 12.28 Uhr: Weil er seinen acht Monate alten Säugling ermordet hat, ist ein Vater vom Landgericht Kempten zu einer Haftstrafe von 14 Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. „In menschenverachtender und brutalster Weise wurde ein Kind zu Tode gebracht“, sagte der Richter bei Urteilsverkündung am Mittwoch. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte aus niedrigen Beweggründen gehandelt und das Baby qualvoll misshandelt hatte.

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Der 22-jährige Deutsche passte im August vergangenen Jahres auf seinen Sohn in einer Wohnung in Kaufbeuren (Landkreis Ostallgäu) auf. Als das Baby nicht aufhörte zu schreien, schlug er dem Säugling mit der Faust ins Gesicht, schleuderte den Körper mit dem Kopf voran gegen das Gitter des Kinderbetts, schüttelte und biss das Kind. Der Bub starb zwei Tage später im Krankenhaus an Folge von Hirnverletzungen. Der Mann ging nach der Tat auf Polizeibeamte los und brach einem die Nase.

Der Angeklagte stand während der Taten unter Einfluss von Alkohol und Marihuana. Das Gericht veranlasste eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Kempten: Baby wohl totgeprügelt - Lange Haftstrafe gefordert

Update vom 6. August, 16.24 Uhr: Im Prozess um einen jungen Vater, der sein Baby zu Tode geprügelt haben soll, fordern Staatsanwaltschaft und Nebenklägervertreterin lebenslange Haft für den Mann. „Es war ein Gewaltexzess zum Nachteil des schwächsten Opfers, das Sie sich denken können“, sagte die Anwältin der Mutter beim Plädoyer am Dienstag vor dem Landgericht Kempten. 

Der 22 Jahre alte Deutsche soll im August vergangenen Jahres seinen acht Monate alten Sohn in einer Wohnung in Kaufbeuren (Landkreis Ostallgäu) mit dem Gesicht gegen die Gitter des Kinderbettes geschlagen und mit der Faust ins Gesicht geprügelt haben. Das Kind starb an schweren Hirnverletzungen. Am morgigen Mittwoch will das Gericht das Urteil verkünden.

Kempten: Baby wohl totgeprügelt: Ex-Freundin sagt als Zeugin aus

Update vom 1. August, 12.59 Uhr: Zu Beginn der Verhandlung blieb der Angeklagte stumm. Der Deutsche sagte zu den Vorwürfen kein Wort. Das Geschehen in dem Gerichtssaal verfolgte er oftmals mit gesenktem Kopf. Die Ex-Freundin des Mannes ist Nebenklägerin in dem Verfahren. Als sie als Zeugin aussagte, brach sie einmal in Tränen aus.

Das junge Paar hatte seit der Jugendzeit eine mehrjährige Beziehung geführt, etwa zwei Wochen vor der Tat trennte sich die Frau von ihrem damaligen Freund. Dennoch bat sie ihn an jenem Abend im August 2018 darum, in ihrer Wohnung in Kaufbeuren auf den kleinen Bub aufzupassen. Die Frau wollte zum Sport und dann eine Freundin besuchen. Als aggressiv sei der Ex-Partner ihr bis dahin nicht bekannt gewesen, sagte sie.

Vor der Tat soll der Mann einiges an Alkohol getrunken und auch Marihuana genommen haben. Dann meldete er sich bei seiner Ex-Freundin und berichtete von dem leblosen Sohn. „Es kam der Anruf von ihm, nach etwa einer Stunde, dass er ihm weh getan hat“, erklärte die Frau. Sie eilte nach Hause und fand den schwer verletzten Sohn bewusstlos, nur noch mit Schnappatmung. „Ich habe sofort die Polizei gerufen.“ Den Beamten erklärte der Vater die schweren Verletzungen damit, dass er seinen Sohn „fest an sich gepresst“ habe, wie es einer der Streifenpolizisten erläuterte.

Kempten: Vater soll Baby totgeprügelt haben: Totschlag oder Mord?

Verteidiger Werner Hamm erläuterte der Strafkammer, warum er seinem Mandanten geraten habe, sich vor Gericht zu den Vorwürfen nicht zu äußern. Er begründete dies damit, dass die Staatsanwaltschaft den 22-Jährigen wegen Mordes angeklagt habe. Üblicherweise werde ein solcher Sachverhalt nur als Totschlag gewertet, meinte er.

Der Anwalt deutete damit an, worauf er in dem Prozess hinaus möchte. Bei einem Urteil nur wegen Totschlags könne sein Mandant mit einer deutlich kürzeren Zeit im Gefängnis rechnen. Bei Mord sieht das Gesetz in der Regel die lebenslange Haft als Schuldspruch vor.

Kempten: Baby wohl totgeprügelt: Staatsanwaltschaft sieht Mordmerkmale erfüllt

Doch für solch eine Verurteilung ist mindestens ein sogenanntes Mordmerkmal nötig. Die Staatsanwaltschaft sieht in der Anklage gleich zwei davon - niedrige Beweggründe wegen des Racheaspekts und Grausamkeit wegen der besonders brutalen Tat. Die Strafkammer wies zudem darauf hin, dass bei dem Fall auch das Mordmerkmal der Heimtücke möglich sei. Er sehe trotzdem eher einen Totschlag als einen Mord, sagte Hamm in einer Verhandlungspause.

Das Gericht hat drei Verhandlungstage eingeplant, um das Geschehen aufzuklären und rechtlichen Fragen nachzugehen. Am Mittwoch kommender Woche könnte das Urteil verkündet werden.

Kempten: Baby wohl totgeprügelt: Vater schweigt zu den Vorwürfen

Update 1. August, 10.16 Uhr: Zu Beginn eines Mordprozesses um den Tod eines acht Monate alten Buben hat der Vater zu den Prügelvorwürfen geschwiegen. Der 22-Jährige muss sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Kempten verantworten, weil er seinen Sohn zu Tode misshandelt haben soll. Der Mann soll den Säugling so heftig geschüttelt und geschlagen haben, dass der kleine Junge nach zwei Tagen starb.

Verteidiger Werner Hamm sagte in dem Verfahren, dass er seinem Mandanten geraten habe, sich vor Gericht nicht zu äußern. Der Anwalt begründete dies damit, dass die Staatsanwaltschaft den jungen Vater wegen Mordes angeklagt habe. Üblicherweise werde ein solcher Sachverhalt nur als Totschlag gewertet, meinte er.

Erstmeldung: Vater soll Baby totgeprügelt haben - Prozessbeginn in Kempten

Kempten - Im Allgäu soll ein Vater seinen acht Monate alten Sohn zu Tode geprügelt haben. Der 22 Jahre alte Mann muss sich von Donnerstag (9.00 Uhr) an in Kempten wegen Mordes vor dem Landgericht verantworten.

Mann wollte sich an Mutter rächen

Nach den Ermittlungen hatte der Vater den Säugling im August 2018 in Kaufbeuren brutal misshandelt, als er einen Abend lang einmal auf den kleinen Buben aufpassen sollte, während die Mutter unterwegs war. Der Mann soll nicht nur wegen des Weinens des Säuglings aufgebracht gewesen sein. Der Mann habe sich mit den Gewalttaten auch an der Mutter, die sich von ihm getrennt habe, rächen wollen, führt die Staatsanwaltschaft in der Anklage aus.

Vater schlug Baby wohl gegen Möbel und ins Gesicht

Nach den Angaben der Ermittler schüttelte der Angeklagte das Baby zunächst so stark, dass es ein Schütteltrauma erlitt. Danach soll der Deutsche seinen Sohn noch weiter gequält haben, indem er ihm absichtlich Schmerzen zugefügt habe. Er soll das Kind gepackt und gegen Möbel geschlagen haben, zudem soll er dem Säugling auch mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Nach Angaben eines Gerichtssprechers hatte der Vater bei der Kripo zu den Vorwürfen gesagt, dass er den Säugling lediglich fest gedrückt und ins Bett geworfen habe.

Junge starb an schweren Hirnverletzungen

Der Säugling kam an jenem Abend in einem lebensbedrohlichen Zustand zunächst ins Krankenhaus Kaufbeuren. Dann wurde der kleine Junge ins Augsburger Klinikum geflogen, dort starb er zwei Tage später an schweren Hirnverletzungen. Das Urteil ist in dem Prozess für kommenden Mittwoch (7. August) geplant.

dpa/lby

Eine Mutter soll ihr Kind in einer Otterfinger Wohnung umgebracht haben. Sie sitzt bereits in Haft. Nun wurde auch der mutmaßliche Vater (29) festgenommen. Eine junge Frau soll einen Jungen (4) mit Gewalt getötet haben. Die Stiefmutter sitzt wegen des Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. (Merkur.de*)

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