1. Startseite
  2. Bayern

Ampel-Opposition fordert mehr Mitsprache für Kita-Eltern - „Bayern ist komplett rückständig“

Erstellt:

Von: Dirk Walter

Kommentare

Ein Kind spielt in einer Kita: In Bayern soll ein landesweiter Elternbeirat für Kitas entstehen, finden die Oppositionsparteien.
Ein Kind spielt in einer Kita: In Bayern soll ein landesweiter Elternbeirat für Kitas entstehen, finden die Oppositionsparteien. © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

Kita-Eltern sind auf Landesebene noch nicht organisiert genug, finden die Oppositionsparteien in Bayern. Der Freistaat sei hier „komplett rückständig“.

München – Die Oppositionsparteien Grüne*, SPD* und FDP* unternehmen einen Vorstoß, um auf Landesebene einen Elternbeirat für Kitas einzurichten. Während sich für Schulen zahlreiche Lobbygruppen bayernweit engagieren, etwa der Bayerische Elternverband oder auch Elternorganisationen für die jeweiligen Schularten, gibt es so etwas bei Kindergärten und Krippen nicht.

„Eine starke Stimme für die Familien“ auf Landesebene wäre aber wichtig, sagte Diana Stachowitz (SPD). Sowohl bei Änderungen des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes als auch bei neuen Bundesgesetzen, etwa dem Gute-Kita-Gesetz, blieben bayerische Eltern ungehört. „Bayern ist hier komplett rückständig“, findet Julika Sandt (FDP).

(Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.)

Vor allem auf dem Land ist die Organisationsstruktur dünn

Konkret fordert die Ampel-Opposition, dass der Freistaat den Aufbau einer Geschäftsstelle für die Landeselternvertretung finanziell unterstützt – mit hauptamtlichem Personal. Ihre Aufgabe soll es laut Gesetzentwurf sein, „die Bedürfnisse der Eltern gegenüber dem Staat“ zu vertreten. Das Sozialministerium müsse auskunftspflichtig sein. Die Landeselternschaft soll aus gewählten Vertretern bestehen. Dazu müssten sich allerdings zunächst in Städten und Gemeinden Gesamtelternbeiräte gründen, die dann den Beirat auf Landesebene bestimmen.

Vor allem auf dem Land aber ist die Organisationsstruktur dünn. Der Aufbau solcher Gesamtelternbeiräte werde nur schrittweise möglich sein, sagte Johannes Becher (Grüne). „Es wird voraussichtlich eine gewisse Zeit des Aufwuchses der Gesamtelternbeiräte bedürfen, bis die Heterogenität der Elternschaft grundlegend auch im Landeselternbeirat abgebildet ist“, heißt es in der Gesetzeserläuterung. Auch das Wahlprozedere müsse erst noch bestimmt werden.

In Bayern gab es Ende 2019 – neuere Zahlen existieren nicht – fast 10.000 Kindertageseinrichtungen, darunter rund 1500 Krippen, über 5000 Kindergärten, 2200 Häuser für Kinder sowie 1000 Horte. Am kommenden Dienstag wird das Gesetz in erster Lesung im Landtag beraten. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare