Notarzthuschrauber „Christophorus 6“ im Einsatz am Himmel.
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Frau (49) stürzt vier Meter in die Tiefe: Bergwacht Marktschellenberg und die Besatzung des Salzburger Notarzthuschraubers „Christophorus 6“ retten Schwerverletzte.

Unglück am Gratterlberg

Touristen-Pärchen unterschätzt Schnee-Situation am Berg - Retter kommen auf gewöhnlichem Weg nicht weiter

  • Martina Lippl
    vonMartina Lippl
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Bei einer Bergtour am Sonntag stürzte eine 49-Jährige beim Abstieg vier Meter in die Tiefe. Ihre Freundin setzte sofort den Notruf ab. Schnee und Dauerregen brachte zwei Urlauber in Bergnot.

Marktschellenberg/Ettenberg - Eine 49-jährige Einheimische verunglückte bei einer Bergtour am Sonntag mit ihrer Freundin schwer. Die beiden waren am Gatterlberg von Ettenberg zur Kugelmühle hinab unterwegs als die 49-Jährige im oberen Bereich des Steigs über eine Serpentine rund vier Meter in die Tiefe abstürzte. Die Freundin leistete Erste Hilfe und setzte gegen 12.15 Uhr bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf ab, berichtet das BRK Kreisverband Berchtesgadener Land.

Acht Einsatzkräfte der Bergwacht Marktschellenberg, darunter auch der Bergwacht-Notarzt, fuhren von Ettenberg aus an. Ein Retter traf mit einem Motorrad bereits wenigen Minuten später bei der Verunfallten ein und übernahm die Erstversorgung,teilt das BRK mit. Die weiteren Einsatzkräfte rückten mit einem speziellen Geländefahrzeug einem sogenanntem All-Terrain-Vehicle (ATV) und zu Fuß nach. Mit diesem Geländefahrzeug wurde auch später der Notarzt des Hubschraubers „Christophorus 6“ zum Unfallort transportiert.

Bergwacht und Flugretter im Einsatz: 49-Jährige stürzt vier Meter in die Tiefe

Unter vereinten Kräften trugen die Einsatzkräfte die verletze Frau aus dem dichten Bergwald auf eine kleine Lichtung, wo sie dann „Christophorus 6“ besser mit dem Tau abholen konnte. Der Pilot brachte den Flugretter am Tau zur Einsatzstelle, der die liegende Patientin und den Notarzt zu sich ans Tau sicherte. Nach einer Zwischenlandung in Ettenberg wurde die 49-Jährige im Heli direkt weiter zum Salzburger Landeskrankenhaus geflogen. Die Bergwacht nach eigenen Angaben war zwei Stunden im Einsatz. Wie es zu dem Unglück nannte das BRK zunächst nicht.

Berchtesgaden am Königssee: Dauerregen und Schneefall bringt Urlauber in Bergnot

Die Bergwacht und die Wasserwacht Berchtesgaden mussten am späten Samstagvormittag (26. September) über den Königssee zum Eiswinkel ausrücken und dann bei widrigen Verhältnissen mit Dauerregen und Schneefall zur unteren Saugasse aufsteigen. Zwei Urlauber aus Nordrhein-Westfalen waren im Abstieg vom Kärlingerhaus mit dem frühen Wintereinbruch überfordert, teilt der BRK mit. Als gegen 11.10 Uhr der Notruf einging, hingen die Wolken so tief, dass an einen Rettungsflug nicht zu denken gewesen sei. Die BRK-Wasserwacht habe deshalb vier Bergretter über den See gebracht. Gegen 13 Uhr seien sie bei dem unverletzten, aber frierenden Duo eingetroffen.

Die Bergretter kümmerten sich dann um den „Wärmeerhalt“ und begleiteten die beiden Urlauber dann talwärts. Keine leichte Aufgabe. Während es nach BRK-Angaben am Funtensee schon zwischen 30 und 50 Zentimetern geschneit hatte, erschwerte in der Saugasse vor allem rutschiger Schneematsch den Abstieg. Die BRK-Wasserwacht holte gegen 14.30 Uhr Bergretter und Urlauber wieder mit dem Boot ab. Dort wurden alle mit warmen Getränken versorgt. Beim Wintereinbruch in Bayern und Tirol gab es einen halben Meter Neuschnee.

Wasserwacht Berchtesgaden mussten über den Königssee zum Eiswinkel ausrücken.

Weiterer Einsatz in Berchtesgaden: An der Brettgabel verstiegen

Bereits am Donnerstagabend (24. September) gegen 18 Uhr musste die Bergwacht Berchtesgaden Verstiegenen auf der Brettgabel helfen. Die Wanderer hätten den Steig verloren und in der einsetzenden Dunkelheit Angst gehabt, nicht mehr ins Tal zu finden. Während der Einsatzleiter versuchte, die Unverletzten telefonisch zu lotsen, stiegen Bergretter mit Stirnlampen zu Fuß auf und begleiteten die Verstiegenen mit Stirnlampen ins Tal. (ml)

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