Klaus Holetschekt geht davon aus, dass bald die Impfpriorisierung aufgehoben wird.
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Klaus Holetschek (CSU) verteidigt den Maskenkauf von 2020. (Archivbild)

Immense Preise für Mundschutzmasken

Millionenbeträge für Masken: Holetschek verteidigt Bayerns teure Maskenkäufe: „Es ging um Leben und Tod“

  • Raffael Scherer
    VonRaffael Scherer
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Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat die hohen Ausgaben für Corona-Schutzmasken am Anfang der Pandemie verteidigt. Die Kosten waren der damaligen Situation geschuldet.

München - Der Gesundheitsminister Bayerns, Klaus Holetschek (CSU*), hat am Dienstagnachmittag (4. Mai) die immensen Ausgaben im Frühjahr 2020 mit der damaligen Situation gerechtfertigt. „Es ging um Leben und Tod“ begründete Holetschek laut dpa die Entscheidung im bayerischen Landtag im vergangenen Frühjahr. Seiner Aussage nach seien FFP2-Masken* vorrangig zu Preisen von unter fünf Euro pro Maske eingekauft worden. Nur bei einem der 59 Kaufverträge räumte er ein, dass bei diesem die Preise bei fast neun Euro lagen.

Er verwies auf den durchschnittlich bundesweit akzeptierten Preis von damals. Der lag laut der Regierung bei 16,71 Euro pro FFP2-Maske. In manchen Verträgen der Ministerien seien Preise von über 35 Euro akzeptiert worden. Solche Preise habe das bayerische Gesundheitsministerium nicht bezahlt, so Holetschek.

Preise für FFP2-Masken: Holetschek verweist auf asiatischen Eigenbedarf und knappes Material

Die bayerische SPD hatte zuvor die immensen Ausgaben der Staatsregierung wegen zu hoher Preise kritisiert. Dabei war von Einkaufspreisen über 8,90 Euro die Rede, was der SPD* zu hoch sei. Da es bisher keine öffentliche Zuordnung zwischen Preisen, Herstellern und Lieferanten gibt, sei laut SPD-Landeschef Florian von Brunn keinerlei parlamentarische Kontrolle möglich.

Holetschek erklärte die Vorwürfe damit, dass in der dramatischen Situation damals aufgrund des Coronavirus* ein weltweiter großer Mangel an Materialien für die Masken geherrscht habe. Auch, weil Lieferanten in Asien wegen Eigenbedarfs weggebrochen seien. Gleichzeitig sei die Nachfrage auf der ganzen Welt nach Maskenmaterial damals explodiert.

Preise für FFP2-Masken: Holetschek sicher: Keine Vermittlungsprovisionen bei Hinweisen aus der Politik

Insgesamt hätten Gesundheitsministerium und Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zwischen Februar und Juni 2020 Material im Gesamtvolumen von über 400 Millionen Euro bestellt. Darunter fielen 150 Millionen Schutz- und OP-Masken im Wert von über 270 Millionen Euro, sowie mehr als 84 Millionen Einmalhandschuhe im Wert von über 18 Millionen Euro.

Holetschek stellte auch im Hinblick auf die Maskenaffäre* klar, dass das bayerische Gesundheitsministerium bei hilfreichen Tipps aus der Politik in keinem Fall Vermittlungsprovisionen bezahlt habe. Bisher aufgetretene Vorwürfe sollte laut dem Gesundheitsminister im Sinne größtmöglicher Transparenz nachgegangen und geprüft werden. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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