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Eine Schneekanone in Garmisch-Partenkirchen.

Studie zur Beschneiung in Skigebieten

Bayerns Naturschützer wollen keinen künstlichen Schnee

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Bayerns Skigebiete sind zunehmend auf Kunstschnee angewiesen, der Staat fördert die Anlagen mit viel Geld. Umweltschützer betonen in einer Studie, der Aufwand nutze nur ein paar Unternehmen – und fordern ein Ende der Förderpraxis.

Der Bund Naturschutz (BN) und die Alpenschutzkommission CIPRA kritisieren den Einsatz von Schneekanonen. Sie seien weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, hieß es bei der Vorstellung einer neuen Studie mit dem Titel „Der gekaufte Winter“. „Das Ganze ist Geschäftemacherei mit dem Klima und der Natur“, sagte der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner. Für den Profit von wenigen Planungsbüros und Geräteherstellern komme am Ende über Fördergelder der Steuerzahler auf.

Die Studie ist eine Bilanz der künstlichen Beschneiung im Alpenraum. Die Autoren – Axel Doering vom BN und Sylvia Hamberger von der Gesellschaft für ökologische Forschung – skizzieren zunächst das Ausmaß: Allein in Bayerns Alpen werden demnach 723 Hektar beschneit (Stand 2014), im Jahr 2005 waren es noch 382. Im gesamten Alpenraum sind es 70.000 Hektar Skipisten. Dafür werden laut Studie pro Saison 2100 Gigawatt Strom benötigt, was etwa dem Jahresverbrauch der Stadt Nürnberg entspricht. Außerdem gehen die Autoren von einem Wasserverbrauch von 280 Milliarden Litern aus.

Die Kritik der Naturschützer ist nicht neu, wird aber durch die düstere Klimaprognose befördert, die Bayern einen Temperaturanstieg um bis zu 4,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts prophezeit (wir berichteten). Damit der Skibetrieb aufrecht erhalten werden könne, müsse künftig „immer mehr Schnee in immer kürzerer Zeit“ hergestellt werden, sagte Sylvia Hamberger. „Die Gemeinden begeben sich da in ein Hamsterrad.“ Am Ende sei das Ganze ein Draufzahlgeschäft.

Noch rentiert sich die Anschaffung von Schneekanonen aber für viele Gemeinden. Das liegt auch an den Fördersummen, mit denen der Freistaat ihren Bau unterstützt. Allein für die neue Beschneiungs-Anlage am Sudelfeld (Kreis Miesbach) sind bislang 3,1 Millionen Euro geflossen. Die Grundlage für die Millionen-Zuschüsse, das „Seilbahnförderprogramm“, wurde heuer bis 2016 verlängert.

Die Naturschützer fordern, jenes Programm zum kommenden Jahr auslaufen zu lassen. Bayern brauche Alternativ-Konzepte. Ein Patentrezept dafür haben aber auch die Naturschützer noch nicht.

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