Dieses Bild zeigt einen Bären bei Reutte. Ob es sich hier um den gleichen Bären handelt, der Anfang Juni im Pitztal fotgrafiert wurde, ist noch nicht bekannt. 

Hier steppt der Bär

Wieder ein Bär entdeckt - er steht schon an bayerischer Grenze

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  • Max Wochinger
    Max Wochinger
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In Tirol ist ein Bär von einer Wildtierkamera fotografiert worden – wenige Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt. Vieles deutet darauf hin, dass es sich dabei um dasselbe Tier handelt, das vor knapp drei Wochen im Pitztal abgelichtet wurde.

Reutte – Der Bär rückt näher. In der Nacht zum Montag vor einer Woche ist im Klausenwald im Gemeindegebiet Reutte in Tirol wieder ein junger Braunbär in eine Fotofalle getappt, nachdem knapp zwei Wochen vorher ein Tier im Pitztal fotografiert wurde. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich um denselben Bären handelt“, sagt Johannes Fritz, Amtstierarzt des Bezirks Reutte. Sicherheit gebe es aber erst, wenn die DNA-Spuren aus Reutte und aus dem Pitztal analysiert sind. „Die Proben liegen bereits in Wien“, sagt der Veterinär.

Bär legt bis zu 40 Kilometer pro Tag zurück

Sollte der Bär, der sich offenbar gerade auf einem Streifzug durch Tirol befindet, die Grenze passieren, wäre er der erste Bär in Bayern seit dem berühmt-berüchtigten Bruno im Jahr 2006 und erst der zweite seit 183 Jahren. „Vielleicht ist er ja schon in Bayern“, sagt Fritz und kann sich dabei ein Lachen nicht verkneifen, angesichts des großen Echos, das die Sichtungen in Tirol bei den bayerischen Nachbarn gefunden haben. Ganz unwahrscheinlich ist dieses Szenario nicht, schließlich kann ein junger Bär locker 30 bis 40 Kilometer am Tag zurücklegen. Der Klausenwald liegt knapp 20 Kilometer von der deutsch-österreichischen Grenze entfernt. Und seit der Sichtung bei Reutte ist nun schon eine Woche vergangen.

Bär aus Tirol verhält sich bislang unauffällig 

Im Gegensatz zu seinem prominenten Vorgänger Bruno, der in der Grenzregion von der Schafherde über den Bienenstock bis zum Kaninchenstall alles plünderte, was ihm unter die Nase kam, verhält sich der bisher noch namenlose Wanderer aber äußerst ruhig. „Er ist überhaupt nicht auffällig“, sagt Fritz. In seinem Bezirk gab es in letzter Zeit lediglich einen Rotwild-Riss, bei dem noch unklar ist, ob tatsächlich der Bär aktiv geworden ist, oder ob es nicht doch ein Wolf war. Auch das wird derzeit untersucht. „Es wurden keine Bienenstöcke geplündert und auch sonst deutet alles darauf hin, dass es sich um ein sehr scheues Tier handelt.“ Deshalb gibt es derzeit keine Hinweise, wo sich der Braunbär momentan aufhalten könnte.

Bären sind für Menschen keine große Bedrohung 

Im Bezirk Reutte hätten die Landwirte die Anweisung bekommen, ihre Schafe nachts in den Stall zu bringen und ihre Elektrozäune zu kontrollieren. „Unruhe herrscht aber keine“, sagt Fritz. „Es gibt auch keinen Anlass zur Besorgnis. Denn ein scheues Tier ist für niemanden gefährlich.“ Überhaupt ist Fritz der Meinung, dass die Menschen gelassener mit den Nachweisen umgehen sollten. „Ein Bär in einer Fotofalle ist kein Weltuntergang.“ In Slowenien leben auf einer Fläche ungefähr so groß wie Oberbayern rund 1000 Bären. „Und man stelle sich vor, die Slowenen leben immer noch.“ Martin Janovsky, Beauftragter des Landes Tirol für Tierschutz, gibt ebenfalls Entwarnung. Eine Gefahr gehe meist nur von Bärinnen mit Jungen aus. „Der Bär aus Tirol ist eher nicht bedrohlich.“

Zu Gast im Pitztal: Hier tappte ein Bär Anfang Juni in die Fotofalle. Kurz zuvor wurden in St. Leonhard drei Schafe gerissen. Die DNA-Proben werden noch untersucht. 

Auf bayerischer Seite wird der Weg des Bären interessiert verfolgt. „Die Lage und die Entwicklung werden genau beobachtet“, sagte gestern ein Sprecher des bayerischen Umweltministeriums. „Das Landesamt für Umwelt steht hierzu in engem Kontakt mit den Kollegen in Österreich.“ Derzeit gebe es aber keine Hinweise, dass der Bär die Grenze nach Bayern passiert hat.

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13 Jahre nach der Aufregung um Bär Bruno nähert sich wieder ein Braunbär der bayerischen Grenze, doch die Bauern bleiben cool – vorerst.

In den rumänischen Karpaten wurde ein Niederbayer von einer Bärenmutter angegriffen - glücklicherweise hatte seine Freundin eine rettende Idee.

Eine schockierende Erfahrung mit einem Braunbären machte auch ein Mann auf einem Waldspaziergang. Der Mann lieferte sich einen Kampf mit dem Bären, der schnell zur Nahtoderfahrung wurde. Der Bär verschleppte den Mann in seine Höhle. Einen Monat musste das Opfer in der Bären-Höhle verbringen, wie extratipp.com* berichtet.

Video: Bär entdeckt Kamera im Wald

*extratipp.com ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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