Am Grenzübergang Raubling hätte der Flüchtende beinahe zwei Grenzpolizisten überfahren.
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Am Grenzübergang Raubling hätte der Flüchtende beinahe zwei Grenzpolizisten überfahren. (Symbolbild)

Durch halb Oberbayern

Irre Verfolgungsjagd bis nach Österreich: VW-Fahrer rammt Streifenwagen und hängt Hubschrauber ab

  • Thomas Eldersch
    VonThomas Eldersch
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Ein 45-Jähriger gefährdete zahlreiche Autofahrer und Polizisten. Außerdem rammte er einen Streifenwagen. Freitagnacht ging eine spektakuläre Verfolgungsjagd durch Bayern und Österreich zu Ende.

München/Kufstein - Eine spektakuläre Verfolgungsjagd durch halb Oberbayern leistete sich Freitagnacht ein mutmaßlicher Autodieb. Der 45-jährige, tschechische Staatsbürger überquerte sogar die Grenze nach Österreich. Im Schlepptau zahlreiche Streifenwagen und sogar ein Polizeihubschrauber. Nur ein glücklicher Zufall konnte den Mann am Ende stoppen.

Verfolgungsjagd auf der A8: Flüchtiger Tscheche in Österreich gesucht

Gegen 22.30 Uhr war eine Streife der Grenzpolizeiinspektion Piding auf der A8 Richtung München* unterwegs. Vor ihnen fuhr ein VW Golf mit tschechischem Kennzeichen. Nach einer Überprüfung im Bordcomputer stellte sich heraus, dass die österreichischen Behörden das Auto suchten. Es galt als gestohlen, heißt es in der Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Als sie den 45-Jährigen und seinen 38-jährigen Beifahrer anhalten wollten, gab dieser jedoch Gas. Mit überhöhter Geschwindigkeit raste er weiter Richtung München.

Auf der Höhe Inntaldreieck wäre es dann fast zu einem Zusammenstoß gekommen. „Halsbrecherisch und rücksichtslos“ überholte er auf dem Seitenstreifen mehrere andere Fahrzeuge und fuhr an der Anschlussstelle Rosenheim/West von der A8 ab. Die Verfolgungsfahrt zog sich dann weiter durch ganze Stadtgebiet. Bei Raubling versuchten zwei Grenzpolizisten ihn auf der linken Spur abzudrängen. Der 45-Jährige hielt allerdings voll drauf, rammte den Streifenwagen und quetschte sich an der Leitplanke durch. Die Beamten blieben unverletzt. Am Polizeiauto entstand jedoch ein Schaden von mehreren tausend Euro.

Verfolgungsjagd auf der A8: Flütiger durchbricht Straßensperre an der Grenze

Weiter ging die wilde Fahrt in Richtung österreichische Grenze. Inzwischen hatte sich auch ein Polizeihubschrauber an der Verfolgungsjagd beteiligt. Auf der A93 richteten Grenzpolizisten am Grenzübergang eine Straßensperre ein. Aber auch diese konnte der Flüchtende umfahren. Dabei gefährdete er das Leben der österreichischen Beamten, weil er „die Anhalteversuche rücksichtslos missachtete“, heißt es weiter im Bericht. Bayerische Streifenwagen und der Helikopter blieben an dem 45-Jährigen dran.

Kurz vor der Ausfahrt Kufstein/Nord endete dann die Verfolgungsjagd. Ein Reifenplatzer stoppte letztendlich den Flüchtigen. Die bayerischen Polizisten nahmen daraufhin die beiden Tschechen sowie den Golf in Gewahrsam und brachten sie zurück nach Deutschland. Dort wird sich der 45-Jährige jetzt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, der Gefährdung des Straßenverkehrs, Unerlaubten Entfernens vom Unfallort sowie mehrerer Verkehrsordnungswidrigkeiten verantworten müssen.

Die Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Traunstein* übernommen. Unterstützt wird sie von der Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim*. Auf österreichischer Seite ermittelt das Landeskriminalamt Tirol. Dort werden auch Autodiebstähle, die der Tscheche und sein Freund in Kärnten und Tirol begangen haben sollen, untersucht. Der 45-Jährige wurde allerdings nach den polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt, heißt es in der Mitteilung. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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