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Gefährliche Pflanze breitet sich aus: Der „wilde Hanf“ kann schwere Asthma-Anfälle auslösen

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Von: Felix Herz

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Sie kommt ursprünglich aus Nordamerika, breitet sich aber immer mehr in Bayern aus. Die Beifuß-Ambrosie kann lebensgefährliche Asthma-Anfälle auslösen.

München – Die Ambrosia hat viele Namen: Fachlich heißt sie Ambrosia artemisiifolia, man kennt sie aber auch unter den Namen Beifuß-Ambrosie und Beifußblättriges Traubenkraut. Weil sie vom Aussehen her einer Hanfpflanze sehr ähnelt, wird sie umgangssprachlich auch als „Wilder Hanf“ bezeichnet.

Die Ambrosia wird in vielen Ländern gefürchtet und rigoros bekämpft, da sie auch für den Menschen gefährlich werden kann. Seit Jahren breitet sie sich auch in Deutschland und Bayern immer mehr aus. Denn bei der Ambrosia handelt es sich um eine wärmeliebende Pflanze und die durch den Klimawandel auch hierzulande steigenden Temperaturen kommen ihr mehr als gelegen.

Ambrosia: Die invasive Pflanze kann schwere Asthma-Anfälle auslösen

Die Pollen der Ambrosia sind stark allergieauslösend, schreibt das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege auf einer extra eingerichteten Website. Während bei typischen allergieauslösenden Pollen wie Birken- oder Gräserpollen eine Luftkonzentration von etwa 50 Pollen pro Kubikmeter Luft eine allergische Reaktionen hervorruft, reichen bei der Ambrosia bereits zehn Pollen pro Kubikmeter Luft.

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Einer Forschung der Ludwig-Maximilians-Universität München im Auftrag des Ministeriums zufolge sind in Bayern bereits einige Menschen gegen die Beifuß-Ambrosie sensibilisiert. Heißt: Sie reagieren noch empfindlicher auf die Pollen der Pflanze. In schlimmen Fällen kann eine Ambrosia-Allergie zu Asthma führen.

Die widerstandsfähige Ambrosia verlängert die Leidenszeit von Allergikern

Für Allergiker besonders nervig: Die Ambrosia blüht später als andere heimische allergieauslösenden Pflanzen. Laut nordbayern.de blüht sie zwischen August und Oktober, manchmal hält sie sogar bis November durch. Das verlängert die Leidenszeit für Allergiker um mehrere Monate und wirkt sich so auch auf die Kosten für die Gesundheitsbranche aus. Dem Zentrum für Umweltforschung Helmholtz könnten, wenn sich die Pflanze weiter so ausbreite, zehn Prozent der deutschen Bevölkerung von der Allergie betroffen sein; ein noch höherer Kostenfaktor.

Das Problem: Auch bei Menschen, die noch nie eine Allergie gegen Pollen hatten, kann der Kontakt mit der Ambrosia eine Allergie auslösen, schreibt das Julius-Kühn-Institut in einer Pressemitteilung. Und ist die einmal da, bleibt sie bei den meisten Menschen auch ein Leben lang bestehen.

Die Ambrosia im eigenen Garten: Wie wird man sie los?

Die Beifuß-Ambrosie wächst im Juni besonders stark, gute zwei Meter kann sie dann hoch werden. Am besten erkennt man sie aufgrund ihrer Ähnlichkeit zur herkömmlichen Hanf-Pflanze. Wenn man eine Ambrosia im Garten entdeckt, ist es wichtig, sie schnell zu entfernen.

Um zu verhindern, dass Pollen in die Augen oder Atemwege gelangen, sollte aber ausreichend Schutzkleidung getragen werden – in Form einer Atemschutzmaske und Schutzbrille. Auch sind Handschuhe wichtig, da bereits der Hautkontakt mit der Ambrosia ausreicht, um Reaktionen hervorzurufen. Dann heißt es: Die Pflanze samt Wurzel ausreißen und in einem Plastikbeutel verpackt im Restmüll entsorgen. Im Idealfall noch bevor sie blüht. (fh)

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Der Klimawandel lässt neue Pflanzen bei uns wachsen. Die Ambrosia gilt als Allergieauslöser. Wie verbreitet und giftig ist sie?

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