„Jeder Ort kann sich einbringen“

Erstes Festival für „Neuen Heimatfilm“ in Bayern geplant

Kultur- und Filmschaffende aus Bayern wollen ein Festival auf die Beine stellen, das sich dem Genre des „Neuen Heimatfilms“ widmet.

München - Die „Biennale Bavaria International“ soll im Oktober 2019 in verschiedenen Kleinstädten Südost-Bayerns an den Start gehen und regelmäßig veranstaltet werden, wie die Organisatoren am Dienstag in München erklärten. Man habe sich absichtlich gegen Metropolen entschieden, um das eigentliche Zielpublikum nicht auszuschließen. „Jeder Ort kann sich einbringen, die Bevölkerung kann sich mit dem Thema auseinandersetzen“, sagte der Vorsitzende des neu gegründeten Vereins „Internationales Festival des Neuen Heimatfilms“, Günther Knobloch. Das Projekt war kürzlich vom Freistaat mit mehr als 28 000 Euro gefördert worden.

Das Festival soll eine gute Woche dauern und in mindestens sechs Städten gleichzeitig stattfinden. „Es könnten aber noch welche dazu kommen“, erklärte Knobloch. Es werde auch eine internationale Beteiligung angestrebt. „Wir wählen Filme aus, bei denen wir glauben, dass sie in unser Raster fallen.“ Die Arbeiten aus Kategorien wie Krimi, Dokumentation und Jugend sollen diskutiert und von einer Jury bewertet und prämiert werden. Außerdem ist in den Kommunen ein Rahmenprogramm aus Musik- und Literaturveranstaltungen geplant. Bisher gebe es in Deutschland noch keine derartige Veranstaltung, die sich kompetent mit der Bewegung auseinandersetzte, sagte Knobloch.

Der „Neue Heimatfilm“ setzt einen Gegenpol zu der üblichen kitschig-heilen Welt und thematisiert auf humorvolle und kritische Art das spannungsreiche Leben zwischen Land und Stadt. Zu den Unterstützern des geplanten Festivals gehören unter anderem die Schauspieler Ottfried Fischer und Lisa Fitz. „Ich bin aufgewachsen mit einem sehr starken Bezug zu meiner Heimat“, sagte Fitz, die bei der Vorstellung des Projekts dabei war. Sie selbst setze sich in ihrer Arbeit immer wieder kritisch mit dem Thema auseinander. „Heimat ist das, wo man her kommt und wo Familie und Freunde sind, was einen belastet und auch erfreut.“

dpa

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