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Lehrer werden an Grund- und Mittelschulen dringend gesucht. 

Es fehlt an Pädagogen

Die Präsidentin der Lehrer warnt: „Der Brand ist nicht gelöscht“

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Als Kassandra sieht sich BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann nicht. Doch zum wiederholten Male bringt sie den Mangel an Lehrkräften zur Sprache. Die Situation werde sich verschärfen.

München – Mit drastischen Worten („die Hütte brennt“) hatte die wortgewaltige Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands im Juli vor dem Lehrermangel gewarnt. Kultusminister Michael Piazolo war über die Wortwahl nicht beglückt. Doch zurücknehmen will Simone Fleischmann einen Monat nach Schuljahresbeginn nichts. „Wir haben die Verantwortung, zu benennen, wo es eng wird“, sagt sie am Montag in München vor der Presse. Und die Situation habe sich nicht geändert.

„Eltern machen für vieles, was nicht mehr geht, Lehrer vor Ort verantwortlich“

Zwar stehe fast überall ein Lehrer vor der Klasse. Doch das könne „nicht mehr die Benchmark“ sein. Eltern seien zu Recht anspruchsvoller als früher. Und „sie machen für vieles, was nicht mehr geht, den Lehrer vor Ort verantwortlich“. Fleischmann rechnete vor, dass neun Prozent der Unterrichtsstunden an Bayerns Schulen nicht planmäßig gehalten wurden und 1,5 Prozent ersatzlos ausfielen. Umgerechnet auf einen Gymnasiasten mit zwölf Schuljahren bedeute es, dass dieser ein Schuljahr und drei Wochen nicht planmäßig unterrichtet worden sei. 4,5 Prozent des Unterrichts an Realschulen und 2,5 Prozent an den Gymnasien werde von Lehrern ohne Lehrbefähigung für das jeweilige Fach gehalten. Auch das sei kein Zustand. Zudem werde es in Bayern in fünf Jahren 135 000 Schüler mehr als heute geben – demzufolge müssten bis dahin über 10 000 zusätzliche Lehrer angestellt werden. „Der Brand ist nicht gelöscht, der Lehrermangel ist konkret“, warnte Fleischmann.

Lehrermangel: Chef des Realschullehrerverbands warnt vor Panikmache

Sie steht damit nicht allein. „Es ist schon bitter, wenn all das, was Eltern heute an individueller Förderung für ihre Kinder von der Schule erwarten, nicht mehr stattfindet“, meinte SPD-Bildungsexpertin Simone Strohmayr. „Bisher erreichten uns zwar nur wenige Meldungen zu Unterrichtsausfällen“, so der Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbands, Martin Löwe. Das werde sich mit Einsetzen einer Grippewelle ändern. Der Chef des Realschullehrerverbands, Jürgen Böhm, warnte indes vor Panikmache. „Frau Fleischmann hat einen sehr verkürzten Blick auf die Grund- und Mittelschulen.“

Klagen aus den Schulen gibt es aber schon jetzt. Der erste BLLV-Vizepräsident Gerd Nitschke berichtete über eine Umfrage unter Verbandsmitgliedern. Es habe zwar vereinzelt auch positive Rückmeldungen gegeben („Wir sind gut versorgt“). Die Masse habe indes konkrete Sorgen geäußert – zum Beispiel über den Wegfall von Zusatzangeboten in musischen Fächern. Auch Extrembeispiele gebe es, an einer Schule im ländlichen Oberbayern zum Beispiel seien zwei Studenten für je 15 Stunden Unterricht eingestellt worden.

Fleischmann mahnte eine bessere Eingangsbesoldung für Grund- und Mittelschullehrer ein – A 13 statt A 12. Wichtiger noch sei mehr Flexibilität in der Lehrerbildung. Lehramtsstudenten sollten sich nicht gleich am Anfang für eine Schulart entscheiden müssen.

Beginnt die Schule morgens zu früh? Mathe-Schulaufgabe morgens um 8.00 Uhr -für manch einen ein Horror. Todmüde quält man sich von Aufgabe zu Aufgabe, die Gedanken sind schwerfällig und zäh. Könnte die Schule doch bloß später starten - oder doch nicht?

Die Unesco hat aktuelle Zahlen veröffentlicht. Weltweit ist der Lehrkräftemangel in Subsahara-Afrika am größten. Betroffen ist aber auch Deutschland.

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