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Der Forggensee nahe Füssen im Oberallgäu wurde für Sanierungsarbeiten komplett abgelassen. Statt Schwimmen war Wandern angesagt. Seit Montag wird er nun wieder langsam und unter Beobachtung aufgefüllt. Das Wasser liefert der Lech.

Dürre setzt Tourismus und der Schifffahrt zu

Beliebte Seen und Flüsse trocknen aus - mit drastischen Folgen für die Region

Wüstenklima, kein Regen in Sicht. In nahezu ganz Bayern stehen Flusspegel inzwischen auf Niedrigwasser und kratzen an der vorletzten Marke „Sehr niedrig“.

Auch am Lech ist das so. „Es müsste mal richtig regnen“, wünscht sich Renate Schweiger von der gleichnamigen Personenschifffahrt in Kelheim an der Donau. „Dann könnte es auch wieder bis zum Kloster Weltenburg gehen – mit dem Schiff.“

Das uralte Kloster mit dem genauso berühmten Biergarten lässt sich zurzeit nur über Land erreichen. Vor der Anlage steht das Wasser höchstens hüfthoch, in Kelheim schafft der Pegel 2,20 Meter, 2,70 bräuchte es, damit Schiffe in Weltenburg anlegen können. Zu wenig Wasser, also. Schweiger macht hierfür neben der Trockenheit noch zwei weitere Faktoren aus. Zum einen, dass in Kelheim das Wasser zum Main-Donau-Kanal hochgepumpt wird und somit in der Donau Wasser in die Lücke nachströmt. Und das Auffüllen des trockengelegten Forggensees, das seit Tagen läuft

Kraftwerksbetreiber Uniper hatte Risse am Staudamm festgestellt, für die Sanierung wurde der See abgelassen. Seither sitzen am größten Stausee Deutschlands Bootsverleiher wie Schifffahrt auf dem Trockendock, der Tourismus lahmt.

Zunächst soll dort der Wasserpegel wieder auf eine Höhe von fünf Metern steigen, es sind riesige Wassermassen, die der speisende Lech da liefern muss. Dementsprechend fehlt im Lech Wasser flussabwärts – und damit auch in der Donau. Dies hätte sich für die Kelheimer Schifffahrt vielleicht verkraften lassen können, doch kurz vor Kloster Weltenburg hat sich auch noch eine Kiesbank aufgetürmt, die zur Barriere wird. Es ist also ein unglückliches Zusammentreffen mehrerer Faktoren: Wenn die Fließgeschwindigkeit der Donau dank mehr Wasser höher wäre, „würde es wohl den Kies wegschwemmen“, schätzt Schweiger. Bis der Kies weg ist, hilft man sich mit Rundfahrten durch den Donaudurchbruch. Doch die Situation könnte sich schnell ändern, und auch der Fahrplan. Dann geht es wieder zum Kloster, nicht nur mit dem Auto, zu Fuß, mit dem Radl – sondern auch mit dem Schiff.

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