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Die Bayerischen Staatsforsten wollen mehr Bienen in den Wald holen - und dazu den Boom bei der Imkerei nutzen.

Plätze für Hobby-Imker

Bayern soll summen - Bienen in den Wald

Bienen sollen verstärkt in die Wälder einziehen. Die Bayerischen Staatsforsten werben dafür - und sehen darin eine Win-win-Situation.

München - Die Bayerischen Staatsforsten wollen mehr Bienen in den Wald holen - und dazu den Boom bei der Imkerei nutzen. Hobbyimker könnten im Staatswald ihre Bienenstöcke aufstellen, sagte Vorstandschef Martin Neumeyer. Gerade Imker aus den Städten suchten Flächen für die Ausübung ihres Hobbys. Die Bienen wiederum sollen die Artenvielfalt im Wald fördern und beim wegen des Klimawandels besonders wichtigen Umbau in einen Mischwald helfen. „Die Bienen schaffen mehr Struktur und mehr Vielfalt. Das bringt beiden Seiten, den Staatsforsten und den Imkern, Vorteile“, sagte Neumeyer.

Jährlich gebe es in Bayern rund 3000 Neuimker. Insgesamt betreuen derzeit 35.000 Imker rund 250.000 Völker. Doch nur 1200 Imker hätten mit den Staatsforsten Nutzungsverträge abgeschlossen. Das sei angesichts von 800.000 Hektar Staatswald wenig. „Wir könnten noch tausende Imker aufnehmen“, sagte Neumeyer.

Einen sicheren Schutz gegen den Diebstahl von Bienenvölkern, wie er kürzlich für Schlagzeilen sorgte, können die Staatsforsten nicht bieten. „Diebstahl ist natürlich immer ein gewisses Risiko.“ Zäune und Bauten seien im Wald nicht gerne gesehen. „Aber der Revierförster kann für den Imker ein stilleres Plätzchen suchen, das man nicht sofort sieht. Da lassen sich Mittel und Wege finden.“

Schon jetzt ist der Wald im Umbau. Sträucher sollen an den Waldrändern Wind abhalten helfen - sie seien zugleich ein guter Lebensraum für Bienen. Es bleibt mehr Totholz im Wald. Das soll auch Wildbienen in den Forst zurück locken. Die Staatsforsten wollen zudem zusammen mit den Imkerverbänden den Wald aktiv Bienen-freundlicher machen. Es gehe um eine Vielzahl kleinerer Maßnahmen, wie die Aussaat von Blühwiesen, für die auch Geld in die Hand genommen werde. In den über Jahrzehnte gepflegten Monokulturen im Wald, aber auch auf den Feldern konnten Bienen immer schlechter überleben.

Mehr als die Hälfte der 561 Wildbienenarten stehen in Deutschland nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) bereits auf der Roten Liste. Bundesweit ist deshalb gerade ein vom Bundesumweltministerium gefördertes Projekt „BienABest“ an den Start gegangen, um dem Bienensterben Einhalt zu gebieten. Vor allem die Varroa-Milbe löscht Jahr für Jahr viele Völker aus.

Im Wald fänden Bienen in der Ausscheidung von Läusen auch Nahrung, wenn es auf den Wiesen keine Blüten mehr gebe, sagte Neumeyer. „Wohlgenährte Bienen sind viel widerstandsfähiger gegen Krankheiten.“ Um die Forschung resistenter Bienenvölker zu unterstützen, will Neumeyer auch dafür Flächen bereitstellen.

Mittelfristig könne mit mehr Bienenvölkern der heimische Bedarf an Honig besser gedeckt werden. Bei einem jährlichen Konsum von rund 90.000 Tonnen Bienenhonig deutschlandweit würden rund 60.000 Tonnen importiert. In Bayern sei das Bild nach Schätzungen nur etwas besser. Hier würden pro Jahr rund 7000 Tonnen erzeugt, verbraucht würden aber 13.000 Tonnen.

dpa

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