Patienten aus dem Ausland

Bayern spitze bei Medizintourismus

München – Bayern ist das deutsche Mekka des Medizintourismus. Kein anderes Bundesland zieht so viele Patienten aus dem Ausland an. Die meisten kommen aus Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bald könnte China nachziehen.

Im Jahr 2013 verbuchten die Kliniken im Freistaat knapp 25 000 Krankenhausaufenthalte von Patienten aus dem Ausland – etwa neun Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist das Ergebnis der jüngsten Auswertung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Medizintouristen mehr als verdoppelt. Ein Viertel aller Touristen, die aus medizinischen Gründen nach Deutschland kommen, lässt sich in Bayern behandeln. Die Hälfte davon besucht Kliniken in der Landeshauptstadt und deren Umgebung. „München ist das Zentrum des Medizintourismus schlechthin“, sagt Jens Juszczak von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Der Forscher schätzt den Erlös der bayerischen Kliniken aus dem Medizintourismus auf derzeit 300 Millionen Euro im Jahr. Auch Hotels, Wirtshäuser und der Einzelhandel profitieren, zumal viele Kranke mit der Familie anreisen.

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Für die klammen Kassen der Kliniken sind die Medizintouristen eine wichtige Zusatzeinnahmequelle. Sie sind Privatpatienten – und zahlen deutlich mehr als die oft mageren Fallpauschalen, die die gesetzlichen Krankenkassen erstatten. Im Vergleich zu Großbritannien und den USA ist die Behandlung in Deutschland für sie aber noch immer günstig.

Besonders viele Medizintouristen reisen aus Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Nur die österreichischen Nachbarn lassen sich noch öfter in bayerischen Krankenhäusern behandeln.

Das bayerische Gesundheitsministerium erwartet, dass der Boom weiter anhält. Ein weiterer Trend zeichnet sich ab: Die Zunahme von Patienten aus China. Seit Jahren zählt München immer mehr Gäste aus der Volksrepublik.

Alexander Sarovic

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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