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Bayern-Ticket: Alle Änderungen im Überblick

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München - Beim Bayern-Ticket gibt es grundlegende Änderungen. Statt eines Pauschalpreises ist der Preis künftig nach der Anzahl der Reisenden gestaffelt. Der Fahrgastverband Pro Bahn bemängelt: Es wird immer komplizierter.

Das Bayern-Ticket ist der „Verkaufsschlager“ der Deutschen Bahn, sagte der Marketingleiter der DB Regio Bayern, Bernd Rosenbusch. Seit der Einführung 1997 wurde es 40 Millionen Mal verkauft. Zum kleinen Fahrplanwechsel am 10. Juni gibt es jetzt wie schon zum Teil berichtet weitreichende Änderungen. Das beliebte Ticket für die Nah- und Regionalzüge kostet künftig 22 statt 21 Euro. Jeder der maximal vier Mitfahrer kostet vier Euro extra. Die Folge: Wer das Ticket zu zweit nutzt, zahlt künftig 26 Euro und hat gegenüber dem bisherigen Gruppenangebot (29 Euro) einen Preisvorteil von drei Euro. Ein von fünf Erwachsenen genutztes Bayern-Ticket kostet aber künftig 38 Euro, also neun Euro mehr als bisher.

Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass es für drei Viertel der Bayern-Ticket-Nutzer billiger wird. Für 16 Prozent ergebe sich eine „deutliche Preissteigerung“, sagte Rosenbusch.

Unterm Strich rechnet die DB „nicht mit Mehrerlösen“, sagte der Marketing-Leiter. „Wir wollen durch die Änderungen kein Geld verdienen – keinen einzigen Euro.“

Verbesserung bei mitreisenden Kindern

Grund für die Neuerungen seien vielmehr Beschwerden von Fahrgästen, die „teilweise unfreundlich“ wegen einer Mitfahrgelegenheit mit dem Bayern-Ticket angesprochen worden seien, sagte Rosenbusch. Solche Betteleien „wird es jetzt nicht mehr geben“, versprach Rosenbusch. Außerdem hätten manche Fahrgäste nicht eingesehen, warum sie zu zweit ein Bayern-Ticket kaufen sollen, das eigentlich für fünf gilt.

Neu ist auch eine Verbesserung der Kindermitnahme: Künftig kann ein Einzelreisender seine Kinder oder Enkel bis einschließlich 14 Jahren kostenlos zum Bayern-Ticket-Preis von 22 Euro mitnehmen. Außerdem können Mitfahrer künftig an verschiedenen Bahnhöfen auf der Strecke zusteigen.

„Für die einen wird’s günstiger, für die anderen teurer“

Der Fahrgastverband Pro Bahn betrachtet die Änderungen mit gemischten Gefühlen. „Es gab bei uns keinen Aufschrei“, sagt Norbert Moy, Vorsitzender der Regionalgruppe Oberbayern. „Für die einen wird’s günstiger, für die anderen teurer.“ Bedauerlich sei allerdings, dass beim Bayern-Ticket jetzt die Rechnerei beginne. „Der Erfolg des Bayern-Tickets lag ja darin, dass es so einfach war“, sagt Moy. Jetzt verabschiede sich die Bahn davon. Jede Person zähle bares Geld – „den Fahrgästen bleibt die Rechnerei nicht erspart“, sagt Moy. Discogänger könnten beispielsweise überlegen, ob für sie ein (günstigeres) Bayern-Ticket Nacht infrage kommt (gültig ab 18 Uhr), das ebenfalls einen Basispreis von 22 Euro hat, für jede Person zusätzlich aber nur zwei Euro kostet. Man kann auch auf ein teureres Bayern-Ticket 1. Klasse zurückgreifen (ab 33 Euro) – wobei die Frage ist, ob die Erste-Klasse-Abteile in den Regionalzügen den Zuschlag rechtfertigen.

Damit gibt es beim Bayern-Ticket eine Entwicklung, die zuletzt schon beim Werdenfels-Ticket zu beobachten war, wie Moy bemängelt. Ein einfaches Ticket wird durch immer größere Ausdifferenzierung zur „Fahrkarten-Familie“: Ursprünglich gab es nur ein Werdenfels-Ticket, gültig für die Strecke Tutzing-Kochel bzw. Mittenwald. Mittlerweile hat die Bahn die Fahrkarte deutlich erweitert. Es gibt weitere drei Versionen: eine Verlängerung nach Seefeld, eine Erweiterung für die S-Bahn (aber ohne U-Bahn!), und ein Maxi-Ticket inklusive Seefeld und S-Bahn. Fazit von Pro Bahn: Die Bahn möchte es gerechter machen. Aber es wird auch komplizierter.

Von Dirk Walter

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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