Nach Wasserhose am Bodensee

Tornado-Alarm auch an beliebten Badeseen in Bayern? Wetter-Experte warnt für den Spätsommer

  • Marion Neumann
    VonMarion Neumann
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Eine gewaltige Wasserhose wirbelte kürzlich über den Bodensee. Sind auch beliebte Badeseen wie Tegernsee, Chiemsee und Starnberger See in Bayern gefährdet? Ein Tornado-Experte klärt auf.

München - Zwei gigantische Wasserhosen am Bodensee* sorgte kürzlich für Aufsehen. Die Tornados* über dem Wasser richteten glücklicherweise keine Schäden an - doch Beunruhigung lösten die Ungetüme am Himmel dennoch aus.

Auch einigen bayerischen Badegästen wird bei der Betrachtung der spektakulären Aufnahmen der Bodensee-Tornados wohl mulmig geworden sein. Schließlich befinden sich gerade in Oberbayern einige große Badeseen. Ist ein solches Naturphänomen etwa auch am Chiemsee, Tegernsee oder Starnberger See denkbar? Die aktuellen Wetter-Vorhersagen verheißen derzeit jedenfalls nichts Gutes.

Tornado-Alarm auch an beliebten Badeseen in Bayern? Wetter-Experte warnt für den Spätsommer

Einer, der es wissen muss, ist Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Als Tornadobeauftragter äußerte er sich bereits zu dem Wetter-Spektakel am Bodensee - und hat auch für die Situation an bayerischen Seen auf Nachfrage von Merkur.de* eine klare Einordnung. „In der Vergangenheit ist so etwas bereits immer wieder einmal passiert“, sagt Friedrich. Massive Schäden hätte es dabei allerdings nicht gegeben. An Fälle, bei denen in Bayern Boote getroffen oder Schwimmer im Wasser verletzt worden wären, kann er sich nicht erinnern.

Trotzdem rät der Tornado-Experte zur Vorsicht. Auch, weil Wasserhosen recht plötzlich auftreten. „Man merkt es erst, wenn sich eine Art Wolkenrüssel aus der Wolke nach unten wölbt“, erklärt er, „dann sieht man bereits das aufspritzende Wasser.“ Badegäste und Schwimmer sollten bei Schauer und Gewitter* generell den Bereich verlassen. Zeigt sich am Himmel ein „Wolkenrüssel“, sollte schnell gehandelt werden.

Gerade jetzt im Spätsommer ist die Tornado-Gefahr besonders groß, warnt der Experte außerdem. Die Wassertemperatur ist dann am höchsten. Zwischen Wasserschicht und Wolken besteht dann ein besonders großer Temperaturunterschied.

Bayern: Tornados an Tegernsee, Chiemsee oder Starnberger See möglich?

Dass Wetterphänomene wie etwa Wasserhosen in jüngster Zeit zugenommen hätten - etwa durch Veränderungen des Klimas - kann Friedrich nicht bestätigen. „Solche Fälle gibt es eigentlich jedes Jahr zu beobachten“, sagt er, „von einer Häufung weiß ich bislang nichts.“

Besonders gefährdet seien bayerische Badegäste trotz der hohen Seendichte im Übrigen generell nicht. Tornados über dem Wasser würden in Deutschland vor allem an der Nord- und Ostseeküste auftreten, sagt Friedrich. (nema) (*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

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Rubriklistenbild: © Dr. Christoph Sommergruber/dpa

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