Bundesweiter Vergleich

Bayern traurige Spitze bei Masernerkrankung

München - Bayern ist zwar oft Spitzenreiter, doch diesmal bringt die Platzierung keine Freude: Die meisten Masernerkrankungen in Deutschland treten im südlichsten Bundesland auf.

Fast die Hälfte aller Masern-Erkrankungen in Deutschland sind im zu Ende gehenden Jahr in Bayern aufgetreten. Bundesweit erkrankten 1750 Menschen an dem Virus, in Bayern waren es 783. Die geht aus der Statistik des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) hervor, aus dem die Krankenkasse DAK am Freitag zitierte. An zweiter Stelle folgt Berlin mit 488 Fällen.

Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO angestrebte Immunitätsrate von 95 Prozent der Bevölkerung ist laut RKI vielerorts nicht erreicht. Bei Schulanfängern werde die Impfquote von 95 Prozent für die zwei empfohlenen Impfungen in Bayern und mehreren anderen Bundesländern nicht erreicht.

Deutschlandweit haben laut RKI 97 Prozent der Schulkinder eine Impfung und 92 Prozent beide Impfungen; in Bayern haben 95 Prozent die erste Impfung und knapp 90 Prozent die zweite. Für einen sicheren Impfschutz sind beide Impfungen nötig. Impflücken gebe es vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Der Anteil erwachsener Masernpatienten sei drastisch gestiegen, hieß es. Wie im gesamten Bundesgebiet seien auch in Bayern auffallend viele Erkrankte über 20 Jahre alt.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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