Neue Details zur Wetterlage

Nach schweren Überflutungen im Berchtesgadener Land - Hochwasserwarnung für Gebiete im Süden Bayerns

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Seit Samstagmorgen gilt eine konkrete Unwetterwarnung für mehrere Landkreise im Südosten Bayerns. Mittlerweile gibt es auch eine Hochwasserwarnung.

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Update vom 18. Juli, 10.13 Uhr: Der Hochwassernachrichtendienst Bayern meldet eine „Hochwasserwarnung vor Überschwemmungsgefahr für bebaute Gebiete.“ Diese wurde vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf für Stadt und Landkreis Passau ausgegeben. Die ist gültig von Sonntag (10 Uhr) bis Montag (10 Uhr). Dazu heißt es: „Die Niederschläge im Salzach/Inn Einzugsgebiet halten an. Die Wasserstände des Inn steigen daher vorerst weiter. Am Zusammenfluss von Inn und Donau im Bereich der Stadt Passau ist an den Donaupegeln Meldestufe 3 mit 7.70 m überschritten.“ Es werde derzeit mit einem weiteren Anstieg der Donaupegel bis über die 8-Metermarke gerechnet.

Am Innpegel Passau/Marienbrücke ist Meldestufe 1 erreicht. Der weitere Anstieg dürfte bis unterhalb Meldestufe 2 bei 6,00 m erfolgen.“ Erst im Laufe des Montags wird mit einem nachhaltigen Sinken der Pegel gerechnet, heißt es weiter.

Entsprechend hat der Deutsche Wetterdienst (dwd.de) die Warnstufe 3 für Gebiete in Alpennähe ausgerufen. Dort droht Dauerregen.

Hochwasser in Berchtesgaden - Keine Entwarnung für den Süden Bayerns: DWD warnt

Update vom 18. Juli, 8.14 Uhr: Heftiger Regen sorgte im Berchtesgadener Land für Überflutungen, der Landkreis rief noch am Samstagabend den Katastrophenfall aus. Noch immer gibt es für den Süden Bayerns keine Entwarnung. Nach wie vor gilt für mehrere Kreise eine amtliche Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes vor ergiebigem Dauerregen. Diese ist gültig bis Montag, 0 Uhr. Dazu heißt es: „Es tritt ergiebiger Dauerregen wechselnder Intensität auf. Dabei werden Niederschlagsmengen zwischen 60 l/m² und 70 l/m² erwartet. In Staulagen werden Mengen bis 80 l/m² erreicht.“ Betroffen sind folgende Kreise:

  • Garmisch-Partenkirchen
  • Bad Tölz-Wolfratshausen
  • Miesbach
  • Rosenheim
  • Traunstein
  • Berchtesgadener Land

Dauerregen in Bayern: DWD warnt für mehrere Kreise - auch München betroffen

Außerdem liegt eine amtliche Warnung vor Dauerregen vor (auf der Warnkarte orange eingefärbt). Diese gilt bis Sonntag, 12 Uhr. Folgende Kreise sind betroffen:

  • Oberallgäu
  • Ostallgäu
  • Weilheim-Schongau
  • Landsberg am Lech
  • Starnberg
  • München
  • Ebersberg
  • Altötting
Der DWD warnt für den Süden Bayerns vor ergiebigem Dauerregen (rot) und Dauerregen (orange).

Hochwasser in Bayern - Pegel an der Ache liegt höher als prognostiziert

Update vom 17. Juli, 21.26 Uhr: Kommt es nun doch anders als gedacht. Laut focus.de soll es in der Nacht auf Sonntag auf der Berchtesgadener Ache, der Traun und der Tiroler Achen eine Flutwelle geben. Das Wasser soll sogar schon an einige Häuser heranreichen. Im österreichischen Hallein läuten schon die Alarm-Sirenen.

Erst am Nachmittag wurden die Hochwasserprognosen nach unten korrigiert. Jetzt sieht es aber so aus, dass der Pegel der Ache bereits 1,5 Meter höher liegt, als er ursprünglich prognostiziert wurde. Der Hochwassernachrichtendienst Bayern (HND) gibt aktuell für die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land eine „Warnung vor Ausuferungen und Überschwemmungen“ aus. Die gleiche Warnung gilt auch für die Iller und die Donau in den Landkreisen Donauwörth, Neu-Ulm, Günzburg, Donau-Ries und Dillingen an der Donau. Auch in Ingolstadt, im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sowie im Landkreis Kelheim kann es zu Überschwemmungen kommen.

Update vom 17. Juli, 17.14 Uhr: Es scheint so, dass der Freistaat noch einmal um ein größeres Hochwasser herumkommt. Die erwarteten Höchststände bei Donau und Inn werden wohl nicht erreicht. Die Stadt Passau* teilte am Samstag mit, dass die Pegel nach unten korrigiert wurden. Für die Donau erwartet der Hochwassernachrichtendienst (HND) maximal die Meldestufe 2. Der Inn soll sogar nicht einmal die Meldestufe 1 erreichen.

Dennoch Überschwemmungen im Süden Bayerns erwartet

Auch im Südosten Bayerns geht man nicht mehr von Höchstmarken bei den Flüssen aus. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein rechnet nicht mit hohen Meldestufen. Dennoch kann es in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land zu Überschwemmungen kommen. Noch bis Sonntag 14 Uhr gilt hier die Warnung vor Hochwassergefahr.

Der DWD warnt derweil weiterhin vor Dauerregen und Unwettern im zentralen und östlichen Alpenraum. Hier können bis Sonntagabend Regenmengen bis zu 80 Litern auf den Quadratmeter zusammenkommen.

Erstmeldung vom 17. Juli, 13.34 Uhr: München/Rosenheim - Am Freitag warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) bereits in einer Vorabinformation vor möglichen Fluten am Alpenrand durch lang anhaltenden Starkregen. Auch der Hochwassernachrichtendienst (HND) schloss schlimmere Hochwasser vor allem nahe der Alpen nicht aus.

Flut auch in Oberbayern? DWD mit Unwetterwarnung für mehrere Landkreise

Seit Samstagmorgen liegt nun auch eine konkrete Unwetterwarnung der Stufe drei (von vier möglichen Stufen) vor. Sie gilt bis Montagmorgen (19. Juli, 9 Uhr) und für folgende Landkreise:

  • Garmisch-Partenkirchen
  • Bad Tölz-Wolfratshausen
  • Miesbach
  • Rosenheim
  • Traunstein
  • Berchtesgadener Land

Unwetterwarnung: Bis zu 160 Liter pro Quadratmeter erwartet

Zwischen Garmisch-Partenkirchen und Rosenheim rechnet der DWD mit „ergiebigem Dauerregen wechselnder Intensität. Dabei werden Niederschlagsmengen zwischen 60 l/m² und 70 l/m² erwartet. In Staulagen werden Mengen bis 80 l/m² erreicht.“ Schlimmer könnte es laut DWD die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land treffen. Dort seien bis zu 90 Liter pro Quadratmeter möglich - in Staulagen sogar bis zu 160 Liter pro Quadratmeter.

Hochwasser-Warnung: Experten konkretisieren Vorhersage

Am Samstagmorgen konkretisiert auch der Hochwassernachrichtendienst Bayern (HND) des Bayerischen Landesamts für Umwelt seine Vorhersage. Das ist laut HND allerdings gar nicht so einfach: „Der Schwerpunkt der Niederschlagsvorhersagen schwankt derzeit zwischen den einzelnen Modellläufen und erschwert die Erstellung verlässlicher Wasserstandsvorhersagen.“

Hochwasserwarnung für Ammer, Loisach und Isar - und Gebirgsbäche

Nach aktuellen Prognosen liege der Schwerpunkt im Isareinzugsgebiet mit entsprechend hohen zu erwartenden Pegelständen unter anderem an unterer Isar, Loisach und Ammer. Generell müsse ab Samstagmittag im alpinen Raum und teils auch im Alpenvorland mit deutlich, teils auch schnell steigenden Pegelständen und damit verbundenen Ausuferungen und Überschwemmungen gerechnet werden.

Zwar liegen auch für die Landkreise Rosenheim und Berchtesgadener Land Hochwasser-Warnungen vor. Derzeit gehen die Experten allerdings nicht davon aus, dass überhaupt eine Meldestufe erreicht werde.

Bei alldem handelt es sich freilich immer um Prognosen. Was genau passiert, bleibt abzuwarten und währenddessen sollte man sich vielleicht eher auf die amtlichen Prognosen verlassen.

Unwetter und Hochwasser-Gefahr am Alpenrand: Experten-Meinungen gehen auseinander

Denn insgesamt ist die Aufmerksamkeit bei einer Unwetterwarnung vor Starkregen nach der Jahrhundertkatastrophe in der Eifel freilich groß. Dementsprechend viel wird auch spekuliert. Und da, wie der HND bereits anmerkte, die Wettermodelle relativ unterschiedliche Ergebnisse liefern, gibt es auch Raum für die unterschiedlichsten Aussagen. Am späteren Freitagabend wurde von einzelnen Experten die DWD-Warnung bereits überboten auf 200 Liter pro Quadratmeter (focus.de) - das wäre mehr, als in der Eifel gefallen ist. Andere wiederum sprechen am Samstagvormittag gar von Entwarnung, da das Hoch Dana über den britischen Inseln die Wolken wegfege (The Weather Channel). Wetter.net dagegen sieht das Hoch Dana eher in einer Starkregen fördernden Rolle, da es die Wolken an den Alpenrand presse, wo sie gesammelt abgregnen würden.

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Rubriklistenbild: © Screenshot DWD

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